Schaeffler Gruppe

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Schaeffler AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2011 [1]
Sitz Herzogenaurach, Deutschland
Leitung Klaus Rosenfeld[1]
Mitarbeiter 76.099[2]
Umsatz 11.125 Mio. EUR[2]
Gewinn 872 Mio. EUR[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 13.546 Mio. EUR[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Automotive, Maschinenbau
Website schaeffler-gruppe.de
Stand: 31. Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012
Stammsitz der Schaeffler AG in Herzogenaurach

Schaeffler ist ein deutscher Maschinenbau-Konzern und Zulieferer der Automobilindustrie. Zum Konzern gehören die Produktmarken INA, FAG, LuK, Hydrel und weitere. Das Gesamtunternehmen befand sich früher unter dem Dach der Personengesellschaft Schaeffler Holding GmbH & Co. KG, die am 13. Oktober 2011 in die Aktiengesellschaft „Schaeffler AG“ umgewandelt wurde. Die Gruppe beschäftigte 2012 weltweit an 180 Standorten über 76.000 Mitarbeiter, davon etwa 29.800 in Deutschland. Der weltweite Umsatz betrug im Jahr 2012 11,1 Milliarden Euro. Stammsitz ist Herzogenaurach.

Das Unternehmen war in der Öffentlichkeit relativ unbekannt, bis ihm im Herbst 2001 die feindliche Übernahme des Unternehmens FAG gelang.[3][4][5] Im Sommer 2008 folgte der Zugriff auf die Continental AG.[6] Gründe der geringen Bekanntheit waren, dass die damalige Kommanditgesellschaft als Familienunternehmen mit persönlich haftenden Gesellschaftern weniger Publizitätspflichten unterlag, und dass keine Produkte direkt für Endverbraucher produziert werden.

Eigentümer[Bearbeiten]

1946 gründeten die Brüder Wilhelm Schaeffler (1908–1981) und Georg Schaeffler (1917–1996) das Unternehmen. Die Witwe des Unternehmensgründers Georg Schaeffler, Maria-Elisabeth Schaeffler, hält aktuell 20% und ihr Sohn Georg Friedrich Wilhelm Schaeffler ist mit 80% am Unternehmen beteiligt. Das operative Geschäft der Schaeffler Gruppe und die Beteiligung an der Continental AG wurden am 13. Oktober 2011 in eine Aktiengesellschaft gebündelt und heißt nun Schaeffler AG.[7][8]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen geht auf die Davistan AG aus Katscher in Oberschlesien zurück, die 1933, nachdem die jüdischen Firmengründer vor dem aufkommenden Nationalsozialismus flüchten mussten, überschuldet an ein Bankenkonsortium fiel.

1939 erwarb Wilhelm Schaeffler den Betrieb und stellte während des Zweiten Weltkrieges unter dem neuen Namen „Wilhelm Schaeffler AG“[9] mit Hilfe von Zwangsarbeitern aus ganz Europa Textilien für die Wehrmacht und ab 1941 Nadellager für Panzerketten her. Nach Informationen von Spiegel TV sollen zu dieser Zeit auch Textilien aus Haaren von KZ-Insassen hergestellt worden sein,[10] nach Einschätzung des Historikers Gregor Schöllgen, der die Firmengeschichte im Auftrag der Familie untersuchte, sind die Vorwürfe nach dem bisher vorliegenden Kenntnisstand nicht haltbar.[11]

1945 wurde das Unternehmen wegen des Vorrückens der sowjetischen Armee in das oberfränkische Schwarzenhammer verlagert. Im Frühjahr 1946 gründeten die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler mit zwei Partnern in Herzogenaurach das Unternehmen mit der Firma Industrie-GmbH, welches zunächst Knöpfe und Gürtelschnallen aus Holz herstellte und bald auch zum Zulieferer für den Werkzeugbau wurde.[12] 1949 entwickelte Georg Schaeffler den Nadelkäfig für Nadellager, der die baldige Industrie Nadellager (INA) zum Erfolg führte. 1951 wurde die Saar Nadellager oHG in Homburg als erstes INA-Zweigwerk in Deutschland gegründet, 1956 folgte das erste ausländische Zweigwerk in Hagenau, 1958 war Werkseröffnung in São Paulo, Brasilien. 1965 wurde unter INA-Beteiligung die Lamellen und Kupplungsbau August Häussermann in Bühl übernommen und in LuK Lamellen und Kupplungsbau GmbH umbenannt. 1979 erfolgte der Einstieg bei der Hydrel AG, Schweiz und 1984 die Beteiligung an der Helmut ELGES GmbH, Steinhagen. 1991 und 1992 wurden die Werke in Skalica,Slowakei und Ansan, Korea eröffnet und 1995 folgte die INA Bearings China Co. Ltd. in Taicang, China. 2000 wurde die Mehrheitsbeteiligung an der REGE Motorenteile GmbH erworben. 2001 kaufte der Konzern den Schweinfurter Konkurrenten FAG Kugelfischer durch eine feindliche Übernahme auf und nahm das Unternehmen von der Börse.

Heute werden bei der Schaeffler Gruppe unter den Marken INA, FAG und LuK diverse Komponenten für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Luft- und Raumfahrtindustrie hergestellt. In der Automotive-Sparte entstehen Bauteile und Einheiten für Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Komponenten für die Branchen Antriebstechnik, Produktionsmaschinen, Schwerindustrie, Konsumgüterindustrie, Windkraft, Schienenverkehrstechnik.

Seit Anfang der 1970er Jahre werden auch Teile für Motoren entwickelt und produziert, wie zum Beispiel Ventilspiel-Ausgleichselemente, Kettentriebe und Riementriebe, Schlepphebel, Kipphebel, Nockenwellenversteller und Kugelgewindetriebe für elektromechanische Lenkungen. Zur Kerntechnologie des Unternehmens zählt unter anderem das Kaltumformen (Tiefziehen). Das Unternehmen hält bei weltweit 40 Entwicklungsstandorten insgesamt circa 18.000 Patente und Patentanmeldungen[13][14] und ist einer der größten Ausbildungsbetriebe Nordbayerns.

Am 4. Oktober 2013 gab Schaeffler bekannt, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger das Unternehmen im gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung verlassen werde. Am 4. Juni 2014 teilte Schaeffler mit, das der bisher kommissarisch amtierende Vorsitzende Klaus Rosenfeld die Führung des Konzerns dauerhaft übernehmen werde.[15]

Im Januar 2013 nahm die Gruppe im Ranking der 500 größten Familienunternehmen der Zeitschrift Wirtschaftsblatt den elften Platz ein.[16]

Übernahme der Continental AG[Bearbeiten]

Am 14. Juli 2008 bestätigte die Schaeffler Gruppe ihr grundsätzliches Interesse an einem Engagement beim Autozulieferer Continental.[17] Am 15. Juli 2008 wurde ein erstes Übernahmeangebot in Höhe von 69,37 Euro je Continentalaktie vorgelegt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die Schaeffler Gruppe einen Anteil von gut 36 Prozent durch Cash-Settled Equity Swaps gesichert hatte. Am 21. August 2008 schloss die Schaeffler Gruppe mit der Continental AG eine Investorenvereinbarung ab. Das Engagement der Schaeffler Gruppe bei der Continental AG sollte sich innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent beschränken. Garant für die Wahrung der Interessen aller Stakeholder der Continental AG sollte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sein.[18]

Der Schaeffler Gruppe wurden schließlich 90 Prozent der Continental AG-Aktien zum Preis des letzten Übernahmeangebots in Höhe von 75 Euro angedient. Der Börsenkurs war zwischenzeitlich auf rund 20 Euro gefallen. Aufgrund der Verpflichtungen aus dem Übernahmeangebot musste Schaeffler die angedienten Continental-Aktien zum hohen Kurs abnehmen. Die über 49,99 Prozent hinausgehenden Anteile wurden an die beteiligten Banken weitergereicht. Die Folge war, dass die Schaeffler Gruppe höhere Schulden hatte als geplant und die Aktien der Continental AG, die ursprünglich als Sicherheit für die Schulden vorgesehen waren, zu Beginn des Jahres 2009 nur noch etwa ein Viertel so viel wert waren wie ursprünglich vorgesehen.[19]

Zum 31. August 2008 wurde Manfred Wennemer auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Vorsitzender des Vorstands entbunden, das er seit dem 11. September 2001 innehatte. Sein Nachfolger wurde Karl-Thomas Neumann.

Zwischen Continental und Schaeffler eskalierte ein Streit, wie die enorme Schuldenlast abgebaut und die Fusion gerettet werden könne. Nachdem Schaeffler Anfang 2009 die faktische Aktienmehrheit an der Continental AG erworben hatte, trat der Continental-Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg am 24. Januar 2009 zurück.[19]

Continental und Schaeffler hatten zusammen rund 23 Milliarden Euro Schulden und versuchten Ende Januar 2009, staatliche Hilfen zum Fortbestehen der Schaeffler-Firmengruppe zu erhalten. Die Landesregierungen von Niedersachsen und Bayern diskutierten eine Hilfe in Höhe von jeweils etwa 500 Millionen Euro,[19] und von der Bundesregierung wurden Bürgschaften in Höhe von vier Milliarden Euro gefordert.

Um auf die existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen, gründeten Mitarbeiter des Unternehmens die Initiative Auch wir sind Schaeffler. In einer ersten Aktion im Februar 2009 demonstrierten 8.000 Mitarbeiter sowie viele Freunde des Unternehmens in Herzogenaurach für den Erhalt der Schaeffler Gruppe.[20]

Die Schaeffler Gruppe verglich ihre Bedeutung für die Automobilindustrie mit der der US-Investmentbank Lehman Brothers für den Bankensektor. Sie versprach eine rasche Rückzahlung von Staatsbeihilfen mit Zinsen, welche jedoch nie beantragt oder in Anspruch genommen wurden.[21]

In Verhandlungen mit der IG Metall wurden weitreichende Zugeständnisse für einen Ausbau der Unternehmensmitbestimmung und eine Publizierung der Geschäftsergebnisse gemacht.[22]

Mitte März 2009 wurde Klaus Rosenfeld, der ehemalige Finanzchef der Dresdner Bank, als neuer Finanzvorstand berufen.[23]

Am 19. Oktober 2009 wurde Wolfgang Reitzle zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Continental AG berufen.[24]

Am 6. Januar 2010 erzielte Continental mit der Ausgabe von 31 Millionen neuen Aktien insgesamt 1,1 Milliarden Euro Bruttoerlös. Die Schaeffler KG, M.M. Warburg & Co KGaA und B. Metzler seel. Sohn & Co. hielten nach der Kapitalerhöhung zusammen knapp mehr als 60 Prozent an der Continental AG.[25][26]

Produkte[Bearbeiten]

INA[Bearbeiten]

INA-Logo

INA (Industrie NAdellager)

  • 1946 gründen die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler mit zwei Partnern die Industrie-GmbH, später INA-Schaeffler KG, in Herzogenaurach.
  • 1949 macht die Entwicklung des Nadelkäfigs durch Georg Schaeffler das Nadellager zu einem zuverlässig nutzbaren Bauteil für die Industrie.
  • 1965 ist INA bei der Gründung der LuK Lamellen und Kupplungsbau GmbH in Bühl beteiligt, welche im Jahr 1999 zur Erweiterung der Kompetenz als Systemlieferant der Automobilindustrie komplett übernommen wird.
  • 1996 stirbt Georg Schaeffler im Alter von 79 Jahren. Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg F. W. Schaeffler führen sein Lebenswerk fort.
  • seit 1998 ist Jürgen M. Geißinger Vorsitzender der INA-Geschäftsleitung, mit Umfirmierung der 2010 gegründeten Schaeffler GmbH in eine Aktiengesellschaft am 13. Oktober 2011 Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG[1].

FAG[Bearbeiten]

FAG-Logo
Firmensitz der Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG in Schweinfurt

FAG (Fischers Aktien-Gesellschaft)[27]

  • 1883 konstruierte Friedrich Fischer in Schweinfurt eine Kugelschleifmaschine. Mit ihr war es erstmals möglich, Stahlkugeln rund zu schleifen. Der von Fischer und Wilhelm Höpflinger weiterentwickelte Apparat wird 1890 zum Patent angemeldet. Damit ist der Grundstein gelegt für die in den Folgejahren aufblühende Wälzlager-Industrie.
  • Am 29. Juli 1905 wird die Marke FAG beim Patent- und Markenamt in Berlin registriert.
  • 1909 übernimmt Georg Schäfer (I) die kriselnde „Erste Automatische Gußstahlkugelfabrik, vormals Friedrich Fischer, AG“ und wandelt sie zum 1. November in eine Offene Handelsgesellschaft um.
  • 1914–1918: Während des ersten Weltkriegs verdoppelt sich die Zahl der Beschäftigten auf 2.000.
  • 1925 stirbt Georg Schäfer (I).
  • 1929: Als einziges Unternehmen der Branche beteiligt sich Georg Schäfer (II) mit FAG nicht an dem unter dem Druck der schwedischen SKF vollzogenen Zusammenschluss in der deutschen Wälzlagerindustrie. Schäfer nutzt den durch die Fusion entstandenen Freiraum für einen atemberaubenden Aufstieg. Während der Weltwirtschaftskrise steigt die Zahl der Mitarbeiter um fast die Hälfte auf knapp 3.000 (1939: 9.000).
  • 1941: Umbenennung in „FAG Kugelfischer Georg Schäfer“.
  • 1945: Als wichtiger Zulieferer für die Rüstungsindustrie beschäftigt die Firma 11.700 Mitarbeiter, darunter viele Zwangsarbeiter.
  • Nach Kriegsende erfolgt auf Beschluss der Alliierten hin zunächst die völlige Demontage der im Krieg zerstörten Fabrikanlagen.
  • 1948: Wiederaufnahme der Geschäftsführung durch die persönlich haftenden Gesellschafter Georg und Otto Schäfer. FAG kann sich als einer der weltweit führenden Wälzlagerhersteller etablieren.
  • 1968: Ankauf der österreichischen Firma AKF (Allgemeine Kugellagerfabrik Ges.m.b.H.).
  • 1975: Tod von Georg Schäfer (II). Der FAG Kugelfischer-Konzern hat weltweit knapp 30.000 Beschäftigte.
  • 1979: Verkauf des Bereichs Kugelfischer-Einspritz-Systeme an Bosch.
  • 1985: Umwandlung der Offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Aktienmehrheit liegt bei der Familie Schäfer.
  • 1991: In Pößneck kaufte die Firma Kugelfischer von der Treuhandanstalt Rotasym auf. Das Werk wurde kurz darauf geschlossen.
  • 1993: Nicht zuletzt durch das Engagement in den neuen Bundesländern (DKFL) gerät das Unternehmen in eine existenzgefährdende Krise. Unter Federführung von Kajo Neukirchen gelingt die Sanierung. Der Konzern wird zerschlagen und die Mitarbeiterzahl halbiert. Die Familie Schäfer scheidet aus der Geschäftsführung aus.
  • 2001: Im Rahmen einer feindlichen Übernahme erwirbt der Konkurrent INA-Schaeffler sämtliche Aktien und nimmt das Unternehmen 2003 von der Börse. Das Traditionsunternehmen FAG Kugelfischer wurde zum 1. Januar 2006 endgültig aufgelöst und die Geschäftstätigkeit in den Schaeffler-Konzern (Schaeffler KG) integriert. Innerhalb der Schaeffler Gruppe ist die Marke FAG in allen Geschäftsbereichen – Aerospace, Automotive und Industrie – vertreten.

LuK[Bearbeiten]

LuK-Logo
Stammsitz der LuK GmbH & Co. KG in Bühl

Die LuK GmbH & Co. KG (Lamellen und Kupplungsbau) mit Stammsitz in Bühl am Schwarzwald, ist ein Automobilzulieferer für den Antriebsstrang und wurde 1965 von den Brüdern Georg Schaeffler und Wilhelm Schaeffler im Bühler Industriegebiet als LuK GmbH gegründet. Hervorgegangen war LuK aus der Lamellen- und Kupplungsbau August Häussermann, die 1927 in Esslingen-Mettingen gegründet wurde.

Das Produktionsprogramm der Firma August Häussermann wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aufnahme von Kraftfahrzeugkupplungen und Kupplungsscheiben erweitert. Hinzu kam die Produktion von Tellerfedern, die zu einem wesentlichen Bestandteil der gefertigten Kraftfahrzeugkupplungen wurde. Ab Mai 1965 lieferte die LuK Tellerfeder-Kupplungen für die VW-Käfer-Nachfolger in Serie. Ab 1967 wuchs das Unternehmen und expandierte im In- und Ausland. Serienfertigungen von Fahrzeugkupplungen für weitere namhafte in- und ausländische Kraftfahrzeughersteller folgten. Darüber hinaus wurden ebenfalls in Serie Doppelkupplungen für Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen produziert. Ein weiterer Geschäftsbereich ist der Handel mit Kupplungsersatzteilen für den Export. Aus diesem Geschäftszweig ging 1975 die AS Autoteile-Service GmbH (später LuK Aftermarket, heute Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG) in Langen bei Frankfurt am Main hervor.

Ende der 1970er Jahre stieg das Produktionsvolumen auf mehr als 200 Millionen DM an. Das von LuK entwickelte Zweimassenschwungrad (ZMS), 1985 als Weltneuheit gefeiert, hat sich zur Schwingungsdämpfung in Antriebssträngen durchgesetzt. 1995 produzierte LuK als erster Kupplungshersteller die selbstnachstellende Kupplung (SAC) in Serie. Seit 1999 liefert LuK Komponenten für das neue stufenlose Getriebe (CVT) mit dem Namen „Multitronic“ bei Audi. Zum 1. Januar 2000 übernahm die Schaeffler Gruppe die restlichen 50 Prozent an der LuK-Gruppe von Valeo.

Die Produktpalette der LuK-Gruppe umfasst heute Kupplungssysteme, Torsionsdämpfer sowie Getriebekomponenten für CVT, Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe. Die LuK ist heute, mit mehr als 8.000 Arbeitnehmern (3.800 alleine am Stammsitz in Bühl), einer der größten Arbeitgeber in der „Regio Pamina“ (Pfalz, Nord-Elsass, Mittlerer Oberrhein).

Die Schaeffler Automotive Aftermarket (vor dem 1. Januar 2009: LuK-Aftermarket[28]) vertreibt Ersatzteile der Marken LuK, INA, FAG und Ruville für Kfz-Werkstätten und Handel.

Im März 2006 wurden die Werke des Geschäftsbereiches Pumpen (LuK Fahrzeughydraulik und LuK Automobiltechnik) verkauft und unter der Firmierung ixetic GmbH von Dritten weitergeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus-Peter Gäbelein: 50 Jahre Schaeffler Herzogenaurach. In: Herzogenauracher Heimatblatt (Hrsg.: Stadt Herzogenaurach, Beilage im Amtsblatt Nr. 45/1997), Nummer 18 vom 6. November 1997, 6 S.
  • Thomas Horling: Kartell und ausländisches Kapital. Die deutsche Wälzlagerindustrie in den Jahren 1925–1932, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 66 (2006), S. 521–562.
  • Gregor Schöllgen: Schaefflers dunkler Schatten. In: Cicero, 03/2009, Seite 82–85.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schaeffler Gruppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Schaeffler Gruppe: Pressemitteilung. 13. Oktober 2011, abgerufen am 4. Juni 2012.
  2. a b c d Schaeffler AG: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 25. März 2013.
  3. FAG organisiert Abwehr gegen INA-Offerte. Handelsblatt. 11. September 2001. Abgerufen am 30. November 2013: „das feindliche Übernahmeangebot der INA-Holding Schaeffler KG“
  4. Feindliche Übernahme. Der Spiegel. 24. September 2001. Abgerufen am 30. November 2013: „Geldhäuser wechselten bei einer Übernahmeschlacht die Seiten“
  5. Von FAG Kugelfischer bleibt fast nur die Marke. Handelsblatt. 22. Dezember 2004. Abgerufen am 30. November 2013: „nach einem spektakulären Kampf“
  6. Die Chronologie des Übernahmekampfes. Handelsblatt. 21. August 2008. Abgerufen am 30. November 2013.
  7. Schaeffler bündelt operatives Geschäft und Conti-Anteil in GmbH
  8. Umwandlung der Schaeffler GmbH in Schaeffler AG vollzogen Pressemitteilung der Schaeffler AG vom 13. Oktober 2011, abgerufen am 12. Februar 2012
  9. Rudolf Vierhaus: „Deutsche biographische Enzyklopädie(dbe)“, Edition 2., 2005, p. 745
  10. Spiegel TV Magazin: NS-Vestrickung, März 2009
  11. sueddeutsche.de (Seite 3): Interview mit Gregor Schöllgen, März 2009
  12. 50 Jahre Schaeffler Herzogenaurach (PDF; 206 KB) In: Herzogenauracher Heimatblatt. Stadt Herzogenaurach. 6. November 1997. Abgerufen am 23. November 2013.
  13. Patente
  14. Jahresbericht 2011 (PDF; 6,1 MB)" Vorwort im Schaeffler Geschäftsbericht 2011 und Jahresbericht des Deutschen Patent- und Markenamtes 2011, S.8; abgerufen am 5. Juni 2012
  15. http://www.schaeffler-group.com/content.schaefflergroup.de/de/press/press-releases/press-details.jsp?id=62787584
  16. Die größten Familienunternehmen in Deutschland. In: Wirtschaftsblatt. Abgerufen am 29. Oktober 2013 (PDF; 307 kB).
  17. Wirtschaftsblatt: Österreicherin greift nach Continental
  18. Übernahmekampf beendet: Conti für Schaeffler-Einstieg auf ORF abgerufen am 21. August 2008.
  19. a b c SPIEGEL online: Berichte um Staatshilfen ziehen Conti-Aktie tief ins Minus, abgerufen am 26. Januar 2009.
  20. Mitarbeiterinitiative: Auch wir sind Schaeffler
  21. HandelsblattSchaeffler verspricht Rückzahlung möglicher Staatshilfen (Zugriff am 21. Februar 2009)
  22. HandelsblattSchaeffler macht weitreichende Zugeständnisse (Zugriff am 23. Februar 2009)
  23. Angela Maier: Schaeffler holt Rosenfeld als FinanzchefVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, Financial Times Deutschland vom 18. März 2009.
  24. Linde-Chef Reitzle neuer Conti-Aufsichtsratschef vom 19. Oktober 2009
  25. Financial TimesDer Kitzbüheler Conti-CoupVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter (Zugriff am 7. Januar 2010)
  26. Frankfurter RundschauDie Wende bei Schaeffler (Zugriff am 3. Februar 2010)
  27. Schaeffler KG: Unternehmensgeschichte von 1883 bis 1914
  28. LuK Aftermarket jetzt Schaeffler Aftermarket

49.56305555555610.887777777778Koordinaten: 49° 33′ 47″ N, 10° 53′ 16″ O