Schenkenfelden

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde. Den Ort ebenda siehe Schenkenfelden (Gemeinde Schenkenfelden).
Schenkenfelden
Wappen von Schenkenfelden
Schenkenfelden (Österreich)
Schenkenfelden
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Urfahr-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: UU
Hauptort: Schenkenfelden
Fläche: 25,87 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 14° 22′ O48.50027777777814.362777777778734Koordinaten: 48° 30′ 1″ N, 14° 21′ 46″ O
Höhe: 734 m ü. A.
Einwohner: 1.573 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 4192
Vorwahl: 07214
Gemeindekennziffer: 4 16 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 1
4192 Schenkenfelden
Website: www.schenkenfelden.at
Politik
Bürgermeister: Karl Winkler (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
15
4
15 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Schenkenfelden im Bezirk Urfahr-Umgebung
Alberndorf in der Riedmark Altenberg bei Linz Bad Leonfelden Eidenberg Engerwitzdorf Feldkirchen an der Donau Gallneukirchen Goldwörth Gramastetten Haibach im Mühlkreis Hellmonsödt Herzogsdorf Kirchschlag bei Linz Lichtenberg Linz Oberneukirchen Ottenschlag im Mühlkreis Ottensheim Puchenau Reichenau im Mühlkreis Reichenthal Schenkenfelden Sonnberg im Mühlkreis St. Gotthard im Mühlkreis Steyregg Vorderweißenbach Walding Zwettl an der Rodl OberösterreichLage der Gemeinde Schenkenfelden im Bezirk Urfahr-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schenkenfelden ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im Mühlviertel mit 1573 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde gehörte bis 2012 zum Gerichtsbezirk Leonfelden und ist seit dem 1. Jänner 2013 Teil des Gerichtsbezirks Freistadt.

Geografie[Bearbeiten]

Schenkenfelden liegt auf etwa 750 m Höhe unweit der Grenze zu Böhmen, Tschechien.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Vyšší Brod (CZ) Reichenthal
Bad Leonfelden Nachbargemeinden Waldburg
Reichenau im Mühlkreis Ottenschlag im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis

Landschaftsstruktur[Bearbeiten]

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,3 km und von West nach Ost 6,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 25,87 km². Durch den Ort Schenkenfelden fließt der Kettenbach (Stegmühlbach, Větší Vltavice), der nicht wie im Mühlviertel üblich zur Donau, sondern zur Moldau nach Tschechien fließt. Der Bach liegt also nördlich der Europäischen Wasserscheide und das Gemeindegebiet gehört teilweise zum Einzugsgebiet der Elbe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Katastralgemeinden sind Königschlag, Lichtenstein und Schenkenfelden.
Die sieben Ortschaften sind:

Der einzige Zählsprengel ist Schenkenfelden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Bronzefunde des Mühlviertels wurden in Schenkenfelden, Gallneukirchen und Engerwitzdorf gefunden. Es handelt sich in Schenkenfelden um eine mittelständige Lappenaxt aus der jüngeren Bronzezeit und ein jungsteinzeitliches Flachbeil aus Serpentin, gefunden nahe dem Bannwald (Panholz). Sie lassen vermuten, dass es schon sehr früh zu einer Siedlungstätigkeit in der Gegend von Schenkenfelden kam (1500–1000 v. Chr.).

Erst im 13. Jahrhundert wird Schenkenfelden erstmals urkundlich erwähnt. Über die Entstehung des Ortsnamens besteht eine volkstümliche Deutung:
„Es war vor vielen hundert Jahren: Zwischen Leonfelden und Freistadt holpert ein Wagenzug durch den finsteren Nordwald. Fuhrleute sind's, die ihre Waren von der Donau nach Böhmen bringen. Endlich erreichen sie eine Lichtung im Wald. Ein einziges Haus auf freiem Feld - eine Schenke lädt zur Einkehr. Die Fuhrleute nennen diese Raststätte Die Schenke im Feld.“[1]

Durch die Pfarrentwicklung im Mühlviertel wurde für die seelsorgliche Betreuung die Pfarre Neumarkt im Mühlkreis eingesetzt, und zu deren Filialpfarren mit Pfarr- oder Begräbnisrecht zählte unter anderem auch Schenkenfelden. Diese wird 1296 erstmals in einem Ablassbrief vom damaligen Bischof von Passau erwähnt, und auch in einem alten Taufbuch wird davon berichtet, dass es schon vor der jetzigen Kirche derer zwei gegeben haben soll. Auch der Historische Atlas verweist auf eine bereits bestehende Kirche im Jahr 1270. Von den Anfängen der heutigen Kirche weiß man nur von der Portalsetzung im Jahr 1525, da diese Jahreszahl über dem Haupteingang in Stein gemeißelt ist.

Laut einer Urkunde vom 29. November 1356 ist Schenkenfelden ein freier, kaiserlicher Markt, und 1492 bestätigt Kaiser Friedrich dem Markt Schenkenfelden das Privileg, einen Wochenmarkt an jedem Mittwoch abzuhalten. Als Folge von Religionskriegen und des Dreißigjährigen Kriegs erleidet die Bevölkerung im Mühlviertel großes Leid, und infolge dessen kommt es in weiten Teilen Oberösterreichs zu Bauernaufständen, so auch um Schenkenfelden. Am 29. Mai 1626 begann die Belagerung von Freistadt durch ein Bauernheer. Hauptsächlich Bauern aus der näheren Umgebung beteiligten sich an der Belagerung. Die Stadt wurde eingenommen, jedoch bald wieder von den Kaiserlichen unter Oberst Breuner zurückerobert. Am 31. August fand einer der letzten größeren Kämpfe nördlich der Donau bei Königschlag auf einem Feld beim Miesenwald statt. Heute erinnert eine Gedenkstätte (Hofbauernmarterl) an diese Schlacht, bei der an die 500 Bauern den Tod fanden oder in Gefangenschaft gerieten.

Am 4. März 1877 wurde die Freiwillige Feuerwehr Schenkenfelden durch Bürgermeister Laurenz Benischek gegründet. Erster Kommandant wurde Franz Steffan.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
2012 1.535
2001 1.507
1991 1.343

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2009:[2]

Bürgermeister ist Karl Winkler (ÖVP).[3]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at schenkenfelden.png
Wappen von Freistadt

Blasonierung:

Gespalten; rechts in Rot ein silberner Balken, links in Gold eine silberne Schenkkanne mit großem Bauch und engem Hals samt einem etwas erhöhten Deckel und hinter sich gekehrtem Henkel.“

Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot.

Das redende Wappenbild ist eine volkstümliche Versinnbildlichung des Ortsnamens (zu Schenke, Landgasthaus). Das rot-weiß-rote Feld deutet auf die damalige Zugehörigkeit des Marktes zum landesfürstlichen Freistädter Herrschaftsbereich (Freistadt ist die einzige Gemeinde, die den österreichischen Bindenschild als solchen führt).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • UngarnUngarn Gyula: Seit dem 17. Dezember 1996 ist Schenkenfelden mit der ungarischen Stadt Gyula durch einen Partnerschaftsvertrag verbunden.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Windenergie[Bearbeiten]

Seit 1998 besteht hier als dritter Windpark Oberösterreichs der Windpark Schenkenfelden. Mit dem Windmasterplan Oberösterreich 2011 wurde bei Lichtenstein der Vorrangzonenstandortraum Hirschbach im Mühlkreis ausgewiesen, hier wird wohl ein weiterer Windpark entstehen.[5] Außerdem ist ein weiterer Windpark am Steinberg im Königschlag in Diskussion.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schenkenfelden

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Wappen der Harruckern
  • Johann Georg Freiherr von Harruckern (1664–1742), Harrucker war Sohn eines Webers aus Schenkenfelden, bekam die Möglichkeit eines Studiums und wurde schließlich Verpflegungskommissar unter Prinz Eugen. Als Anerkennung für seine Leistungen erhielt er als Reichsritter Ländereien in Ungarn von etwa 8.000 Joch. Seine Beisetzung erfolgte im Stephansdom in Wien. Schenkenfelden verdankt ihm den Bau der Kreuzwegstationen und der Kalvarienbergkirche.
  • Anton Schiesser, Edler von Reifegg (1863–1926), als Offizier der österr. Armee erhielt er in Italien das Adelsprädikat „Edler von Reifegg“ für die erfolgreiche Verteidigung der Festung Riva. Eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus Markt 30 erinnert an den großen Schenkenfeldener.
  • Josef Leitner (1906–1980), von Beruf zuerst Landwirt, später Leiter der Raiffeisenkasse Schenkenfelden und von 1949–1978 Bürgermeister. Bedeutende Einrichtungen fallen in seine Amtszeit: Ortswasserleitung, Ortskanalisation, Marktplatzgestaltung und Volksschulneubau. Josef Leitner wurde auch die Goldene Medaille für die Verdienste der Republik Österreich und ein Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Andeßner (*1924), Prälat Andeßner wurde im Jahre 1983 die Ehrenbürgerschaft von Schenkenfelden verliehen. Die Kirchenrenovierung und der Bau des Pfarrheimes zählen ebenso zu seinen Verdiensten, wie die Restaurierung der Kreuzwegstationen, der Kalvarienbergkirche und des Friedhofes. Sehr eingesetzt hat er sich auch für die Errichtung einer Wohnstraße entlang der Kreuzwegstationen.
  • Johann Gutenbrunner (1926–1993), seit 1946 war der Ehrenbürger im Gemeindedienst, seit 1956 als Gemeindesekretär für Schenkenfelden tätig. Die Ehrenbürgerschaft wurde ihm für seine Verdienste um die Mitmenschen und für seine langjährige Arbeit in der Gemeindestube verliehen. Er war Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich.
  • Johannes Fellinger (* 1959), Konsulent Primar Dr. Fellinger war Initiator des Sozialprojektes „Lebenswelt Schenkenfelden". Diese Einrichtung wurde 1999 eröffnet und bietet mehrfachbehinderten Gehörlosen und Taubblinden eine Arbeits- und Wohnstätte. Dr. Fellinger stellte das Gerstlhaus kostenlos für dieses Projekt zur Verfügung. Für diese Verdienste wurde er am 30. September 2001 zum Ehrenbürger von Schenkenfelden ernannt.
  • Josef Ackerl (* 1946), Landesrat Ackerl hat sich als Sozialreferent des Landes OÖ. für den Aufbau der Lebenswelt Schenkenfelden verdient gemacht. Er unterstützte das Projekt finanziell und brachte viel Engagement auf. Aus diesem Grund wurde er am 30. September 2001 zum Ehrenbürger von Schenkenfelden ernannt.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schenkenfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitat nach unbekannter Quelle
  2. Land Oberösterreich: Schenkenfelden: Detailergebnisse der Gemeinderatswahl 2009, land-oberoesterreich.gv.at, abgerufen am 7. Juli 2011.
  3. Bürgermeister, auf Schenkenfelden.at
  4. Wissenswertes, Website Gemeinde Schenkenfelden
  5. Windkraftmasterplan Oberösterreich. Amt der Oö. Landesregierung – Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft – Abteilung Umweltschutz: land-oberoesterreich.gv.at > Umwelt > Energie
  6. Windpark in Schenkenfelden geplant, ooe.orf.at, 17. August 2011;
    Lostag für Windpark Schenkenfelden: Gemeinde berät über Flächenwidmung. In: OÖ Nachrichten online, 22. April 2013;
    Gernot Fohler: Neuer Anlauf für Windpark Schenkenfelden – Gegner gehen auf die Straße. In: Bezirksrundschau. online, meinbezirk.at, 22. April 2013.
  7. Johannes Fellinger, in: Webpräsenz von Regiowiki.at