Schardeich

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Schardeich mit Stein- und Asphaltschutz am Eidersperrwerk, der den Eiderästuar durchdämmt und so keinerlei Vorland besitzt
Die Befestigungen am Glameyer Stack

Schardeich ist ein Deich, der direkt am Fluss oder am Meer liegt, ohne durch Vorland geschützt zu sein. Dadurch bedarf es eines besonderen Schutzes des zum Wasser liegenden Deichfußes.

Die Schardeiche werden seit dem 18. Jahrhundert mit flacher Außenböschung gebaut und an ihrem Fuß mit Stroh „bestickt“. Das Stroh wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch Steine ersetzt, heute sind die Deichfüße meist durch Asphalt geschützt.

Viele deutsche Flussdeiche, die im Tidebereich der Nordsee liegen, sind allerdings noch immer mit Steinen geschützt. Wirtschaftliche Aspekte erforderten in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Vertiefung der Flusssohlen. Dadurch kommt es zu einer Vergrößerung des Tidenhubs und zu einer zusätzlichen Beanspruchung ursprünglich standsicherer Deichfüße bei ablaufendem Wasser. Am Pegel „Zollenspieker“ (zwischen Hamburg und Geesthacht) ist zum Beispiel ein Anstieg des mittleren Tidenhubs von 1964 bis 2004 von 1,50 m auf fast 3,00 m durch Messungen belegt. In vielen tidebeeinflussten Flussbereichen kommt es daher zu Standsicherheitsproblemen bei ursprünglich standsicheren Deichfüßen.