Scheidenvorhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vulva der Frau (Scheidenvorhof durch gepunktete Linie markiert)

Der Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) ist in der Humananatomie der Teil der Vulva, der zwischen den kleinen Schamlippen liegt.

In der Tieranatomie wird der Bereich zwischen Vulva und Scheideneingang als Scheidenvorhof bezeichnet, die Grenze zwischen Scheide und Scheidenvorhof ist durch die Mündung der Harnröhre definiert. An dieser Grenze liegt auch das Jungfernhäutchen (Hymen). Die Tüpfelhyäne hat weder Scheidenvorhof noch Schamlippen, bei ihr vereinigen sich Vagina und Harnröhre – ähnlich wie bei männlichen Tieren – zum innerhalb der verlängerten Klitoris verlaufenden Urogenitalkanal.[1]

Anatomie[Bearbeiten]

Um den Scheidenvorhof sind Drüsen lokalisiert, die die Befeuchtung der Vagina gewährleisten, da Letztere selbst drüsenlos ist:

Neben der glatten Muskulatur der Vorhofwand sorgt quergestreifte Muskulatur (Musculus constrictor vestibuli) für den Verschluss des Scheidenvorhofs. Zudem ist bei einigen Spezies (Mensch, Hund, Pferd) in der seitlichen Vorhofswand ein spezielles Schwellgewebe (Bulbus vestibuli) ausgebildet, das dem Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum penis) männlicher Individuen entspricht.

Erkrankungen[Bearbeiten]

Entzündungen des Scheidenvorhofs treten vor allem zusammen mit einer Erkrankung der Scheide (Vulvovaginitis) auf.

Die Junghundvaginitis ist eine recht häufige Erkrankung bei Haushunden vor der ersten Läufigkeit. Sie ist normalerweise auf den Scheidenvorhof begrenzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Gille: Weibliche Geschlechtsorgane. In: F.-V. Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart,2. erw. Aufl. 2008, S. 379–389. ISBN 978-3-8304-1075-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerald R. Cunha et al: Urogenital System of the Spotted Hyena (Crocuta crocuta Erxleben): A Functional Histological Study. In: Journal of Morpholgy 256 (2003), S. 205–218.