Schenkendöbern

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schenkendöbern führt kein Wappen
Schenkendöbern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schenkendöbern hervorgehoben
51.95833333333314.63333333333351Koordinaten: 51° 57′ N, 14° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 215,03 km²
Einwohner: 3732 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03172
Vorwahlen: 03561, 035691, 035692, 035693, 033671
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 337
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile und 3 Wohngebiete
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeallee 45
03172 Schenkendöbern
Webpräsenz: www.schenkendoebern.de
Bürgermeister: Peter Jeschke (CDU)
Lage der Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße
Burg Briesen Dissen-Striesow Döbern Drachhausen Drehnow Drebkau Felixsee Forst Groß Schacksdorf-Simmersdorf Guben Guhrow Heinersbrück Hornow-Wadelsdorf Jämlitz-Klein Düben Jänschwalde Kolkwitz Neiße-Malxetal Neuhausen Peitz Schenkendöbern Schmogrow-Fehrow Spremberg Tauer Teichland Tschernitz Turnow-Preilack Welzow Werben WiesengrundKarte
Über dieses Bild

Schenkendöbern (niedersorbisch Derbno) ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg.

Die drei im Süden der Gemeinde gelegenen Ortsteile Atterwasch, Grabko und Kerkwitz sind gegenwärtig durch die von Vattenfall Europe beantragte Erweiterung des Braunkohletagebaus Jänschwalde-Nord von der Abbaggerung bedroht.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile: Atterwasch (Wótšowaš), Bärenklau (Barklawa), Grabko (Grabk), Grano (Granow), Groß Drewitz, Groß Gastrose (Gósćeraz), Kerkwitz (Kerkojce), Krayne (Krajna), Lauschütz (Łužyca), Lübbinchen (Lubink), Pinnow (Pynow), Reicherskreuz (Rychartojce), Schenkendöbern (Derbno), Sembten (Semtyń), Staakow (Stoki) und Taubendorf (Dubojce).

Wohngebiete: Wilschwitz (Wolšnica; zum Ortsteil Schenkendöbern), Klein Gastrose (Mały Gósćeraz; zum Ortsteil Groß Gastrose), Albertinenaue (zum Ortsteil Taubendorf)

Geschichte[Bearbeiten]

14. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Kirche in Pinnow

Der Ort Krayne mit 184 Einwohnern (Stand: 2004) wurde im Jahr 1465 erstmals urkundlich erwähnt. Im selben Jahr ist auch von einem Ort namens Schenkendobir die Rede. Die Bezeichnung setzt sich aus „Schenken“ und dem sorbischen „Döbern“ (Dubrawa, deutsch: Eichenwald) zusammen, was auf die Lage des Orts in einer feuchten Talmulde an einem Waldstück hindeutet. Unklar ist, ob „Schenken“ auf ein wohlhabendes Geschlecht der Schenken von Landsberg zurückzuführen ist. Der Ort war mit einem aus dem Mittelalter stammenden Schloss verbunden, der zur Herrschaft Schenkendorf gehörte, die wiederum im Besitz der Herren von Wesenburg stand. Um 1480 wurden Teile des Ortes an die Stadt Guben verkauft und wechselten von dort vor bereits neun Jahre später an den Landvogt Nickel von Köckritz, der die Gemeinde wiederum 1512 an den Johanniterorden verkaufte. Dort sollte sie bis zur Auflösung des Ordens 1811 in Besitz bleiben. In diesen Jahrhunderten wurde in geringem Umfang Handel über die Fernstraße von Guben über Lieberose und Lübben bis nach Leipzig getrieben. Daneben war die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Gemeinde. Die Bauern kultivierten Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen, Lein, Erbsen, Hirse und Hanf, ab 1790 auch Hopfen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wird die Kartoffel angebaut. Ab 1520 wird eine Gastwirtschaft, bis 1750 eine Wasserburg erwähnt.[2]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Gut wechselt mehrfach den Besitzer, bis es 1917 von der Familie Vorsteher zu einem Landwirtschaftsbetrieb mit Viehzucht und Molkerei ausgebaut wird. Ab 1924 werden Flaschenmilch sowie weitere Molkereiprodukte nach Guben verkauft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Vorsteher durch die Auswirkungen der Bodenreform enteignet. Das Gebäude wird von Umsiedlern bewohnt, später als Bürgermeisteramt, LPG-Küche und -Büro genutzt.[3] Die umliegenden Flächen wurden an Bauern und Umsiedler verteilt. Bis 1960 entstehen insgesamt vier LPGs, darüber am Ochsenberg ein Rinderkombinat und im Schenkendöberner Vorwerk ein Schweinestall. Bis 1969 wuchs die KAP „F 97“ auf sieben LPGs an – mit Groß Gastroße 1976 die letzte verbliebene LPG. In diesem Jahr wird die LPG in eine Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) mit dem Namen „Wilhelm Pieck“ umbenannt. Sie umfasst bis zur Wiedervereinigung eine Fläche von 6600 Hektar Ackerland und Wiese. 1989 trennte sich Groß Gastrose von Schenkendöbern; ein Jahr später Groß Drewitz.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1928 wurde der Ortsteil Wilschwitz eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss von sechs bis dahin selbständigen Gemeinden.[4] Die Vorgängergemeinden hatten sich im Jahr 1998 teilweise bereits aus mehreren Gemeinden zusammengeschlossen[5], nachdem Schenkendöbern 1997 zum neuen Verwaltungssitz des Amtes erklärt wurde.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Atterwasch 26. Oktober 2003
Bärenklau 26. Oktober 2003
Gastrose-Kerkwitz 26. Oktober 2003
Grabko 26. Oktober 2003
Grano 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Groß Drewitz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Groß Gastrose 28. Mai 1998 Zusammenschluss mit Kerkwitz zu Gastrose-Kerkwitz
Kerkwitz 28. Mai 1998 Zusammenschluss mit Groß Gastrose zu Gastrose-Kerkwitz
Klein Gastrose 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Groß Gastrose
Krayne 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Lauschütz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Lübbinchen 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Lutzketal 26. Oktober 2003
Pinnow 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Pinnow-Heideland 26. Oktober 2003
Reicherskreuz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Schenkendöbern 31. Dezember 1998
26. Oktober 2003
Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal,
Bildung der neuen Gemeinde
Sembten 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Staakow 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Taubendorf 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Groß Gastrose

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Schenkendöbern:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013 [6].
Jahr Einwohner
1875 4 674
1890 4 259
1910 4 286
1925 4 459
1933 4 616
1939 4 314
1946 6 671
1950 6 484
1964 5 225
1971 4 791
Jahr Einwohner
1981 4 170
1985 4 037
1989 3 952
1990 3 904
1991 3 859
1992 3 812
1993 3 833
1994 3 970
1995 4 120
1996 4 262
Jahr Einwohner
1997 4 428
1998 4 598
1999 4 610
2000 4 545
2001 4 510
2002 4 457
2003 4 457
2004 4 370
2005 4 264
2006 4 198
Jahr Einwohner
2007 4 142
2008 4 139
2009 4 062
2010 3 942
2011 3 860
2012 3 782
2013 3 732

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat der Legislaturperiode 2008–2014[Bearbeiten]

  • CDU 4 Sitze
  • WG Heimat und Zukunft – Hier 3 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • WG L u. U 1 Sitz
  • WG Pinow-Heideland 1 Sitz
  • WG Feuerwehr 1 Sitz
  • Einzelbewerber 2 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schenkendöbern und in der Liste der Bodendenkmale in Schenkendöbern stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Naturparks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Der südliche Teil des Naturparks Schlaubetal liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Schenkendöbern. Zwischen Reicherskreuz, Staakow und Pinnow liegt die Reicherskreuzer Heide. Südlich und westlich des Pinnower Sees liegt das Naturschutzgebiet Pinnower Läuche und Tauersche Eichen.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Ehrenmal für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Wald südwestlich von Kerkwitz entlang des Waldweges nach Grabko, die an die wahrscheinlich sehr zahlreichen Toten eines Kriegsgefangenenlagers erinnern, dessen Geschichte noch der Aufarbeitung harrt.

Reicherskreuz[Bearbeiten]

Das Dorf besteht aus einem geschlossenen Ensemble von Waldarbeiterhäusern, die überwiegend aus Feldsteinen gebaut worden sind. Es steht unter Denkmalschutz (Flächendenkmal). Sehenswert ist auch die Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert. In den Wäldern rund um das Dorf, wo man heute das Holz herholt, schoss früher die sowjetische Armee. Tatsächlich rollten in Reicherskreuz noch bis zur Wende sowjetische Panzer mitten durchs Dorf. Daher bekam der Ort auch erst sehr spät eine richtige Dorfstraße. Weiter rollten die Panzer auch quer durch die sehenswerte Reicherskreuzer Heide, welche sich zwischen Pinnow und Reicherskreuz befindet und einen Aussichtsturm besitzt, von dem man einen Überblick über die gesamte Heidelandschaft hat. Das Heide-Gebiet ist durch die jahrelange militärische Nutzung noch immer munitionsverseucht, weshalb man die befestigten Wege nicht verlassen sollte. Das Dorf ist von allen Seiten durch den Wald erreichbar. Reicherskreuz besitzt zur Zeit ca. 54 Einwohner.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Chronik Schenkendöbern, Webseite der Gemeinde Schenkendöbern, abgerufen am 3. Juli 2013.
  3. Manfred Wille: Die Vertriebenen in der SBZ, DDR. 1. Ankunft und Aufnahme 1945. Otto Harrassowitz Verlag, 1996, ISBN 978-3-447-03833-1, S. 38– (Zugriff am 4. Juli 2013).
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  6. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schenkendöbern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien