Schauenstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schauenstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schauenstein
Schauenstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schauenstein hervorgehoben
50.27888888888911.7425606Koordinaten: 50° 17′ N, 11° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schauenstein
Höhe: 606 m ü. NHN
Fläche: 26,66 km²
Einwohner: 2015 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95197
Vorwahl: 09252
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 165
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
95197 Schauenstein
Webpräsenz: www.schauenstein.de
Bürgermeister: Peter Geiser (ÜWG)
Lage der Stadt Schauenstein im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild
Blick von der Hagenmühle in das Selbitztal (Mai 2008)

Schauenstein ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Hof und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schauenstein, der neben der Stadt Schauenstein die Gemeinde Leupoldsgrün angehört.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schauenstein liegt am östlichen Rand des Naturparks Frankenwald. Der Hauptort Schauenstein erhebt sich östlich der Selbitz, die Ortsteile Volkmannsgrün und Uschertsgrün werden von der Selbitz durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Schauenstein besteht aus insgesamt 18 Ortsteilen[2] (Einwohnerzahlen in Klammern, Stand: 31. Dezember 2006):

  • Adlanz (5)
  • Dorschenhammer (4)
  • Finkenflug (5)
  • Hagenmühle (4)
  • Haueisen (28)
  • Kleinschmiedenhammer (0)
  • Lehstenmühle (2)
  • Loh (17)
  • Neudorf (276)
  • Haidengrün (71)
  • Mühldorf (50)
  • Papiermühle (0)
  • Pinzig (5)
  • Schafhof (8)
  • Schauenstein (1313)
  • Uschertsgrün (229)
  • Volkmannsgrün (147)
  • Windischengrün (119)

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1230 wurde Schauenstein erstmals urkundlich erwähnt. 1291 erfolgte die Stadterhebung unter den Rittern von Wolfstriegel. Diese verkauften 1386 den Ort an die Burggrafen von Nürnberg.[3] Das Oberamt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Es fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Schulkinder im DP-Lager Schauenstein 1946

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Schauenstein zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung jüdischer so genannter Displaced Persons (DP). Das Lager wurde von einem Team der UNRRA betreut.[4] In einer ehemaligen Baumwollzwirnerei wurde ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Der SS-Arzt Josef Mengele, der ohne Papiere unterwegs war und falsche Namen benutzte, war dort im Sommer 1945 für einige Wochen interniert.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Neudorf und Volkmannsgrün eingegliedert.[6] Am 1. Mai 1978 kamen Haidengrün und Windischengrün hinzu.[7]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebiet mit damals etwa 40 Einwohnern an die Nachbarstadt Helmbrechts abgetreten.[7]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem 18. Mai 2011 ist Peter Geiser (ÜWG) Bürgermeister.[8]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:[9][10]

2002 2008 2014
CSU 3 3 4
SPD/Wählergemeinschaft (WG) 5 4 4
Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) 6 7 6
Summe 14 14 14

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche vom Marktplatz aus gesehen, mit Schloss im Hintergrund

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Gedenkstein[Bearbeiten]

Auf dem Ortsfriedhof erinnert ein Grabfeld mit Gedenktafel an 31 KZ-Häftlinge, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden und dort begraben sind.[11]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Felsgebilde Wachende Jungfrau und Schlafender Riese gelten als prägende Naturgebilde in Schauenstein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Stadtfest am letzten Mai- oder ersten Juniwochenende
  • Sonnwendfeier und Waldfest des Frankenwaldvereins, zwei Wochen vor dem Schützen- und Wiesenfest
  • Schützen- und Wiesenfest am ersten Juliwochenende (Freitag bis Montag, seit 2012 im zweijährigen Turnus)
  • Weihnachtsmarkt an der Selbitz (im Ortsteil Volkmannsgrün) am dritten Adventssonntag

Literatur[Bearbeiten]

  • 750 Jahre Schauenstein – 550 Jahre Stadt. Festwoche vom 24. Juni bis 3. Juli 1972. Programmheft mit Beiträgen zur Geschichte Schauensteins.
  • Schauenstein und seine Ortsteile, Bilder aus vergangener Zeit, Müller, Selbitz, 2005.
  • Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Naila. Die Kunstdenkmäler von Bayern, Kurzinventare, XVII. Band. Deutscher Kunstverlag. München 1963. S. 55–64.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schauenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Heinrich Gradl: Regesten der von Zedtwitz, Berlin 1884, S. 28, abgerufen am 5. Mai 2014 (PDF)
  4. Schauenstein - Jüdisches DP-Kinder- und Jugendlager / Jewish DP Children's and Youth Center. Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e. V., 5. Mai 2013, abgerufen am 3. Mai 2014.
  5. Elfriede Schneider: Ein Kriegsverbrecher in Schauenstein, Frankenpost, 27. Januar 2014, S. 3
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
  7. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 688.
  8. Bürgermeister. Stadt Schauenstein, abgerufen am 3. Mai 2014.
  9. Bürgermeister, Stadträte, Ortssprecher. Stadt Schauenstein, abgerufen am 3. Mai 2014.
  10. Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des Stadtrates der Stadt Schauenstein am Sonntag, 16. März 2014. Stadt Schauenstein, 28. März 2014, abgerufen am 3. Mai 2014.
  11. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 191