Schienendrehkran

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Schienendrehkran „DB Frankfurt 6808“ im Technik Museum Speyer
Schienendrehkran der Ostertalbahn

Ein Schienendrehkran ist ein Kran, der drehbar auf einem Eisenbahnfahrzeug montiert ist.

Er wird hauptsächlich zur Bergung von entgleisten Schienenfahrzeugen, beim Brückenbau über Eisenbahnstrecken und bei Neubau und Reparatur von Schienen eingesetzt. Dabei wird der Bauzug häufig auf einem Gleis parallel zur Baustelle eingesetzt. Für herkömmliche Baustellen, die nicht an das Schienennetz angebunden sind, hat er üblicherweise keine Bedeutung. Im Bereich der Deutschen Reichsbahn (DR) in der DDR wurde er auch EDK (Eisenbahndrehkran) genannt.

Die ersten Schienenkrane waren mit handbetätigten Winden auf Flachwagen aufgebaut. Ab 1860 gab es auch dampfbetriebene Krane, entwickelt von der britischen Firma Appleby Brothers. In Deutschland wurden erst dreißig Jahre später die ersten Schienen-Dampfkrane hergestellt. Nach 1900 wurden Krane auch so gebaut, dass sie in normale Züge eingestellt werden konnten, was den Transport erleichterte. Der Dieselantrieb wurde ab 1930 ausprobiert, doch fehlten noch leistungsstarke Dieselmotoren. Erst ab 1960 wurden in Deutschland dieselhydraulische Kräne zum Standard. Bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR gab es auch dieselelektrische angetriebene Krane. Ab 1960 kamen statt herkömmlicher mit Seilen bewegter Ausleger auch hydraulische Teleskopausleger zur Ausführung. Heute (2012) werden nur noch solche Ausleger gebaut.

Bekannte Hersteller von Eisenbahnkranen waren Kirow Leipzig, Krupp-Ardelt, SMS Demag und Leo Gottwald KG. Heute ist von diesen Firmen nur noch Kirow auf diesem Gebiet aktiv. Gottwald hat inzwischen die Produktion eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Bdinka: Das hat einen Haken. in: eisenbahn-magazin 5(2012), ISSN 0342-1902, S. 6–15

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schienendrehkran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien