Schatthausen

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49.31828.7572Koordinaten: 49° 19′ 6″ N, 8° 45′ 26″ O

Schatthausen
Stadt Wiesloch
Wappen von Schatthausen
Einwohner: 1595 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 31. Januar 1972
Wasserschloss

Wasserschloss

Schatthausen ist ein Dorf im Rhein-Neckar-Kreis im Nordwesten Baden-Württembergs. Es ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Wiesloch und hat 1.595 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2005).

Geografie[Bearbeiten]

Schatthausen liegt an den Rändern des Odenwalds und des Kraichgaus. Nachbargemeinden sind Baiertal im Süden und Gauangelloch im Norden, sowie Meckesheim und Mauer im Osten und Nußloch im Westen. Das Dorf liegt außerdem fünf Kilometer nordöstlich der Kernstadt Wiesloch und etwa 15 Kilometer südöstlich der Universitätsstadt Heidelberg.

Auf Schatthäuser Gemarkung münden der Ochsenbach und der Scherbach in den Gauangelbach. Man unterscheidet zwischen dem Unterdorf im Tal des Gauangelbaches, dem am Scherbach liegenden Oberdorf und dem Neubaugebiet, das sich am Störchelberg erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde unter dem Namen Schadehusen im Jahre 1294 im Zuge eines Hofverkaufes erstmals schriftlich erwähnt. Er unterlag damals der Gerichtsbarkeit des Zentgerichts Meckesheim und war zu dieser Zeit und in der Folge Teil des Herrschaftsgebietes diverser Adels- und Ministerialenfamilien. Als im Jahre 1562 Hans von Sturmfeder das Erbe unter seinen Kindern aufteilte, wurde das an die jüngste Tochter Katharina fallende Gebiet von Schatthausen erstmals als eigene Einheit behandelt.

Seit die Gerichtsbarkeit der Herrschaft Schatthausen im 14. Jahrhundert an Kurpfalz gefallen war, erstritten die adeligen Herren immer wieder Sonderrechte, welche vor Ausbeutung schützen sollten. Im 19. Jahrhundert ging die Herrschaft an das Großherzogtum Baden über und im Jahre 1848 verlor Schatthausen seine letzten Privilegien. Die adelige Herrschaft, die spätestens seit dem 14. Jahrhundert im noch heute existierenden und bewohnten Wasserschloss residierte, verlor damit völlig an politischer Bedeutung.

War Schatthausen im 18. und 19. Jahrhundert ein eher armes Bauerndorf, konnten später mit dem Tabakanbau und der Kalkgewinnung neue Wirtschaftszweige erschlossen werden. So stand von Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein Bergwerk im Kalksteinbruch am Hummelberg in Schatthausen.

Schatthausen besaß vom 14. Mai 1901 bis 1968 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Wiesloch–Meckesheim, der seinen Personenverkehr am 1. Juni 1964 verlor.

Im Zuge der Kreisreform wurde Schatthausen am 31. Januar 1972 nach Wiesloch eingemeindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Für ihre Einwohner hält die Stadt Wiesloch eine Abteilungsfeuerwehr bereit, um den Bevölkerungsschutz optimal zu gewährleisten. Die Freiwillige Feuerwehr Schatthausen besteht neben aktiven Mitgliedern aus einer Altersmannschaft und einer Jugendfeuerwehr. Die Schatthäuser Feuerwehr ist mit einem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6), einem Mehrzweckfahrzeug (MZF) und einem Anhänger ausgerüstet.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Wasserschloss Schatthausen wurde nach 1562 durch die von Bettendorff vermutlich an der Stelle eines früheren Herrensitzes errichtet, später mehrfach umgebaut und durch einen Gutshof erweitert. Die dreiflügelige, dreigeschossige Anlage befindet sich heute im Besitz der Familie Göler von Ravensburg und ist von einem intakten Wassergraben umgeben. Das Schloss kann nicht besichtigt werden.
  • Die evangelische Kirche in der Ortsmitte wurde 1746 bis 1749 an der Stelle eines durch Hochwasser zerstörten Vorgängerbaus errichtet. Unmittelbar darum befinden sich ein Kriegerdenkmal, das evangelische Pfarrhaus und ein moderner Gänsebrunnen - im Oberdorf befindet sich eine Statue eines Esels (dem inoffiziellen Maskottchen/Spitznamensgeber des Dorfes). Die katholische Kirche wurde 1959 an der Stelle einer älteren katholischen Kapelle von 1861 erbaut.

Politik[Bearbeiten]

Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Schatthausen besitzt seit der Eingemeindung 1972 gemäß der baden-württembergischen Gemeindeordnung einen eigenen Ortschaftsrat. Er hat insgesamt 10 Mitglieder und setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 nach Parteien wie folgt zusammen:[1]

Ortsvorsteher ist Fritz Sandritter (Freie Wähler).

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Gold ein schwarzer Anker. Es geht zurück auf ein Siegel von 1764 und wurde 1900 der Gemeinde vom Generallandesarchiv vorgeschlagen. Diese nahm es zwar an, verwendete es aber nicht im Gemeindesiegel. 1955 wurde es daher nochmals offiziell vom Innenministerium verliehen und nun auch die Farben festgelegt, die dem Pfälzer Löwen entlehnt sind. Der Anker wurde möglicherweise aus dem Wappen der Familie von Brüggen hergeleitet. Diese führten einen Dreizack und hatten von 1677 bis 1794 die Ortsherrschaft.

Sport[Bearbeiten]

Mit dem MSC Schatthausen verfügt das Dorf über einen international bedeutenden Fahrrad- und Motorrad-Trial-Verein. Dieser trägt auch hochrangige Wettbewerbe auf dem Gelände des Steinbruches in Schatthausen aus.

Ein weiterer mitgliederstarker Sportverein ist der FC Fortuna Schatthausen, der in mehreren Abteilungen verschiedene Sportarten bedient.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Gaßner: Schatthausen: Eine Vogtherrschaft in der frühen Neuzeit, Universitätsverlag C. Winter Heidelberg, Heidelberg 1994

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schatthausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitglieder des Ortschaftsrats Schatthausen, Stadt Wiesloch, abgerufen 7. Dezember 2011