Schelle (Musikinstrument)

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Schellenmacher um 1568
Altarschellen
Gschell-Narr bei der Rottweiler Fasnet

Als Schelle oder Tintinnabulum bezeichnet man eine Glocke, die aus hart geschlagenem Messing- oder Silberblech geformt oder aus Glockenmetall gegossen wurde.

Schellen wurden als Schmuck an Plattenpanzern, Wehrgehängen und für Schlittengeläute gebraucht. Auch als Kleiderzierrat werden Schellen verwendet, beispielsweise bei der Schellentracht und auch bei einigen Figuren der alemannischen Fastnacht. Zahlreiche kleinere Schellen schmücken auch den hauptsächlich von Karnevalsvereinen oder in der Militärmusik verwendeten Schellenbaum.

In der Liturgie des Römischen Ritus läuten Ministranten zu bestimmten Anlässen im Gottesdienst mit den Altarschellen (auch nur Schellen genannt): zur Wandlung in der Heiligen Messe und bei der Erteilung des sakramentalen Segens. In früheren Jahren ging in ländlichen Gebieten bei einem Versehgang der Priester in Begleitung eines Ministranten in Chorkleidung zum Haus des Kranken, der Ministrant trug ein Licht und eine kleine Schelle, um Entgegenkommende auf die Gegenwart des Allerheiligsten aufmerksam zu machen.

Dieser Verwendung entspricht in den katholischen und autokephalen Gottesdiensten des antiochenischen Ritus das mit Glöckchen besetzte Rhipidion, das hier bei jeder Messe die wichtigsten Augenblicke visuell und akustisch hervorhebt.

Literatur[Bearbeiten]