Schadeleben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BW

51.83792208166711.361647131Koordinaten: 51° 50′ 17″ N, 11° 21′ 42″ O

Schadeleben
Stadt Seeland
Wappen von Schadeleben
Höhe: 131 m
Fläche: 16,98 km²
Einwohner: 717 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 15. Juli 2009
Postleitzahl: 06449
Vorwahl: 034741
Friedrichsaue Frose Gatersleben Hoym Nachterstedt Schadeleben SalzlandkreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Schadeleben in Seeland (Sachsen-Anhalt)

Schadeleben ist ein Ortsteil der Stadt Seeland in Sachsen-Anhalt. Der Ort liegt an der Deutschen Alleenstraße etwa 16 Kilometer nordwestlich der Stadt Aschersleben.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Scadenleve ist abzuleiten von dem Personennamen Skado. Der Ortsnamenendung -leben liegt ein gemeingermanisches Wort mit der Bedeutung „Überbleibsel, Hinterlassenschaft, Erbe, Überlassenes“ zugrunde. Es handelt sich also um die Hinterlassenschaft des Skado. [1] Der Ort wurde erstmals im Jahr 1223 in einer Urkunde des Burchard von Mansfeld erwähnt.

Im Mittelalter war er Fischerdorf am Nordrand eines ausgedehnten Sumpfgebietes in den Urstromniederungen, die sich circa 20 Kilometer von Aschersleben bis Gatersleben bei Quedlinburg erstreckten.

Als bedeutend kleineres, aber im Ansatz ähnliches Projekt wie die Trockenlegung des Oderbruches erfolgte in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Friedrich II. eine weitgehende Urbarmachung durch Anlage eines Grabensystems (Einleitung in die Selke bei Gatersleben). Dabei verschwand die gesamte Wasserlandschaft und aus dem Fischerdorf wurde eine gewöhnliche Ackergemeinde. In diesem Zusammenhang kam es auch zur Gründung der Nachbargemeinden Friedrichsaue und Königsaue.

Heute ist am südlichen Ortsrand noch der alte „Hauptgraben“ zu sehen. In seiner zuletzt angelegten Form diente dieser aber im 20. Jahrhundert der Entwässerung der Tagebaue des Gebietes. Der größte Tagebau erstreckte sich zwischen Schadeleben und Nachterstedt (mit 70 Meter einer der tiefsten in Deutschland) und bedrohte zur Zeit der Wende 1989/90 die Gemeinde unmittelbar. So gesehen hat das heutige Schadeleben seine Existenz der Wiedervereinigung zu verdanken, auch wenn in deren Folge die meisten Arbeitsplätze in Bergbau und Landwirtschaft verloren gegangen sind.

Wappen von Schadeleben

Seit dem Jahre 2003 steht der im alten Tagebau sich bildende Concordiasee (2006 circa 4 km²) dem öffentlichen Badebetrieb und dem Segel- bzw. Surfsport zur Verfügung. Im Frühjahr 2005 begann sogar ein regelmäßiger Betrieb des Fahrgastschiffes „Seelandperle“ mit einstündigen Rundfahrten. Infolge des verheerenden Erdrutsches in der Nachbargemeinde Nachterstedt, musste die "Seelandperle" den Fuhrbetrieb ab 18. Juli 2009 einstellen. Das Schiff wurde ein Jahr später vom Stadtrat der Stadt Seeland verkauft und am 21. September 2010 nach Nienburg / Weserland transportiert.

Am 15. Juli 2009 wurde Schadeleben in die neue Gemeinde Seeland eingegliedert.[2] Der letzte Bürgermeister war Ernst Sentner.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Fritz Annecke (1818–1872), Achtundvierziger-Revolutionär, in Dortmund geboren, aber mit Schadelebener Vorfahren (siehe Literaturangabe) sowie seine ebenfalls nach 1849 in die USA ausgewanderten Brüder Emil Annecke und Carl Annecke

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Schadeleben Ort lag an der Bahnstrecke Aschersleben–Nienhagen. Diese Strecke ist stillgelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Annecke, Heinrich: Die Bauernfamilie Annecke aus Schadeleben und ihre Stammfolge. Deutsches Familienarchiv, Band 13, 1960. S. 116-140.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auskunft des Landeshauptarchives Sachsen-Anhalt vom 18. Dezember 1992, Aktenzeichen: 8.1.2. pa-eh 6095
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste