Schienenverkehr in Bosnien und Herzegowina

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Güterzug der ŽFBH mit Baureihe 441 zwischen Doboj und Maglaj

Der Schienenverkehr in Bosnien und Herzegowina wird von zwei Eisenbahngesellschaften betrieben, die aus den Jugoslawischen Eisenbahnen hervorgegangen sind:

  • Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH)
  • Željeznice Republike Srpske (ŽRS)

Diese Zweiteilung rührt aus der Teilung Bosniens und Herzegowinas in zwei Entitäten infolge des Dayton-Vertrages. Die Koordination zwischen beiden Gesellschaften erfolgt durch eine Dachgesellschaft, die Bosanskohercegovačka željeznička javna korporacija (BHŽJK).

Streckennetz[Bearbeiten]

Die Länge des Schienennetzes Bosniens beträgt derzeit 1031 km. Das bosnische Schienennetz war früher bedeutend umfangreicher, um das Jahr 1970 wurden jedoch etliche Strecken in bosnischer Spurweite stillgelegt und teilweise gänzlich abgetragen. Eingestellt wurde beispielsweise auch die Strecke Sarajevo–Titovo Užice, auf der der Schnellzug Sarajevo–Belgrad verkehrte.

Die beiden Eisenbahnhaupachsen des Landes sind:

2011 laufen auf der gesamten Strecke Novi Grad–Prijedor–Banja Luka–Doboj umfangreiche Gleiserneuerungsarbeiten.

2011 wird die Strecke Sarajevo–Mostar–Čapljina–Grenze umfassend saniert mit Erneuerung des Gleises und zum Teil Anpassungen an der Fahrleitung. Der anschließende kroatische Abschnitt bis Ploče ist bereits erneuert.

Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH)[Bearbeiten]

Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1992
Sitz Sarajevo, Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
Branche Transport
Website www.zfbh.ba
Regionalzug der ŽFBH zwischen Brčko und Tuzla

Die Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH) (dt. Bahngesellschaft der Teilrepublik Föderation Bosnien und Herzegowina) hat ihren Sitz in Sarajevo und bedient die Strecken in der Föderation Bosnien und Herzegowina.

Die ŽFBH entstand 2001 aus der Fusion der bosniakisch kontrollierten Željeznice Bosne i Hercegovine (ŽBH) und der kroatisch kontrollierten Željeznice Herceg-Bosne (ŽHB).[1]

Seit 1992 ist die ŽBH/ŽFBH Mitglied der UIC und nutzt den UIC-Ländercode 50.

Željeznice Republike Srpske (ŽRS)[Bearbeiten]

Željeznice Republike Srpske
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1992
Sitz Doboj, Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
Branche Transport
Website www.zrs-rs.com
Regio der ŽRS in Doboj

Die Željeznice Republike Srpske (ŽRS) (dt. Bahngesellschaft der Teilrepublik Republika Srpska) hat ihren Sitz in Doboj und bedient die Strecken in der Republika Srpska.

Seit 1998 ist die ŽRS Mitglied der UIC und nutzt den UIC-Ländercode 44.

Nutzung (Stand 2013)[Bearbeiten]

allgemein: Die Betriebsabwicklung gestaltet sich schwierig wegen permanenten Langsamfahrstellen und personalaufwändigen Sicherungsanlagen. An den Grenzen zwischen ZFBH und ZSR werden die Lokomotiven gewechselt (obwohl baugleiche Lokomotiven)! Die Personenwagen von ZFBH und ZSR sind, was den Fahrgastbereich anbelangt, schlecht unterhalten und gewartet, in Regionalzügen zum Teil extrem schlecht.

Personenverkehr: Innerhalb Bosniens und Herzegowinas hat die Eisenbahn heute nur eine geringe Bedeutung für den Personenverkehr. Es gibt ein Fernzugpaar Zagreb - Dobrlijn - Banja Luka - Sarajewo und ein Fernzugpaar Ploce - Mostar - Sarajewo. Auf diesen beiden Strecken gibt es auch Lokalverkehre innerhalb des Landes (zumeist innerhalb der Entitäten).

Güterverkehr: Für den Güterverkehr spielt sie jedoch eine wichtige Rolle, insbesondere im Bereich der industriellen Zentren des Landes. Hauptnutzer und Großkunden der bosnischen Bahnen sind die Betriebe der chemischen Industrie sowie der Kohlebergbau in Tuzla, die Eisenwerke sowie das Unternehmen ArcelorMittal in Zenica, die erzverarbeitenden Betriebe in Zenica und Tuzla, die Eisenerzwerke in Prijedor und das Aluminiumwerk in Mostar.

Niederflurzug[Bearbeiten]

2008 wurde ein Prototyp-Niederflurzug vom kroatischen Industrieunternehmen Končar Group bestellt. Am 28. Oktober 2009 wurde er erstmals auf dem Končar-Gelände in Zagreb vorgestellt.[2] Anfang Januar 2010 wurde er nach Bosnien geliefert. Es folgen ein paar Testfahrten und pünktlich zum Sommerfahrplan soll der Zug auf der Strecke Sarajevo-Mostar-Ploče eingesetzt werden. Im Mai 2011 war der Niederflurzug noch nicht in Betrieb. Die Züge verkehren planmäßig seit Juli 2012 montags bis freitags zwischen Zenica, Sarajevo und Mostar, samstags zwischen Sarajevo und Mostar. [3]. Eine geplante Weiterführung während des Sommerhalbjahres nach Ploče an der kroatischen Adriaküste wird 2012 noch nicht umgesetzt. [4]

Talgo-Züge[Bearbeiten]

Die Eisenbahnen der Föderation Bosnien und Herzegowina (ŽFBH) haben im Juli 2005 neun neunteilige Talgo-Garnituren bestellt, die technisch vom Talgo 7 abgeleitet, mangels Bedarf aber nicht spurwechselfähig sind.

Fünf Einheiten werden als Tageszug eingerichtet (Endwagen 1. Klasse, Wagen 1. Klasse mit Rollstuhlbereich, Cafeteriawagen, fünf Wagen 2. Klasse und Endwagen 2. Klasse; insgesamt 237 Plätze), vier Einheiten als Nachtzug (Endwagen mit Ruhesesseln, zwei Ruhesesselwagen, Schlafwagen, Cafeteriawagen, drei Wagen 2. Klasse und Endwagen 2. Klasse; insgesamt 186 Plätze).

Die Auslieferung war für den Zeitraum Oktober 2010 bis Dezember 2011 geplant, der fahrplanmäßige Einsatz auf den Strecken von Sarajevo nach Ljubljana, Zagreb und Belgrad sollte ursprünglich 2011 beginnen. Die Lieferungen erfolgten allerdings erst im Frühjahr 2012, sodass die Probefahrten im Mai und Juni 2012 durchgeführt wurden.

Die Eisenbahnen der Republika Srpska (ŽRS) haben fünf weitere Zuggarnituren bestellt, über deren Ausstattung und den näheren Zeitplan ist jedoch noch nichts bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zakon o Željeznicama Federacije Bosne i Hercegovine
  2. Stiže novi elektromotorni niskopodni vlak iz Končara (Der neue Niederflurzug von Končar wurde fertiggestellt),www.metro-portal.hr , 28. Oktober 2009
  3. ŽFBH Info Ausgabe 24 Mai/Juni 2012"" Fundstelle: http://www.zfbh.ba, 8. September 2012 (PDF; 2,8 MB)
  4. Uspješna proba savremenog voza. Auf: www.vijesti.ba, 13. Juni 2012

Weblinks[Bearbeiten]