Schenkenberg (Groß Kreutz)

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52.39055555555612.71111111111154Koordinaten: 52° 23′ 26″ N, 12° 42′ 40″ O

Schenkenberg
Höhe: 54 m
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14550
Vorwahl: 033207
Denkmalgeschützte Schule in Schenkenberg
Ansichtskarte von 1938, versandt mit Posthilfsstempel Schenkenberg über Brandenburg (Havel)
Ansichtskarte von 1966, Verlag KONSUM FOKU Magdeburg

Schenkenberg ist seit dem 26. Oktober 2003 ein Ortsteil der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) in Brandenburg.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Schenkenberg ist eine sehr junge Siedlung und bestand 75 Jahre lang als eigenständige Gemeinde. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1827 für ein Vorwerk zwischen Jeserig und Trechwitz. Die Gemeinde wurde am Reißbrett entworfen. Der Aufbau der Siedlung begann 1925 und bereits ein Jahr später wurden die ersten Häuser bezogen. 1928 wurde die Landgemeinde Schenkenberg offiziell gegründet. Gleichzeitig entstanden Freiwillige Feuerwehr, Sportverein und Kirchengemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schenkenberg Teil der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR. Nach dem Ende der DDR gab es für Schenkenberg die stärkste Erweiterung, den Bau der Kirschbergsiedlung. Die Einwohnerzahl verdreifachte sich innerhalb weniger Jahre. Heute leben in Schenkenberg mehr als 1500 Menschen.

Optischer Telegraf[Bearbeiten]

1833 wurde auf dem höchsten Punkt der Grundmoränenlandschaft auf 57m üNN an der Straße neben dem ehemaligen Schulgebäude eine optische Telegrafenstation der Linie BERLIN – KOBLENZ, errichtet. Das stellte damals „Hochtechnologie“ der Fernmeldekommunikation dar. Nur 15 Jahre war dieser optische Telegraf in Betrieb und wurde dann vom Fortschritt der Drahttelegrafie, dem Morse-Telegraf verdrängt.

Siedler[Bearbeiten]

Am Ende des I. Weltkrieges kamen Deutschstämmige, die aus ihrer östlichen Heimat Polen, Ukraine, Russland vertrieben wurden nach Deutschland. Um einen Teil dieser Menschen zu versorgen, wurden Aufsiedlungen geplant. Siedlungsgesellschaften sollten den Neusiedlern günstig Land und Kredite zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe sie sich selbst ernähren konnten. So auch auf dem Gebiet des heutigen Schenkenberg. Der Verkauf lief schleppend und die Besitzer wechselten häufig, da die Neusiedler nicht alle mit Gartenbau und Kleintierzucht zu recht kamen. Mit dem Aufbau der Siedlung wird gleichzeitig eine Verkaufsorganisation für den Absatz der gärtnerischen Produkte geschaffen. Jeder Siedler verpflichtet sich mit dem Rentengutsvertrag (Grundstückskaufvertrag) zum Eintritt in die Absatzgenossenschaft.

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft[Bearbeiten]

Ende der 50er Jahre wird Druck auf die Einzelbauern ausgeübt, in die LPG einzutreten, um die „sozialistische Entwicklung“ voranzutreiben. In den 1970er Jahren werden die Strukturen der landwirtschaftlichen Betriebe ständig „vervollkommnet“. Später gibt es neben dem genossenschaftlichen Garten- und Obstbau viele private Initiativen zur Erzeugung von Lebensmitteln, was man an den Folienzelten erkennen kann.

Kirschbergsiedlung[Bearbeiten]

Mit der Wende werden die großen Obstanbauflächen mit Stilllegungsprämien gerodet. Es setzt eine rege Bautätigkeit von Einfamilienhäusern ein. Neben der Kirschbergsiedlung entsteht eine große Zahl von Einfamilienhäusern zwischen den Neusiedlerhäusern. Die Einwohnerzahl steigt von 600 seit den 1930er Jahren auf über 1.600.

Sport[Bearbeiten]

Der 1928 gegründete Sportverein Empor Schenkenberg ist die überragende Säule bürgerschaftlichen Engagements weit über das Dorf hinaus. Empor Schenkenberg wird 1968/69 Fußball-Kreismeister.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Rappaport: „Historische Ansichten Gemeinde Groß Kreutz. Detmold: Boken-Verlag, 2009. ISBN 3-935454-05-8
  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Weblinks[Bearbeiten]