Schildau

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil der Stadt Belgern-Schildau in Sachsen. Für den gleichnamigen Fluss in Niedersachsen siehe Schildau (Nette).

51.45583333333312.929166666667127Koordinaten: 51° 27′ 21″ N, 12° 55′ 45″ O

Schildau
Wappen der ehemaligen Stadt Schildau
Höhe: 127 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 2013
Postleitzahl: 04889
Vorwahl: 034221
Schildau (Sachsen)
Schildau

Lage von Schildau in Sachsen

Kirche St. Marien mit Deutschlands ältestem Maulbeerbaum

Kirche St. Marien mit Deutschlands ältestem Maulbeerbaum

Schildau ist eine ehemalige Stadt und seit dem 1. Januar 2013 Ortsteil der Stadt Belgern-Schildau im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Der Ort ist als Gneisenaustadt und als wahrscheinlicher Herkunftsort der Schildbürger bekannt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Schildau liegt südsüdwestlich von Torgau am Nordrand der Dahlener Heide und ist so fast vollständig von Wald umgeben. Die Nachbarstädte sind Kreisstadt Torgau (13 km), Wurzen (19 km) und Dahlen (13 km). Die Bundesstraße 87 verläuft nördlich des Ortes. Große Flächen in der Umgebung sind Teil des Landschaftsschutzgebietes Dahlener Heide.

Geschichte[Bearbeiten]

Schildau wurde im Jahr 1170 erstmals urkundlich erwähnt. Einige steinzeitliche Funde beweisen, dass dieses Gebiet auch schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Auf alten Karten (z.B. von Johann George Schreiber um 1750) und Ansichten (z.B. von R. Stieler, ca. 1870) ist auch die Variante Schilda zu finden.

Schildau war 1574–1578 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen gerieten in Hexenprozesse.[1]

Von 1952 bis 2012 trug die Stadt den offiziellen Beinamen Gneisenaustadt. Zu Schildau gehörten seit dem 1. Januar 1994 die Orte Sitzenroda und Probsthain[2] und seit dem 1. Januar 1999 die Orte Kobershain und Taura.[3]

Schildau strebte zunächst einen Zusammenschluss mit Torgau[4] an, nachdem andere Fusionmöglichkeiten mit den Gemeinden Dahlen, Mockrehna und Belgern durch den Stadtrat bzw. Bürgermeister verworfen wurden.[5] Schließlich kam zum 1. Januar 2013 doch die Fusion mit Belgern zustande. Vor der Auflösung hatte die Stadt Schildau die Ortsteile Schildau, Sitzenroda, Probsthain, Kobershain und Taura.

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat, der bis zum Gemeindezusammenschluss Bestand hatte:[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche St. Marien mit Deutschlands ältestem Maulbeerbaum, Station des Lutherwegs[7]
  • Dahlener Heide mit dem Schildberg (215 m über NN) und Schildbergturm (1936 erbaut, 26 Meter hoch, mit einem Durchmesser von 5,10 Meter)
  • Wittes Steinbruch (Quarzporphyr)
  • Heßlers Schlucht, ebenfalls ein Porphyrsteinbruch
  • Napoleonstein (hier soll Napoleon bei seiner fluchtartigen Rückkehr vom missglückten Russlandfeldzug 1812 heimlich übernachtet haben)
  • Gneisenaumuseum
  • Museum der Schildbürger
  • Schildbürgerbrunnen vom Torgauer Bildhauer Torsten Freche

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der bekannteste Sohn Schildaus ist August Graf Neidhardt von Gneisenau, preußischer Generalfeldmarschall und Heeresreformer (1760–1831).

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Adalbert Oehler (1911–1919) wurde in Schildau 1860 geboren.

Die Schriftstellerin Ruth Kraft wurde am 3. Februar 1920 in Schildau geboren und veröffentlichte 1953 das Werk „Das Schildbürgerbuch von 1598“, eine Neubearbeitung der Schildbürgerstreiche.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schildau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 618-620.
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  4. Interview mit Vertretern des Torgauer Stadtrates über den Wunsch Schildaus in der Torgauer Zeitung
  5. Bericht über die Schildauer Fusionsmöglichkeiten in der Torgauer Zeitung
  6. http://www.stadt-schildau.de/assets/images/SitzeSR09.gif
  7. Lutherweg Sachsen