Scheidenvorhof

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Vulva der Frau (Scheidenvorhof durch gepunktete Linie markiert)

Der Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) ist in der Humananatomie der Teil der Vulva, der zwischen den kleinen Schamlippen liegt.

In der Tieranatomie wird der Bereich zwischen Vulva und Scheideneingang, als Scheidenvorhof bezeichnet, die Grenze zwischen Scheide und Scheidenvorhof ist durch die Mündung der Harnröhre definiert. Neben der Mündungsöffnung, Meatus urethrae externus der Harnröhre münden auch die Paraurethraldrüsen (auch Skene-Drüsen genannt), sie sondern im Rahmen der sogenannten weiblichen Ejakulation ein dünnflüssiges Sekret ab.

An dieser Grenze liegt auch das Jungfernhäutchen (Hymen). Die Tüpfelhyäne hat weder Scheidenvorhof noch Schamlippen, bei ihr vereinigen sich Vagina und Harnröhre – ähnlich wie bei männlichen Tieren – zum innerhalb der verlängerten Klitoris verlaufenden Urogenitalkanal.[1]

Anatomie[Bearbeiten]

Der Scheidenvorhof mit den entsprechenden „Mündungsstellen“ für die Vagina, Ostium vaginae, Urethra, Meatus urethrae externus und Skene Drüsen (Paraurethraldrüse)

Um den Scheidenvorhof sind Drüsen lokalisiert, die die Befeuchtung der Vagina gewährleisten, da Letztere selbst drüsenlos ist:

Neben der glatten Muskulatur der Vorhofwand sorgt quergestreifte Muskulatur (Musculus constrictor vestibuli) für den Verschluss des Scheidenvorhofs. Zudem ist bei einigen Spezies (Mensch, Hund, Pferd) in der seitlichen Vorhofswand ein spezielles Schwellgewebe (Bulbus vestibuli) ausgebildet, das dem Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum penis) männlicher Individuen entspricht.

Erkrankungen[Bearbeiten]

Entzündungen des Scheidenvorhofs treten vor allem zusammen mit einer Erkrankung der Scheide (Vulvovaginitis) auf.

Die Junghundvaginitis ist eine recht häufige Erkrankung bei Haushunden vor der ersten Läufigkeit. Sie ist normalerweise auf den Scheidenvorhof begrenzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Gille: Weibliche Geschlechtsorgane. In: F.-V. Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. 2. erweiterte Auflage, Enke, Stuttgart 2008, SBN 978-3-8304-1075-1, S. 379–389.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerald R. Cunha et al: Urogenital System of the Spotted Hyena (Crocuta crocuta Erxleben): A Functional Histological Study. In: Journal of Morpholgy. Mai 2003, 256, Nr. 2, S. 205–218, PMID 12635111.