Scheibenbäuche

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Scheibenbäuche
Liparis fabricii

Liparis fabricii

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Cottioidei
Teilordnung: Groppenverwandte (Cottales)
Familie: Scheibenbäuche
Wissenschaftlicher Name
Liparidae
Scopoli, 1777

Die Scheibenbäuche (Liparidae) sind eine Fischfamilie aus der Gruppe der Groppenverwandten (Cottales). Die 29 Gattungen und über 380 Arten leben in gemäßigten, kalten und arktischen Bereichen von Atlantik und Pazifik von Gezeitentümpeln bis in Tiefen von bis zu 7700 Metern.[1] Über 60 Arten der Scheibenbäuche leben im Südpolarmeer, auf dem Schelf der Antarktis. Sie stellen dort fast ein Drittel der Fischarten.[2] Einzige Arten der Familie in der Nordsee sind der Große Scheibenbauch (Liparis liparis) und der Kleine Scheibenbauch (Liparis montagui).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Bauchflossen sind bei ihnen zu einer Saugscheibe umgebildet. Rücken- und Afterflosse bilden lange Säume. Die Haut ist schuppenlos und schleimig, im Englischen nennt man die Tiere “snailfish” (Schneckenfisch). Die meisten Scheibenbäuche sind sehr kleine Fische und ähneln damit in Form und Schwimmbewegungen einer großen Kaulquappe. Viele Arten erreichen gerade mal eine Länge von vier Zentimetern, die größte Art wird 70 Zentimeter lang. Ihre Farbe ist meist gelbbraun oder rötlich, pelagische Arten sind oft transparent.

Flossenformel: Dorsale 28-82, Anale 24-76

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Scheibenbäuche galten bisher als recht schlechte Schwimmer. Für die Tiefseeformen nahm man an, dass sie sich ähnlich wie die Blobfische der verwandten Familie Psychrolutidae eher langsam fortbewegen, um Energie und Sauerstoff zu sparen. Neuere Forschungserkenntnisse scheinen den Ruf als langsame Fische jedoch zu widerlegen. Vielmehr sind die Tiere sehr aktiv und leben in Gruppen zusammen. Es gibt auch seit kurzem Filmaufnahmen eines japanischen Forschungsteams, die die Tiere direkt bei der Nahrungsaufnahme in knapp 8000 m Tiefe zeigen. Sie ernähren sich dort von Aas. Auch einem britischen Forscherteam gelang es, Filmaufnahmen in einer Tiefe von ungefähr 7700 m von Scheibenbäuchen zu machen.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Die Scheibenbäuche gehören zur Teilordnung der Groppenverwandten (Cottales), sind die Schwestergruppe der Seehasen (Cyclopteridae) und werden mit ihnen in der Überfamilie Cyclopteroidea vereint.

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

möglicherweise Elassodiscus tremebundus,
gefangen im östlichen Beringmeer

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Undersea film reveals deepest fishes. auf: guardian.co.uk, 7. Okt. 2008.
  2. Agnes Dettai, Guillaume Lecointre: In search of notothenioid (Teleostei) relatives. In: Antarctic Science. 16 (1) 2004, S. 71–85 doi:10.1017/S095410200400183X
  3. Sensationelle Aufnahmen: Fische in Rekordmeerestiefe gefilmt. auf: Spiegel Online. 9. Oktober 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scheibenbäuche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien