Schieferung

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Tonstein mit ausgebildeten Schieferflächen

Die Schieferung ist ein Merkmal, das viele metamorphe Gesteine aufweisen. Ähnlich der Schichtung der Sedimentite ist die Schieferung eine lagige (planare) Textur des Gesteins. Im Gegensatz zur Schichtung ist die Schieferung jedoch kein Ergebnis eines Ablagerungsprozesses, sondern wird vielmehr durch tektonische Vorgänge hervorgerufen, die das Gestein mit hohem Druck und Temperatur beeinflussen. Schieferungsflächen müssen nicht zwangsläufig parallel zu vorhandenen Sedimenationsebenen verlaufen. Im Falle ihrer nichtparallelen Anordnung spricht man von Transversalschieferung.

Minerale, die sehr stark zur Ausbildung von flächigen Strukturen neigen (zum Beispiel Glimmer, Tonminerale, Vertreter der Chloritgruppe), regeln sich unter dem gerichteten Druck des Metamorphoseprozesses so ein, dass die Bereiche größten Kristallwachstums, nämlich die Kanten, dem geringsten Druck ausgesetzt sind, da dieser für das Kristallwachstum energetisch am günstigsten ist. Die größten Flächen dieser Minerale stehen daher senkrecht zur Richtung des gerichteten Drucks. Die auf diese Weise entstandenen Schieferungsflächen bilden in vielen Gesteinen infolge weiterer mechanischer Einwirkungen ein System von Kluftflächen, das die Stabilität des betroffenen Gesteinskörpers erheblich beeinflussen kann. Dieser Umstand besitzt geotechnische und technische Bedeutung.

Gesteine, bei denen diese Merkmale typischerweise auftreten, sind primär die Tonschiefer, ferner Quarzite oder Prasinite. Vereinzelt weisen Marmore, teilweise solche die als Cipollino bezeichnet werden, diese Eigenschaft auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard H. Eisbacher: Einführung in die Tektonik. 2. Auflage, S. 175-181, Enke, Stuttgart 1996; ISBN 3-432-99252-1
  • Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1985, S. 245 ISBN 3-432-94671-6