Schienenauszug

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Schienen­auszugs­vorrichtung an einer Straßenbahnbrücke

Der Schienenauszug oder die Schienenauszugsvorrichtung ist ein Bauteil des Gleisoberbaus, das größere Schienenlängsbewegungen zulässt.

Beim Schienenauszug sind die Schienen durch einen schrägen Schnitt in eine Backenschiene und eine innen anliegende Zungeschiene getrennt. Die Schienen sind im Überlappungsbereich durch Stützbacken formschlüssig zueinander verbunden. Je nach Bauart ist die Zunge oder die Backenschiene längsverschieblich und kann gleiten.[1]

Schienenauszüge werden vor allem als Übergangskonstruktion bei größeren Brücken im Bereich der Bewegungsfuge eingebaut, um keine unzulässig großen Zwangskräfte in der Schiene aus den Längsverformungen des Brückenbauwerks zu erhalten. Die Längenänderungen sind vor allem durch Temperaturdehnungen, aber auch durch dynamische Belastungen der Brücke (wie Bremsen und Anfahren eines Zuges) verursacht.

Nach den Oberbaurichtlinien der Deutschen Bahn müssen bei einseitig längsfest gelagerten Beton- oder Verbundbrücken Schienenauszüge ab einer Bauwerkslänge von mehr als 90 Meter eingebaut werden, bei Stahlbrücken bereits ab 60 Meter.

Die Konstruktion für einen Auszugsweg von 700 Millimetern wird als „SA-830“ bezeichnet und kann bei Stahlbrücken bis etwa 500 Meter und bei Spannbetonbrücken bis etwa 700 Meter Länge verwendet werden.[2]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Expansion joints (rail track) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolf H. Pfeifer, Tristan M. Mölter: Handbuch Eisenbahnbrücken. DVV Media Group, Hamburg 2008, ISBN 978-3-7771-0378-5, S.267
  2. Rolf H. Pfeifer, Tristan M. Mölter: Handbuch Eisenbahnbrücken. DVV Media Group, Hamburg 2008, ISBN 978-3-7771-0378-5, S.78