Schalchen (Oberösterreich)

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Schalchen
Wappen von Schalchen
Schalchen (Oberösterreich) (Österreich)
Schalchen (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau am Inn
Kfz-Kennzeichen: BR
Fläche: 41,1 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 13° 9′ O48.11888888888913.156944444444438Koordinaten: 48° 7′ 8″ N, 13° 9′ 25″ O
Höhe: 438 m ü. A.
Einwohner: 3.753 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 91 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5231
Vorwahl: 07742
Gemeindekennziffer: 4 04 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 3 a
5231 Schalchen
Website: www.schalchen.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Fuchs (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
11 SPÖ, 10 ÖVP, 4 FPÖ
Lage der Gemeinde Schalchen im Bezirk Braunau am Inn
Altheim Aspach Auerbach Braunau am Inn Burgkirchen Eggelsberg Feldkirchen bei Mattighofen Franking Geretsberg Gilgenberg am Weilhart Haigermoos Handenberg Helpfau-Uttendorf Hochburg-Ach Höhnhart Jeging Kirchberg bei Mattighofen Lengau Lochen am See Maria Schmolln Mattighofen Mauerkirchen Mining Moosbach Moosdorf Munderfing Neukirchen an der Enknach Ostermiething Palting Perwang am Grabensee Pfaffstätt Pischelsdorf am Engelbach Polling im Innkreis Roßbach St. Georgen am Fillmannsbach St. Johann am Walde St. Pantaleon (Oberösterreich) St. Peter am Hart St. Radegund St. Veit im Innkreis Schalchen Schwand im Innkreis Tarsdorf Treubach Überackern Weng im Innkreis OberösterreichLage der Gemeinde Schalchen (Oberösterreich) im Bezirk Braunau am Inn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Westansicht des Dorfplatzes mit der Pfarrkirche hl. Jakob
Westansicht des Dorfplatzes mit der Pfarrkirche hl. Jakob
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schalchen ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Braunau am Inn im Innviertel mit 3753 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen.

Geografie[Bearbeiten]

Schalchen liegt auf 439 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,8 km, von West nach Ost 8,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 41,4 km². 56 % der Fläche sind bewaldet, 38,7 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 25 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Äpfelberg (83)
  • Au (76)
  • Auffang (280)
  • Baumgarten (17)
  • Erb (186)
  • Furth (123)
  • Häuslberg (75)
  • Hitzleiten (30)
  • Langwiedmoos (42)
  • Mitterholzleiten (94)
  • Neudorf (98)
  • Oberharlochen (48)
  • Oberholzleiten (77)
  • Oberlindach (177)
  • Oberweinberg (57)
  • Schalchen (1437)
  • Stallhofen (176)
  • Unterharlochen (64)
  • Unterholzleiten (23)
  • Unterlindach (34)
  • Unterlochen (122)
  • Unterweinberg (163)
  • Weinberg (134)
  • Wiesing (53)
  • Zeiledt (19)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Furth, Schalchen, Unterlochen und Weinberg.

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Silber über blauem, gewelltem Schildfuß zwei blaue, schräggekreuzte Reißhaken mit roten Stielen, überdeckt durch eine rote, gestürzte Muschel. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeinde Schalchen reicht bis zur Römerzeit zurück. Um 15 v. Chr. ließ Kaiser Augustus die Alpenländer erobern und das Königreich Noricum besetzen. Zu dieser Zeit bestanden bereits eine Siedlung, eine Kulturstätte und ein Friedhof in Schalchen-Mattighofen. Der zu einem Taufbecken umgestaltete Votivstein in der Schalchner Pfarrkirche und der Altarstein in Mattighofen stammen wahrscheinlich aus dieser Weihstelle.

In der ersten Hälfte des 6. Jh. wanderten die heidnischen Bajuwaren in das westliche Ostalpengebiet und den Voralpenraum ein und besiedelten zunächst die waldfreien Gebiete an den Flüssen. Im 7. und 8. Jh. wurden Schalchen und Umgebung im Verlauf der Besiedelung durch die Bayern endgültig christianisiert.

Im 7. und 8. Jh. gehörte Schalchen zum Besitztum der bayrischen Herzogsfamilie Agilolfinger. Im 9. und 10. Jh. zählte es zum Königshof der Karolinger in Mattighofen.

Wie einer Chronik aus dem Jahre 1349 zu entnehmen ist, forderte zu dieser Zeit die Pest in Schalchen viele Menschen zum Opfer.

Von jeher hatten die Menschen um Schalchen eine besondere Beziehung zum Kobernaußerwald, der im Jahre 748 damals noch als „Höhnhart“ zum ersten Mal erwähnt wurde.

Wald und Bach (Schwemmbach) waren Lebensspender für die Menschen in und um Schalchen. Durch die Gründung einer Triftanstalt im Jahre 1760 konnten die Besitzer des Kobernaußerwaldes das Holz zur Zeit der Schneeschmelze auf dem Scheiter- oder Triftbach befördern.

1633 gehörten schon 14 Sensenwerke zur Innung der Sensenschmiede, darunter zwei „zu Schalchen“.

1779 wurde im Friedensvertrag von Teschen das bisher zu Bayern gehörende Innviertel (Innbaiern) und damit Schalchen den Habsburgern zugesprochen. Zur Zeit der Napoleonischen Kriege wurde das Land von den Franzosen ausgebeutet. Die Bevölkerung wurde so arm, dass sie sich von Wurzeln und Rinde ernährte.

Die Gemeindegründung von Schalchen ist auf das Revolutionsjahr 1848 zurückzuführen, welches nun endgültig die Freiheit der Bauern brachte. Im Jahre 1850 konstituierte sich aus den Katastralgemeinden Schalchen, Unterlochen, Furth, Weinberg, Schnellberg und Obermünichthal die Landgemeinde Schalchen, bestehend aus 37 Ortschaften mit 463 Wohnhäusern und 2.127 Einwohnern. Zum ersten Bürgermeister wurde Franz Schnellberger, vulgo Lengauer, gewählt.

1887 erwarb Karl Kaltenbrunner das Hammerwerk „zu Schalchen“ und modernisierte es im Jahre 1907.

1892 wurde der Schulbau in Schalchen vom Gemeinderat beschlossen. Am 1. Mai 1899 wurde die zweiklassige Volksschule Schalchen eröffnet. 1900 wurde in der Schule eine Suppenanstalt eingerichtet, um arme Kinder und Schüler mit langem Schulweg zu verköstigen.

Durch die Hartgeldnot sieht sich die Gemeinde Schalchen im Jahre 1920 gezwungen, Notgeld auszugeben. Die Konsolidierung der Währung am 1. Mai 1925 bringt den Übergang von der Kronen- zur Schilling-Währung.

Der Maurer und Kommunist Josef Helmetsberger wurde am 23. März 1943 in München-Stadelheim hingerichtet.

Adolf Hitler ist mit dem Gemeinderatsbeschluß vom 7. August 1998 kein Ehrenbürger der Gemeinde Schalchen mehr.[2]

Religion[Bearbeiten]

Anfänge christlichen Lebens gehen wahrscheinlich auf das 7. und 8 Jh. zurück. 1100 bis 1140 löst sich Schalchen von der Mutterpfarre Pischelsdorf und ist als eigene Pfarre von 1143 bis 1438 für Mattighofen zuständig. Die erste urkundliche Erwähnung der St. Jakobskirche in Schalchen erfolgt im Jahre 1143.

Um 1200 wird die St. Barbarakirche erbaut. Diese wird im Jahre 1785 gesperrt und 1848 abgebrochen.

Ab 1530 verbreitet sich der Protestantismus im Lande und macht vor Schalchen nicht halt. 1438 gibt Schalchen den Rang einer Pfarre an Mattighofen ab und wird erst 1784 für einige Monate und 1961 endgültig wieder eine eigene Pfarre. 1855 wurde – unweit der ehemaligen Barbarakirche – die heute noch recht gut erhaltene Barbarakapelle errichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schalchen (Oberösterreich)
Pfarrkirche
  • Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä.: Die Kirche geht im Kern auf einen romanischen Bau zurück. Im 15. Jahrhundert durch einen spätgotischen Bau ersetzt, der heute noch besteht. 1696 Barockisierung, im Chor und im Langhaus wurden die gotischen Gewölberippen entfernt und mit Stuck und Deckenbildern überzogen. Hochaltar aus dem Jahr 1677 mit bemerkenswerten geschnitzten Engelsköpfen. Das Hochaltarbild schuf der Burghauser Maler Tobias Schinagl. In der südlichen Seitenkapelle befindet sich die Barbara-Gruppe (1672) vom berühmten Bildhauer Thomas Schwanthaler aus der um 1850 abgebrochenen ehemaligen Barbarakirche. Die Schnitzgruppe zeigt den Vater der Heiligen, der mit seinem Schwert gerade zum tödlichen Schlag ausholt.
  • Herrenhaus Kaltenbrunner: 1742 im barocken Stil erbaut, diente das Gebäude in der Kaltenbrunnerstraße Nummer 11 vorwiegend als repräsentativer Landsitz. 1887 wurde es durch ein Feuer teilweise zerstört und 1898 originalgetreu wieder aufgebaut. 1904 kam unter anderem eine kleine Kapelle im neugotischen Stil dazu. Nachdem der Hammerwerkbesitzer Karl Kaltenbrunner das Haus 1906 erworben und mehrere Umbauten durchgeführt hatte, ließ er es als Herrensitz deklarieren. Bis auf die Kapelle ist das Anwesen nicht öffentlich zugänglich.
Hauptartikel: Herrenhaus Kaltenbrunner

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister ist Stefan Fuchs von der SPÖ.
  • Die Gemeinderäte verteilen sich folgendermaßen: 11 SPÖ, 10 ÖVP, 4 FPÖ.

(Stand Wahl 2009)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3.273 Einwohner, 2001 3.514 Einwohner.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule
  • Bücherei

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schalchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Ehrenbürgerschaft Adolf Hitler. Der Standard. Abgerufen am 25. Mai 2011.