Schauenburg (Dossenheim)
| Burg Schauenburg | ||
|---|---|---|
| Alternativname(n): | Neu-Schauenburg | |
| Entstehungszeit: | 1100 bis 1200 | |
| Burgentyp: | Höhenburg, Spornlage | |
| Erhaltungszustand: | Ruine | |
| Ständische Stellung: | Adlige, Grafen | |
| Ort: | Dossenheim | |
| Geographische Lage | 49° 27′ 32″ N, 8° 40′ 46″ O49.4588888888898.6794444444444275Koordinaten: 49° 27′ 32″ N, 8° 40′ 46″ O | |
| Höhe: | 275 m ü. NN | |
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Die Burg Schauenburg, auch Neu-Schauenburg genannt, ist eine Burgruine östlich der Gemeinde Dossenheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Die Reste der einstigen Spornburg liegen auf rund 275 Meter über Normalnull in der Nähe des „Ölbergs“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Spornburg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Edelfreien von Schauenburg erbaut, die 1130 erstmals erwähnt wurden. Die Burg wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgebaut.
1460 wurde die Burg von Kurfürst Friedrich I. im Pfälzisch-mainzischen Krieg fünf Tage lang belagert und nach der Übergabe geschleift. Bereits 1750 berichtet der Chronist Wickenburg, er habe auf dem Burgplatz nichts als geringes Mauerwerk und Gräben gesehen.
Seit 1982 finden Sicherungsarbeiten seitens der „Arbeitsgemeinschaft Schauenburg“ statt.
[Bearbeiten] Anlage
Von der ehemaligen Burganlage sind nur noch einige Grundmauern von Ringmauer, Schildmauer, Bergfried (Grundfläche: 10 x 10 Meter), Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Oberburg, sowie Brückenpfeiler des Zugangs zur Vorburg und ein Teil des Halsgrabens erhalten.
Um das unregelmäßige Oval der Kernburg sind die Reste eine Zwingeranlage erkennbar, die sich talwärts zu einer Vorburg erweiterte. Eine vorgelegte zweite Außenmauer wurde durch einen vorspringenden quadratischen Turm gesichert. Die Ringmauer war hier zur Schildmauer verstärkt. Das Haupttor lag wohl im Nordosten der Anlage. Heute betritt man die Anlage an der Westseite, wo sich eine Schautafel befindet.
Der starke Bergfried ist ähnlich wie der Hauptturm der Burg Zwingenberg in den nördlichen Winkel der rechtwinklig gebrochenen Schildmauer eingestellt. Der recht schlanke Turm besaß ebenfalls einen quadratischen Grundriss.
Das größte Gebäude der Kernburg ist im Grundriss erhalten. Es nahm eine Fläche von 20 × 8 m ein und erinnert damit an einen Saalbau. Auf eine komfortablere Ausstattung deuten ein Abortturm sowie Funde von Fußbodenfliesen und Ziegelsteinen hin. Bruchstücke der Fensterkapitelle und -säulen haben sich erhalten, die einfache romanische Formen zeigen.[1]
Die Burganlage war bis ins frühe 20. Jahrhundert durch einige Porphyr-Steinbrüche bedroht, die bis an die Umfassungsmauern vorangetrieben wurden. Im Südosten gelegene Teile der Vorburg wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert abgetragen.
- Erhaltene Baufragmente der Schauenburg bei Dossenheim
[Bearbeiten] Literatur
- Christian Burkhart: "Die Ruine Schauenburg bei Dossenheim a. d. Bergstraße. Geschichte - Verfall - Erhaltung. In: Burgen und Schlösser, Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e.V. für Burgenkunde und Denkmalpflege, Jg. 35, Heft 2. Braubach 1994. S. 65-76.
- Ders.: Die Ruine Schauenburg bei Dossenheim. Vom Umgang mit einem herausragenden Geschichtszeugnis an der badischen Bergstraße im 19. und 20. Jahrhundert. In: Mannheimer Geschichtsblätter, Neue Folge, Bd. 3 (1996). Sigmaringen 1996. S. 69-138.
- Ders.: Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Ruine Schauenburg, Gde. Dossenheim, Rhein-Neckar-Kreis. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2001. Stuttgart 2002. S. 242-246.
- Dietrich Lutz: Baubegleitende Beobachtungen an der Ruine Schauenburg, Gde. Dossenheim, Rhein-Neckar- Kreis. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1994. Stuttgart 1995. S. 269-273.
- Adolf von Oechelhaeuser (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Heidelberg (Kreis Heidelberg). (Die Kunstdenkmäler des Grossherzogtums Baden, Achter Band, Zweite Abteilung), S. 26-28. Tübingen, 1913
- Karl Friedrich Schimper: Burgen und Schlösser im Rhein-Neckar-Dreieck. Alles Wissenswerte über die 128 Burg- und Schloßanlagen in Nordbaden, Südhessen und der Vorderen Pfalz. Schimper, Schwetzingen 1994. ISBN 3-87742-151-2
- Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Verlag Ellen Schmid, Brensbach 1998, ISBN 3-931529-02-9, S. 67f.
- Thomas Steinmetz: Eine Burgenansicht aus dem Kriegsbuch des Philipp Mönch von 1496 – Die Schauenburg bei Dossenheim? In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 29/1, 1982, S. 22–26.
[Bearbeiten] Weblinks
- Ruine Schauenburg bei Dossenheim auf einer Projektseite des Historischen Seminars der Universität Heidelberg
- Burgruine Schauenburg bei burgenreich.de
- Burg Schauenburg bei burgenwelt.de
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Brensbach 1998, S. 67.
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