Scheberghan

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شبرغان
Scheberghan
Scheberghan (Afghanistan)
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Koordinaten 36° 40′ N, 65° 45′ O36.66527777777865.752222222222Koordinaten: 36° 40′ N, 65° 45′ O
Basisdaten
Staat Afghanistan

Provinz

Dschuzdschan
Einwohner 43.208 (Berechnung 2012[1])

Scheberghan (Paschtu/Dari: ‏شبرغان‎) ist die Hauptstadt der im nördlichen Afghanistan gelegenen Provinz Dschuzdschan und hat knapp über 43.000 Einwohner (Berechnung 2012).

Scheberghan liegt am Ufer des Darya-ye Safid-Flusses, etwa 130 km westlich von Masar-e Scharif an dem zentralen nationalen Straßenring Herat-Kandahar-Kabul-Masar-e Scharif-Scheberghan-Maimana-Herat.

Geschichte[Bearbeiten]

Scheberghan war einst die Hauptstadt eines unabhängigen Usbekischen Khanats, das nach dem Anglo-Russischen Krieg durch die Grenzvereinbarungen von 1873 an Afghanistan abgetreten wurde.

Scheberghan war Schauplatz des Dascht-i-Leili-Massakers im Dezember 2001 während der US-Invasion Afghanistans, als zwischen 250 und 3.000 (variierend je nach Quelle) Taliban-Gefangene durch Erschießen oder durch Ersticken in LKW-Metallcontainern umkamen, während sie durch Truppen der USA und der Nordallianz von Kunduz nach Scheberghan transportiert wurden.

Scheberghan ist Hochburg des usbekischen Kriegsherrn General Abdul Raschid Dostum, der mit seinem tadschikischen Rivalen General Mohammed Atta um die Kontrolle über Nord-Afghanistan wetteifert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Scheberghan liegt inmitten von landwirtschaftlich genutztem Bewässerungsland.

Seit 1967 wurde hier mit sowjetischer Unterstützung im Khowaja Gogerak-Gasfeld die Ausbeutung von Afghanistans Erdgas-Vorkommen begonnen, 15 km östlich von Scheberghan. Die Vorkommen wurden auf etwa 67 Milliarden m³ geschätzt. Ebenfalls im Jahr 1967 stellten die Sowjets eine 100 km Gaspipeline fertig, die Keleft in der Sowjetunion mit Scheberghan verband.

Scheberghan ist ein wichtiger Standort für die Energieversorgung Afghanistans:

  • Das Zomrad Sai-Ölfeld liegt bei Scheberghan.
  • Die Scheberghan-Ölraffinerie bearbeitet Rohöl für den Gebrauch in Heizkesseln in Kabul, Mazar-e Scharif and Scheberghan.
  • Die Jorqaduk-, Khowaja Gogerak-, und Yatimtaq-Gasfelder liegen im Umkreis von 30 km um Scheberghan.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2012

Weblinks[Bearbeiten]