Scheinkrokusse

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Scheinkrokusse
Großblütiger Scheinkrokus (Romulea bulbocodium)

Großblütiger Scheinkrokus (Romulea bulbocodium)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Crocoideae
Gattung: Scheinkrokusse
Wissenschaftlicher Name
Romulea
Maratti

Die Scheinkrokusse (Romulea), auch Sandkrokusse genannt, sind eine Pflanzengattung der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die Gattung besteht aus etwa (80 bis) 90 Arten. Der Gattungsname Romulea ist vom Gründer Roms Romulus abgeleitet; die Typusart wächst rund um Rom.

Beschreibung[Bearbeiten]

Romulea-Arten wachsen als laubabwerfende oder seltener immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden sehr unterschiedlich geformte Knollen mit je nach Art unterschiedlichen Umhüllungen („Tunika“) als Überdauerungsorgane aus. Die grundständigen, einfachen Laubblätter sind unifacial, linealisch bis fadenförmig und parallelnervig mit meist zwei Rillen (mehr Rillen gibt es nur bei den beiden Arten der Serie Aquaticae). Der Blattrand ist glatt.

Die nur kurzen, verzweigten, ährigen Blütenstände ragen oft nicht über die Erdoberfläche hinaus und enthalten eine Blüte je Verzweigung. Die Tragblätter besitzen einen häutigen Rand. Es sind zwei ledrige, grüne Deckblätter je Blüte vorhanden. Die Blüten duften meist nicht. Die ungestielten Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs fast gleich geformten Blütenhüllblätter sind kurz glockenförmig verwachsen. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von meist weiß über gelb bis orangefarben (orange-braun) oder rosafarben. Es ist nur ein Kreis mit drei meist freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit 20 bis 50 Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der Griffel endet in meist sechs, selten drei Narbenästen.

Bei vielen Arten wächst der Stängel nach der Befruchtung bis zur Fruchtreife und ragt dann über die Erdoberfläche hinaus. Die dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten 20 bis 100 Samen. Die ungeflügelten, kugeligen Samen sind hell bis dunkel braun und meist glatt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Romulea-Arten sind beheimatet im atlantischen Europa und im Mittelmeergebiet, in Ostafrika, auf der Arabischen Halbinsel, auf Socotra, im tropischen Afrika (drei Arten: Romulea camerooniana, Romulea congoensis und Romulea fischeri) und in Südafrika. Etwa 15 Arten kommen im Mittelmeergebiet, in Westeuropa, auf den Kanaren, Madeira und den Azoren vor. Etwa 73 Arten sind in der Capensis zu finden, hauptsächlich in Gebieten mit Winterregen.

Großblütiger Scheinkrokus (Romulea bulbocodium)
Kanaren-Scheinkrokus (Romulea grandiscapa Baker)
Griechischer Scheinkrokus (Romulea linaresii)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Romulea gehört zur Tribus Croceae (Syn.: Ixieae) in der Unterfamilie der Crocoideae. Ein Synonym für Romulea Maratti ist: Trichonema Ker Gawl. [1]

Die Gattung wird gegliedert in zwei Untergattungen mit sechs Sektionen und Serien und enthält etwa (80 bis) 90 Arten:

Verwendung[Bearbeiten]

Sorten von Romulea bulbocodium werden als Zierpflanzen verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  • Peter Goldblatt: Romulea. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 407., online.
  • J. Gathe: Romulea. In: Western Australian Herbarium (Hrsg.): FloraBase. The Western Australian Flora. Department of Environment and Conservation 2008, online.
  • John C. Manning, Peter Goldblatt: A synoptic review of Romulea (Iridaceae: Crocoideae) in sub-Saharan Africa, the Arabian Peninsula and Socotra including new species, biological notes, and a new infrageneric classification. In: Adansonia, 3ème Série. Band 23, Nr. 1, 2001, S. 59–108, PDF-Datei.
  • John C. Manning, Peter Goldblatt, Dee A. Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs. Timber Press, Portland 2002, ISBN 0-88192-547-0.
  • Peter Goldblatt, Peter Bernhardt, John C. Manning: Floral biology of Romulea (Iridaceae: Crocoideae): a progression from a generalist to a specialist pollination system. In Adansonia, 3ème Série. Band 24, Nr. 2, 2002, S. 243–262, PDF-Datei.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band. 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Romulea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. C. Barker: World Checklist of Iridaceae: Romulea. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, 2010. Internet-Veröffentlichung, Zugriff am 23. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scheinkrokusse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien