Schiefe Ebene (Eisenbahnstrecke)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schiefe Ebene
Kursbuchstrecke (DB): 512, 820, 850
Streckennummer: 5100
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 25[1] 
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Strecke – geradeaus
von Bamberg
Bahnhof, Station
74,4 Neuenmarkt-Wirsberg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Bayreuth
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Schlömener Kurve von Bayreuth
Straßenbrücke
Bundesstraße 303
Strecke – geradeaus
Schiefe Ebene
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Blockstelle Streitmühle[2]
Bahnhof, Station
81,1 Marktschorgast
Strecke – geradeaus
nach Hof
Die Schiefe Ebene auf einer Ansichtskarte um 1906
Die Schiefe Ebene als Motiv des Notgelds von Marktschorgast von 1921
Ein ICE TD auf der Schiefen Ebene (März 2002)
Dampfsonderzug auf der Schiefen Ebene (2010)

Die Schiefe Ebene ist eine Eisenbahnstrecke mit starker Neigung im Verlauf der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Bamberg nach Hof (Saale) im Regierungsbezirk Oberfranken des deutschen Bundeslandes Bayern.

Lage[Bearbeiten]

Sie liegt im Landkreis Kulmbach, beginnt östlich des Bahnhofs Neuenmarkt-Wirsberg und endet in Marktschorgast. Die Strecke ist zweigleisig ausgebaut und nicht elektrifiziert. Auf dem sich an die stark geneigte Strecke anschließenden Abschnitt zwischen Marktschorgast und Stammbach wurde das zweite Streckengleis inzwischen zurückgebaut. Die Rampe überwindet auf dem Weg ins Fichtelgebirge auf 6,8 Kilometern 157,7 Höhenmeter mit einer Steigung von bis zu 25 ‰[3]. Sie wurde zwischen 1844 und 1848 im Zuge der Ludwig-Süd-Nord-Bahn erbaut und am 1. November 1848 eröffnet. Wegen der zahlreichen Stützmauern, Einschnitte und Steindämme gilt sie als technische Meisterleistung ihrer Zeit. Die Baukosten betrugen 917 318 Gulden. Eine zunächst geplante Steilstrecke mit stärkerer Neigung und dem Einsatz von stationären Dampfmaschinen wurde zugunsten einer gestreckteren, flacheren Trassierung geändert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke war zu Dampflokzeiten eine Herausforderung für Lokomotiven und Menschen. Die meisten Züge mussten durch starke Schiebelokomotiven nachgeschoben werden. Diese waren im Bahnbetriebswerk Neuenmarkt-Wirsberg stationiert. Darunter waren die berühmten Lokomotiven der Baureihen 95 und 96, aber auch Lokomotiven der Baureihen 57 und 50.

Die Strecke war Anfang der 1970er-Jahre einer der letzten Einsatzorte der Baureihe 01 der Deutschen Bundesbahn.

Östlich des Bahnhofs Neuenmarkt-Wirsberg wurde für den schnellen Neigetechnikverkehr 2001 die sogenannte Schlömener Kurve eröffnet. Somit ist eine Umfahrung dieses Bahnhofs auf dem Weg von Bayreuth nach Hof möglich.

In den Jahren 2001 bis 2004 wurde die Schiefe Ebene auch von modernen ICE-TD-Triebwagen (DB-Baureihe 605) mit Neigetechnik befahren. Heute befahren die Strecke Neigetechniktriebwagen der DB-Baureihe 612, die stündlich wechselnd die Regional-Express-Linien Hof–Würzburg und Hof–Lichtenfels sowie die Interregio-Express-Linie Nürnberg–Hof–Dresden bedienen.

Unglück im Jahre 1944[Bearbeiten]

Am 27. Dezember 1944 ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Damals entgleiste ein Militärzug im Bahnhof Neuenmarkt, nachdem auf der Schiefen Ebene die Bremsen des Zuges nicht ausreichend Geschwindigkeit abbauen konnten. Die genauen Ursachen sind unbekannt; der Zug war mit einer Lokomotive der Baureihe G 12 (58 2813) bespannt. Bei dem Unfall kamen der Heizer, der Lokführer und ein Unteroffizier ums Leben. Weiterhin gab es mehrere Schwer- und Leichtverletzte.[4]

Museum[Bearbeiten]

Am Fuß der Rampe im ehemaligen Betriebswerk des Bahnhofs Neuenmarkt-Wirsberg in Neuenmarkt befindet sich das Deutsche Dampflokomotiv-Museum. Neben seiner statischen Ausstellung veranstaltet es in unregelmäßigen Abständen, meist in Zusammenarbeit mit anderen Museen und Lokomotivbetreibern, Sonderfahrten mit Dampflokomotiven über die Schiefe Ebene.

In der Bergstation, im ehemaligen Wartesaal des Bahnhofs Marktschorgast, gibt es ein kleines Museum und ein Informationszentrum zur Geschichte der Schiefen Ebene; dort ist der Eintritt frei.

Der Bahnhof Marktschorgast ist der Anfangspunkt eines eisenbahngeschichtlichen Wanderweges, der an der Schiefen Ebene entlangführt und auf Schautafeln die Geschichte der Strecke erzählt. Die Wanderung endet am Eingang des Dampflokomotiv-Museums. Der Wanderweg sollte mit festem Schuhwerk begangen werden und ist in wenigen Stunden zu bewältigen (Länge 7–8 km, bergiges Gelände). An der Straßenseite des Marktschorgaster Bahnhofs befindet sich eine Übersichtstafel zum Wanderweg, die erste Schautafel befindet sich an der Straßenseite des ehemaligen Güterschuppens, etwa 20 m nordöstlich (Richtung Hof) neben dem Bahnhofsgebäude.

Literatur[Bearbeiten]

  • Steffen Lüdecke: Die Schiefe Ebene. Eine legendäre Eisenbahnstrecke. EK-Verlag, Freiburg im Breisgau 1993, ISBN 3-88255-833-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schiefe Ebene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Streckenbeschreibung bei die bahn kommt
  3. Im DB-Streckenindex wird die Strecke entsprechend in der Katorie "25 bis <30" geführt. Vgl. [2]
  4. Jürgen Goller, Wolfram Alteneder: Eisenbahnknotenpunkt Neuenmarkt-Wirsberg; Herausgeber: Verein der Freunde des DDM

50.0753211.614609Koordinaten: 50° 4′ 31″ N, 11° 36′ 53″ O