Scharlachroter Kelchbecherling

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Scharlachroter Kelchbecherling
Scarlet elf cap cadnant dingle.jpg

Scharlachroter Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea)

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Kelchbecherlingsverwandte (Sarcoscyphaceae)
Gattung: Kelchbecherlinge (Sarcoscypha)
Art: Scharlachroter Kelchbecherling
Wissenschaftlicher Name
Sarcoscypha coccinea
(Jacq.) Boudier

Der Scharlachrote Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea), auch Zinnoberroter Kelchbecherling oder Zinnoberroter Prachtbecherling genannt, ist ein Schlauchpilz aus der Familie der Kelchbecherlingsverwandten (Sarcoscyphaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Farbtafel 322 aus Émile Boudiers Tafelwerk „Icones Mycologicae“ (1904)
Der Scharlachrote Kelchbecherling in der Gesamtansicht

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Das auffälligste Merkmal des Scharlachroten Kelchbecherlings ist die stark rot leuchtende Innenwand, die mit der Fruchtschicht überzogen ist. Der Fruchtkörper misst im Durchschnitt 3–5 cm und ist ca. 0,5–2 cm in der Höhe. Des Weiteren besitzt der Fruchtkörper einen weißen Rand an der Ober- und Unterflächengrenze. Die Unterhälfte ist im unteren Teil ganz weiß, im oberen mattrot mit weißen Pigmentierungen. Außerdem befinden sich oftmals haarähnliche Gebilde an der Unterseite. Der Stiel ist ca. 3 cm lang, 4–6 mm dick und verjüngt sich nach unten. Der Scharlachrote Kelchbecherling besitzt keinen eigenen typischen Geruch.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die elliptischen, farblosen Sporen messen 24–35 × 10–14 Mikrometer und beinhalten viele kleine Öltropfen. Die haploiden Ascosporen reifen jeweils zu acht in den Schläuchen heran.[1]

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Der Pilz unterscheidet sich durch winzig kleine Unterschiede von vom Gemeinen Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) und von Sarcoscypha dudleyi.

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten]

Der Scharlachrote Kelchbecherling ist ausschließlich im Pazifischen Nordwesten, Mitteleuropa und in Kalifornien heimisch. Vom Flachland bis zu den unteren Gebirgslagen erstreckt sich das Verbreitungsgebiet. Häufig anzutreffen ist der Pilz in nordamerikanischen Ahornwäldern, man findet ihn aber auch in anderen Wäldern.[2] Oftmals treten die Pilze in Herden auf. Sie wachsen auf am Boden liegenden und teilweise verfaulten und bemoosten Zweigen und Stämmen von Laubbäumen, werden dabei teilweise von diesen bedeckt.[3] Der oftmals bevorzugte Boden ist basisch. Scharlachrote Kelchbecherlinge gelten in ganz Deutschland als selten, in der Roten Liste der gefährdeten Arten besitzen diese den Status "gefährdet". Die Fruchtkörper erscheinen im zeitigen Frühling nach der Schneeschmelze, bei günstiger Witterung auch schon im späten Winter.

Bedeutung[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Sarcoscypha leitet sich von den griechischen Worten σάρξ, σαρκός (sarx, gen. sarkos: Fleisch) und κῦφος (kyphos: Becher) ab. Das Artepitheton coccinea kommt vom lateinischen coccineus: scharlachrot.

Speisewert[Bearbeiten]

Einige Quellen beschreiben den Pilz als genießbar.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lage des Ascus
  2. Verbreitung in Ahornwäldern
  3. Wachstumsstandort
  4. Genießbarkeit des Pilzes

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scharlachroter Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien