Schahin

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Dieser Artikel befasst sich mit dem persischen General Schahin, für weitere Bedeutungen siehe Schahin (Begriffsklärung).

Schahin (Sahen, das heißt „Falke“;[1]626) war ein spätantiker persischer Spahbod (General).

Leben[Bearbeiten]

Über sein frühes Leben ist so gut wie nichts bekannt. Schahin diente dem persischen Großkönig Chosrau II. aber in dessen 603 gegen Ostrom begonnenen Krieg, wobei er zunächst sehr erfolgreich operierte.[2] 608 oder 609 gelang ihm der Durchbruch an der armenischen Front, wo er Theodosiopolis besetzte. 611 drangen seine Truppen nach Kleinasien vor, Caesarea in Kappadokien wurde besetzt und persische Truppen durchzogen das Land. Allerdings war ihre Kontrolle Kleinasiens eher oberflächlich, wenn auch das Erscheinen persischer Truppen in Chalkedon (614 und 615), gegenüber der Hauptstadt Konstantinopel, für Unruhe bei den Römern sorgte. Bereits 613 hatte er seine Truppen mit denen des Generals Shahrbaraz, der ein Rivale Schahins war, vereinigen können, bevor die römische Gegenoffensive in Armenien unter dem General Philippikos Schahin 614 zu einem strategischen Rückzug zwang.

615 führte er mit Kaiser Herakleios Friedensgespräche, die aber ergebnislos verliefen. Als Herakleios 622 gegen die Perser in die Offensive ging, versuchte Schahin vergeblich, dessen Truppen zu vernichten:[3] Er unterlag zusammen mit anderen persischen Generalen Herakleios im Jahr 625, nachdem der Kaiser geschickt agiert und die persischen Truppen mehrmals in die Irre geführt hatte.[4]

Im Jahr 626 kam es zur Belagerung von Konstantinopel. Schahins Aufgabe war es, die Truppen des Herakleios zu binden und wenn möglich zu vernichten, während Shahrbaraz die Hauptstadt des oströmischen Reiches mit Hilfe der verbündeten Awaren (und ihrer slawischen Untertanen) erobern sollte. Die römische Flotte verhinderte jedoch, dass die Perser auf das europäische Ufer übersetzen konnten, die Awaren wiederum konnten das starke Befestigungswerk Konstantinopels nicht überwinden und zogen schließlich ab. Schahin und sein Heer (welches vielleicht bis zu 50.000 Mann stark gewesen ist) unterlagen wohl im Juli 626 (wahrscheinlich in der Nähe von Satala) einem von Herakleios’ Bruder Theodoros geführten römischen Heer.[5] Kurz danach ist er verstorben.[6] Chosrau, der seinen Generalen immer mehr misstraute (und dies durchaus nicht zu Unrecht), soll derart außer sich gewesen sein, dass er den Leichnam des Generals auf grausamste Art und Weise zurichten ließ.

Im Jahr darauf besiegte Herakleios die Perser endgültig, die 628 um Frieden bitten mussten.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Ferdinand Justi: Iranisches Namenbuch. Marburg 1895, S. 274f.
  2. Zum historischen Kontext siehe die Ausführungen im Artikel Römisch-Persische Kriege. Vgl. auch Kaegi, Heraclius, speziell S. 65ff.
  3. Zum Folgenden: Kaegi, Heraclius, S. 122ff.
  4. Vgl. Kaegi, Heraclius, S. 129ff.
  5. Kaegi, Heraclius, S. 132–133 (mit Quellenbelegen).
  6. Martindale, PLRE IIIb, S. 1141. Quellenaussagen, nach denen er schon vor 626 verstorben ist, beruhen auf einer Fehlinterpretation: ebd., S. 1140.