Scheich Haidar

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Scheich Haidar auch Haidar Safawi (* 1460; † 1488 bei Derbent) war seit 1460 der fünfte Führer des militanten schiitischen Safawiyyaordens. Sein Vater und Vorgänger war Scheich Dschunaid und seine Mutter Chadidscha Begum, die Schwester des Aq Qoyunlu-Herrschers Uzun Hasan. Scheich Haidar selber war mit Halime Alamschah Begom, einer Tochter Uzun Hasans verheiratet. Aus dieser Ehe gingen die drei Söhne Ali Mirza, Ibrahim und Ismail hervor. Diese Heiraten zwischen den Safawiyyaführern und der Dynastie der Aq Qoyunlu hatte eine lange Tradition und führte zu einer Allianz beider Familien. Als die Gegner der Aq Qoyunlu, die Qara Qoyunlu 1467 endgültig besiegt wurden, fing die Allianz langsam an zu bröckeln. Aber Scheich Haidar vermied eine offene Konfrontation mit Uzun Hasan und wandte seine Kräfte gegen die "Ungläubigen" Tscherkessen und Alanen im Kaukasus. Scheich Haidar führte drei Feldzüge gegen sie und zwar in 1483, 1487 und 1488. Jedes Mal musste er dafür das Territorium der Schirwanschahs passieren. Als aber Haidar beim dritten Feldzug das Reich der Schirwanschahs selbst angriff und deren Hauptstadt Şamaxı plünderte, wandte sich der Schirwanschah Farrukh Yassar an den amtierenden Aq Qoyunlu-Herrscher und eigenem Schwiegersohn Yaqub. Zusammen besiegten sie am 9. Juli 1488 Haidar südwestlich der Stadt Derbent und töteten ihn. Sein Vater Dschunaid starb just vor wenigen Jahren am selben Ort.

Die Nachfolge ging auf seinen Sohn Ali Mirza über, der 1494 ebenfalls durch einen Konflikt mit den Aq Qoyunlu ums Leben kam. Dessen jüngerer Bruder Ismail führte den Orden zur Macht, gründete das Safawidenreich und besiegte die Aq Qoyunlu. Er ließ 1509 den Leichnam seines Vaters bergen und nach Ardabil überführen, wo Haidar in einem Mausoleum seine letzte Ruhe fand.

Es wird gesagt, dass die typische Kopfbedeckung der Kizilbasch - Anhänger der Safawiyya - auf Haidar zurückgeht. Er entwarf die rote Kopfbedeckung mit dem zwölf Zwickel, die stellvertretend für die zwölf Imame der Schiiten stehen. Daher wird die Bedeckung auch Tark-e Ḥaydarī (Haydar'scher Helm) genannt.

Literatur[Bearbeiten]