Scherz AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Scherzf zu vermeiden.
Scherz
Wappen von Scherz
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4113i1f3f4
Postleitzahl: 5246
Koordinaten: 656375 / 25558247.448618.186113408Koordinaten: 47° 26′ 55″ N, 8° 11′ 10″ O; CH1903: 656375 / 255582
Höhe: 408 m ü. M.
Fläche: 3.30 km²
Einwohner: 652 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 198 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 9,5 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.scherz.ch
Blick auf Scherz von der Habsburg aus

Blick auf Scherz von der Habsburg aus

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Dorfzentrum von Scherz
Gasthof Löwen Scherz

Scherz (schweizerdeutsch: ʃæːrts)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt knapp vier Kilometer südsüdwestlich des Bezirkshauptorts.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in einer Mulde am westlichen Rand des flachen Birrfelds. Gegen Norden in Richtung Habsburg steigt die Ebene leicht an. Die westliche Gemeindegrenze verläuft exakt an einer Geländekante entlang, wo die Ebene steil ins Aaretal abfällt. Im Südwesten liegt der 508 Meter hohe Scherzberg, der in Richtung Süden in den Chestenberg übergeht, einem Ausläufer des Kettenjuras.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 330 Hektaren, davon sind 110 Hektaren bewaldet und 39 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist ein namenloser Gipfel zwischen Scherzberg und Chestenberg auf einer Höhe von 541 Metern, der tiefste liegt auf 387 Metern an der östlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Habsburg im Norden, Hausen im Nordosten, Lupfig im Osten, Holderbank im Süden und Schinznach-Bad im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Shernitz erfolgte im Jahr 1240, als die Habsburger einige Güter an den Deutschritterorden in Hitzkirch verliehen. Der Ortsname ist alteuropäischen Ursprungs; er leitet sich von Skarantia ab, was «Ort mit steinigem Boden» bedeutet. [3] Das Dorf gehörte im Mittelalter zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Grafen von Habsburg, deren Stammsitz in unmittelbarer Nähe liegt. 1397 übertrugen sie die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch.

Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 übernahm die Stadt Bern die Herrschaft, das Eigenamt war nun Teil der Untertanengebiete im Berner Aargau. 1528 führten die Berner die Reformation ein und lösten das Kloster Königsfelden auf. Sie wandelten das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übten danach sämtliche Rechte aus. Ab dem 16. Jahrhundert wurde am Scherzberg Bohnerz abgebaut, welches man im Hüttenwerk Albbruck weiterverarbeitete. 1770 musste der Erzabbau wegen Erschöpfung der Lagerstätte eingestellt werden. Zahlreiche Mulden, Abraumhalden und begehbare Stollen sind bis heute erhalten geblieben.

Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Scherz gehört seither zum Kanton Aargau. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Scherz ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Seit 1950 hat sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt. Das Dorf entwickelte sich von einer Bauern- zu einer Wohngemeinde.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss rotes Herz, aus dem eine rote und zwei gelbe Federn wachsen.» Über die Bedeutung des Wappens, welches 1872 erstmals auf dem Gemeindesiegel zur Anwendung kam, herrscht Unklarheit. Einerseits soll es sich um eine Rübe mit Kraut handeln (eines der wichtigsten Anbauprodukte der hiesigen Bauern), andererseits wird es auch als Herz eines der Waldbrüder interpretiert, die im 14. Jahrhundert eine Klause betrieben.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 181 346 295 330 293 317 334 424 502 575 645

Am 31. Dezember 2013 lebten 652 Menschen in Scherz, der Ausländeranteil betrug 9,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,5 % reformiert, 22,4 % römisch-katholisch und 1,7 % moslemisch; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 95,5 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,7 % Albanisch, 1,6 % Französisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Scherz gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Scherz gibt es gemäss Betriebszählung 2008 knapp 120 Arbeitsplätze, davon 26 % in der Landwirtschaft, 14 % in der Industrie und 60 % im Dienstleistungsbereich.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den Nachbargemeinden im Birrfeld.

Verkehr[Bearbeiten]

Scherz liegt neben der Kantonsstrasse, die von Lupfig nach Schinznach-Bad führt, wobei der Durchgangsverkehr das Dorfzentrum umfährt. Eine weitere Strasse führt von Scherz über Habsburg nach Brugg. Auf dieser Strecke verkehrt auch eine Postautolinie. Nördlich des Dorfes befindet sich das Ostportal des 1.5 Kilometer langen Habsburgtunnels der Autobahn A3. Die nächste Anschlussstelle liegt zwei Kilometer östlich des Dorfes zwischen Hausen und Lupfig.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Lupfig besucht werden, die Bezirksschule in Windisch oder Schinznach Dorf. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 188–189.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 265.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.