Schaezler (Adelsgeschlecht)

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Johann Lorenz Schaezler (1762–1826), Bankier
Schaezlerpalais in Augsburg
Familiengrabstätte auf dem Protestantischen Friedhof Augsburg
Schaezler Bank

Schaezler (auch Schaetzler)[1] ist ein aus der Oberpfalz stammendes evangelisches Geschlecht, das in Augsburg ansässig war und 1821 in den Adelsstand erhohen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die sichere Stammreihe beginnt mit Jeremias Schaezler, urkundlich 1638; † 1676, pfalzgräflich-sulzbachischer Richter zu Etzenried. Demgegenüber führte das Geschlecht Schaezler seine Abstammung legendenhaft auf die Freiherrn Schaezl zu Hörmannsperg (Hörmannsberg), Watzmannsdorf und Thyrnau zurück:

Die schon früher vermutete und neuerlich wieder behauptete Identität der Etzenrieder Schaetzler von Hörmannsberg und Watzmannsdorf im Passauischen, aus welchem Wolf Schaetzler im 16. Jahrh. seines Glaubensbekenntnisses wegen aus dem Passauischen in das Sulzbachische eingewandert sein soll, beruht mindestens in dieser Angabe auf Irrthum, da alle Schaetzler der Oberpfalz schon um ein volles Jahrhundert früher im Sulzbachischen erscheinen, auch sprechen, was nicht zu übersehen ist, die Wappen nicht für Gleichheit des Stammes, namentlich nicht der sehr zusammengesetzte Helmschmuck der Freiherrn von Schätzler in Augsburg[2]

Der Bankier Johann Lorenz Schaezler wurde am 25. November 1821 in die Freiherrnklasse des Königreichs Bayern immatrikuliert. Im Jahr seiner Erhebung in den Adelsstand kaufte er das Palais seines Schwiegervaters, das heute seinen Namen trägt. Ferner erwarb er die Hofmarken Sulzemoos und Scherneck sowie Schloss Thyrnau bei Passau.

Johann Lorenz von Schaezlers drei Söhne Ferdinand Benedikt Freiherr von Schaezler (1795–1856), Wilhelm (1797–1887) und Ludwig Karl von Schaezler (1800–1861) sind die Stammväter der drei Linien des Adelsgeschlechts.

In Augsburg erinnern eine Straße und das der Stadt übereignete Schaezlerpalais an das für die Stadt bedeutende Geschlecht.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein aufgerichteter, rechts schreitender, doppelt geschweifter, silberner Löwe mit ausgeschlagener roter Zunge. In jeder seiner Vorderpranke hält er eine purpurrote Rose an grünen Blätterstengel empor. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein von silbernen Sternen überhöhter, die Jungen mit seinem Blute stillender Pelikan zwischen zwei silbernen Balken, darin je eine rote Rose, belegten und an der Mündung mit je einem silbernen bestehenden blauen Büffelhörnern. Darüber thront die Freiherrenkrone.

Namensträger[Bearbeiten]

Manfred Clemens Franz Freiherr von Schaezler 1885-1956 Gutsherr auf Schloss Pichl Manfred Christoph Freiherr von Schaezler 1944 noch lebend. bis 1980 Schloss und Gutsherr auf Pichl

Literatur[Bearbeiten]

  • Geneologisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Bd. XXVI, Insingen 2006, S. 326-331
  • Geneologisches Handbuch des Adles. Adelslexikon, Bs. XII, Limburg an der Lahn 2001, S. 316
  • Richard Winkler, Otto Weiß: Schaezler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 531–534 (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stadtarchiv.augsburg.de/index.php?id=17286
  2. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues Deutsches Adelslexikon. Achter Band, Leipzig 1868, S. 80

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schaezler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien