Schauspielmusik

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Die Schauspielmusik ist eine Form der Bühnenmusik und bezeichnet die eingebundene Musik im Theater in der Sparte Schauspiel.

Zweck[Bearbeiten]

Die Verwendung von Schauspielmusik ist im heutigen Theaterverständnis eine grundlegendes Gestaltungsmittel. Es unterstützt die angestrebten Atmosphären und Stimmungen für eine Szene. Durch die zunehmende Vereinfachung zur Verwendung und Weiterverarbeitung von Musik mittels Computer werden hauptsächlich bestehende Musiktitel verwendet, die vom Regisseur ausgewählt werden. Sofern ein Schauspielmusiker an der Produktion beteiligt ist, sorgt er für Auswahl, Zusammenstellung oder auch Komposition für die einzubindende Musik.

Musik zu Bühnenstücken[Bearbeiten]

Im weiteren Sinn bedeutet Bühnenmusik die Musik im Schauspiel (auch Schauspielmusik). Dies können eingestreute Lieder und Chöre für die Darsteller sein, Tanzmusik, Melodramen, Hintergrundmusik, Zwischenspiele für Umbaupausen, früher auch ausgedehnte Ouvertüren und Entractes. Im Unterschied zur Oper wird die Bühnenmusik im Schauspiel für jede Einstudierung neu konzipiert und oft auch komponiert.

Die Komposition und Einrichtung der Bühnenmusik gehörte zu den traditionellen Aufgaben des Theater-Kapellmeisters. Heute haben Bühnenmusiker, die dem Regisseur der Inszenierung unterstellt sind, die Funktion der Theaterkapellmeister übernommen. Aus Kostengründen wird solche Bühnenmusik nur noch selten live gespielt. Sie entspricht oft einer Atmo. Gesangseinlagen im Sprechtheater sind selten geworden.

Im 19. Jahrhundert war die Bühnenmusik im Schauspiel sehr umfangreich und wurde von einem größeren Orchester begleitet, zum Beispiel in den Possen von Johann Nestroy (vgl. Adolf Müller senior).

Viele Musikstücke, die heute im Konzertsaal gespielt werden, sind Bearbeitungen oder Teile von Bühnenmusik, wie die Ouvertüre zu Die Ruinen von Athen von Ludwig van Beethoven (1812, zu dem gleichnamigen Drama von August von Kotzebue), Klärchens Lied „Freudvoll und leidvoll“ und die Ouvertüre aus Egmont von Beethoven (1809, zu dem gleichnamigen Drama von Goethe), die Musik zu Carl Maria von Webers Preziosa und Franz Schuberts Rosamunde, die dänische Königshymne aus Elverhøj von Friedrich Kuhlau (1828, zum Schauspiel von Johan Ludvig Heiberg), die Ouvertüre Dichter und Bauer von Franz von Suppé (zu einem Volksstück von Karl Elmar, 1846) oder Peer Gynt von Edvard Grieg (1875, zu Henrik Ibsens dramatischem Gedicht).

Im noch weiteren Sinn kann der Ausdruck "Bühnenmusik" auch die Oper mit einschließen, etwa wenn zwischen Konzertsaalmusik und den Bühnenwerken eines Komponisten unterschieden wird.

Schauspielmusik an Theatern in Deutschland in der Gegenwart[Bearbeiten]

In der deutschen Theaterlandschaft arbeiten die meisten Musiker für Schauspielproduktionen auf Honorarbasis (gleich dem Regisseur). Die Mehrzahl der deutschen Theater engagieren nach Bedarf und Budget einen Schauspielmusiker für eine Produktion in Absprache mit dem Regisseur. Es gibt in Deutschland einige Theater, die einen angestellten Schauspielmusiker beschäftigen. Dieser wird als Leiter der Schauspielmusik oder Schauspielkapellmeister bezeichnet. Er trägt die Verantwortung für die musikalische Arbeit in der Sparte Schauspiel, ist für die musikalische Bildung des Schauspielensembles zuständig und gestaltet neben dem Theaterbetrieb der großen Bühne zusätzliche Foyer- und Präsentationsprogramme. In einigen kleineren Stadt- und Landestheatern werden Teilbeschäftigte engagiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke
Theater mit institutionalisierter Schauspielmusik

Literatur[Bearbeiten]

  • Margareta Saary: Schauspielmusik. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.
  • Oliver Huck: Von der Silvana zum Freischütz. Die Konzertarien, die Einlagen zu Opern und die Schauspielmusik Carl Maria von Webers. Mainz 1999, ISBN 3-7957-0381-6.
  • Dagmar Beck und Frank Ziegler (Hrsg.): Carl Maria von Weber und die Schauspielmusik seiner Zeit (= Weber-Studien, Bd. 7), Mainz: Schott, 2003
  • Axel Schröter: Musik zu den Schauspielen von August von Kotzebue. Zur Bühnenpraxis während Goethes Leitung des Weimarer Hoftheaters. Studio, Sinzig 2006, ISBN 3-89564-118-9 (Musik und Theater. Band 4).
  • Ursula Kramer: Theater mit Musik. 400 Jahre Schauspielmusik im europäischen Theater. Bedingungen – Strategien – Wahrnehmungen. Bielefeld 2014.

Weblinks[Bearbeiten]