Schatten-Segge

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Schatten-Segge
Schatten-Segge (Carex umbrosa)

Schatten-Segge (Carex umbrosa)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Schatten-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex umbrosa
Host

Die Schatten-Segge (Carex umbrosa) ist ein in Mitteleuropa zerstreut vorkommender Angehöriger der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie gehört zu den Verschiedenährigen Seggen, bei denen die Ährchen verschieden gestaltet sind. Das obere oder die obersten enthalten dabei fast immer nur männliche Blüten, während das untere oder die unteren fast immer nur weibliche enthalten.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die steif aufrecht wachsende mehrjährige krautige Pflanze erreicht meist Wuchshöhen zwischen 20 und 50 cm. Sie wächst in dichten Rasen und besitzt keine Ausläufer. Der Stängel ist oft kürzer als die später sehr verlängerten, schlaffen Laubblätter. Diese sind grasgrün gefärbt, steif und etwa 1,5 bis 3 mm breit. Am Rand sind sie oft bis zum Grunde rau. Die untersten Blattscheiden lösen sich in viele grau- bis schwarzbraune Fasern auf und bilden so einen dichten Faserschopf. Die ein bis zwei männlichen Ährchen sind kegelförmig, etwa 10 bis 15 mm lang und oben abgerundet. Die zwei bis drei weiblichen, 7 bis 15 mm langen Ährchen stehen nah zusammen und sind kurz-walzlich geformt. Zumindest das unterste ist kurz gestielt. Der gesamte Blütenstand erreicht meist eine Länge von etwa 3 cm. Das unterste Tragblatt ist häutig, besitzt eine 4 bis 10 mm lange Scheide und eine kurze, rauhe Spreite. Die olivbraunen Deckblätter sind verkehrt-eiförmig, mehr oder weniger gestutzt und durch den auslaufenden, grünen Mittelnerv stachelspitzig. Die 2 bis 3 mm langen Fruchtschläuche sind verkehrt-eiförmig, dicht behaart und besitzen ein kurzes, zylindrisches Schnäbelchen.

Die Schatten-Segge blüht vorwiegend in den Monaten April bis Juni.

Standortansprüche und Verbreitung[Bearbeiten]

Carex umbrosa wächst in Laubwäldern und Borstgrasbeständen. Sie bevorzugt frische, kalkfreie, saure und meist lehmige Böden.

Die Art kommt von den Pyrenäen im Westen, über Mitteleuropa, Nord-Italien, den nördlichen Balkan bis nach Russland vor. Sie ist ein gemäßigt-kontinentales Florenelement.

In Deutschland kommt die Schatten-Segge meist zerstreut im mittleren und südlichen Gebiet vor. Im nördlichen Flachland fehlt sie jedoch. In Österreich und der Schweiz findet man sie in allen Bundesländern bzw. Kantonen zerstreut bis selten.

Standorte und Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Die Schatten-Segge braucht kalk- und mullhaltigen Lehm oder Tonboden in feuchten, oft schattigen Lagen.

Sie besiedelt gerne Laubwälder und Waldwiesen. Sie steigt in den Mittelgebirgen und in den Alpen auf zuweilen oberflächlich entkalkten Böden bis auf etwa 1800 m auf, und sie tritt dann sogar in Borstgrasrasen auf.

In Mitteleuropa ist sie selten; im mitteleuropäischen Tiefland fehlt sie ganz; sonst fehlt sie in größeren Gebieten Mitteleuropas; sie erreicht in Mitteleuropa die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebiets.

Literatur[Bearbeiten]

  • Garcke: Illustrierte Flora, Verlag Paul Parey, 1972, ISBN 3-489-68034-0
  • Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
  • Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
  • Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 5, ISBN 3- 440-08048-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schatten-Segge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder: