Schildorn

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde. Ihren Hauptort siehe Schildorn (Gemeinde Schildorn).
Schildorn
Wappen von Schildorn
Schildorn (Österreich)
Schildorn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Ried im Innkreis
Kfz-Kennzeichen: RI
Hauptort: Schildorn
Fläche: 13,26 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 13° 28′ O48.14611111111113.465833333333520Koordinaten: 48° 8′ 46″ N, 13° 27′ 57″ O
Höhe: 520 m ü. A.
Einwohner: 1.154 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 87 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4920
Vorwahl: 07754
Gemeindekennziffer: 4 12 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
4920 Schildorn
Website: www.schildorn.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Moser (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(13 Mitglieder)
6 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Schildorn im Bezirk Ried im Innkreis
Andrichsfurt Antiesenhofen Aurolzmünster Eberschwang Eitzing Geiersberg (Oberösterreich) Geinberg Gurten Hohenzell Kirchdorf am Inn Kirchheim im Innkreis Lambrechten Lohnsburg am Kobernaußerwald Mehrnbach Mettmach Mörschwang Mühlheim am Inn Neuhofen im Innkreis Obernberg am Inn Ort im Innkreis Pattigham Peterskirchen Pramet Reichersberg Ried im Innkreis Schildorn Senftenbach St. Georgen bei Obernberg am Inn St. Marienkirchen am Hausruck St. Martin im Innkreis Taiskirchen im Innkreis Tumeltsham Utzenaich Waldzell Weilbach Wippenham OberösterreichLage der Gemeinde Schildorn im Bezirk Ried im Innkreis (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schildorn ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Ried im Innkreis im Innviertel mit 1154 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Schildorn befindet sich etwa 7 Kilometer südlich von Ried im Innkreis. Es liegt am Nordrand des Hausruck-und-Kobernaußerwald-Zuges.[1] Das Gemeindegebiet umfasst in etwa den Anfang des Riedels, der sich zwischen Waldzeller Ache im Westen und Oberach im Osten vom Hausruck–Kobernaußerwald-Hauptkamm in das südliche Innviertler Hügelland hinunterstreckt, und damit oberes Achental (südwestliches Innviertel) vom Einzugsgebiet der Antiesen (zentrales Innviertel) trennt. Höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der Hengstberg (683 m ü. A.). Die Grenze zwischen Hausruck und Kobernaußerwald wird meist irgendwo zwischen dem Schildorner Gebiet und westlicher bei Kobernaußen gesehen.

Die Ausdehnung der Gemeinde beträgt von Nord nach Süd 7,3 km, von West nach Ost 4.5 km. Die Gesamtfläche beträgt 13,4 km². 17,9 % der Fläche sind bewaldet, 73,1 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Lohnsburg am Kobernaußerwald Neuhofen im Innkreis Pattigham


Waldzell
Nachbargemeinden

Pramet
Frankenburg am Hausruck (Bez. Vöcklabruck)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst 2 Katastralgemeinden, Schildorn und St. Kollmann.

Die 23 Ortschaften sind:[3][4]

Einziger Zählsprengel ist Schildorn.

Vor der Reform der Gemeindestruktur 2008 waren die 13 Ortschaften:[5][4] Ebersau (mit Marö, Rendlberg), Ecklham (mit Aigen – heute Aigen), Freidling (mit Parz, Rampfen), Knirzing (Prüglau – heute Au), Kronawitten, Litzlham, Ottenberg (mit Piereth), Sankt Kollmann (mit Lehen, Winkl, Streit), Schildorn, Schmidsberg (mit Gaisedt), Weiketsedt (mit Auerding, Otzling), Weissenbrunn (Unterburgstall) und Wolfersberg.

im Ortsverzeichnis 2001 nicht genannt[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet[7][8] verlief die norische römische Hauptstraße von Wels (Ovilava) nach Burghausen (Bedaium/Bedacum?), worauf noch Burgstall und Straß in den Nachbargemeinden Bezug nehmen. Nach Abzug der Römer 488 dürfte die Gegend in der Völkerwanderungszeit rest- und mischbesiedelt gesen sein (worauf etwa Windischhub in Pramet verweist, eine Entvölkerung wird heute nicht mehr angenommen).

Die -ing- und -ham-Namen belegen die Besiedlung der bajuwarischen Landnahme ab 700. Seit Gründung des Herzogtums Bayern und gehörte zum Bistum Passau. Die Missionierung erfolgte bis etwa 900 primär von Mondsee und Mattsee aus über Hohenzell und Eberschwang.[7] Der Ortsname Schildorn ist fränkischen Ursprungs (althochdeutsch sciltarin ‚Ansiedlung königlicher Schildträger‘), und ist 903 erstmals urkundlich nachgewiesen.[9][7] Die Schildorner Kirche war dann auch die Haupt- und Mutterpfarre des nördlichen Hausruck-Kobernaußerwald-Gebietes, um 1300 wurde die Pfarrei aber in das inzwischen wichtigere Waldzell verlegt.[10] Hier waren auch Edle von Schildorn ansäßig, über deren Ansitz nichts bekannt ist, das Geschlecht erlosch im 13. Jahrhundert, die weltliche Verwaltung lag seither bei einem Probsteigericht zu Ried.[7]

Bis 1779 war der Ort bayrisch, und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich. Schon in 16. Jahrhundert war wieder vermehrt eine (Unter-)„Pfarrei“ aufgetaucht,[7] aber erst 1784 wurde von Joseph II. eine eigene Pfarre für Schildorn und Pramet eingerichtet (Gründung des Bistums Linz 1783).[10] 1811 brannte der Pfarrhof ab, wodurch das Pfarrarchiv vernichtet wurde, daher sind die Kenntnisse über die frühe Neuzeit lückenhaft.[8]

Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz königlich-bayrisch, gehört er seit 1812 endgültig zum Kronland Österreich ob der Enns. Nach Schaffung der Ortsgemeinden 1848/49 war bis 21. Juni 1884 auch das Gebiet der heutigen Gemeinde Pramet in das Verwaltungsgebiet Schildorn integriert.

1881 ist ein schwerer Winter mit 1 m Schnee überliefert,[8] 1887 verwüstete Hagelschlag bis 5 cm die Felder .[8]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Schildorn gehörte postalisch früher zu Pramet (PLZ 4925), am 1. Juli 2008 bekam die Gemeinde eine eigene Postleitzahl 4920. Gleichzeitig wurden die Ortschaften und Straßennamen der Gemeinde neu geregelt, die vorher etwas unübersichtlich geworden waren.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 884 Einwohner, 2001 dann 1053 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Ried im Innkreis.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

6
5
2
Von 13 Sitzen entfallen auf:

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2009:

Bürgermeister ist Wolfgang Moser von der ÖVP

Davor war Georg Schoibl (ÖVP) Bürgermeister, der aufgrund der Wahl im Gemeinderat vom 12. November 2007 dem zurückgetretenen Amtsvorgänger Johann Rachbauer gefolgt war. Rachbauer hatte davor das Amt über 17 Jahre innegehabt und war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Die Wahl Schoibls erfolgte mit 7:6 Stimmen mit den Mandaten der ÖVP (6) und der FPÖ (1) gegen die SPÖ (6). Der Kandidat der unterlegenen SPÖ, Christian Makor-Winkelbauer, hatte davor verkündet, im Falle seines Wahlsieges sein Bürgermeistergehalt zur Gänze (z.B. an Vereine) zu spenden. Als Abgeordneter zum oberösterreichischen Landtag verfüge er bereits über ein sehr hohes Einkommen. Am 19. November 2012 erklärte Schoibl seinen Rücktritt, nachdem ihm nachgewiesen wurde, dass er im Zuge einer Kreditaufnahme für die Gemeinde eine Gemeinderatssitzung erfunden und die Protokolle dazu gefälscht hatte.[11]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at schildorn.png

Blasonierung:

In Rot ein silbernes, steigendes Schwert mit goldenem Griff, überdeckt durch einen silbernen Rundschild mit blauem Schildbuckel.

Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.

Das Wappen ist redend. Es wurde 12. August 1968 verliehen und 27. Mai 1969 feierlich überreicht.[8]

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Schildorn gehört zur Leaderregion Hausruckwald-Vöcklatal,[12] die sich von Eberschwang und Wolfsegg südwestlich bis Pöndorf erstreckt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schildorn

Musik[Bearbeiten]

Bekannt ist Schildorn unter anderem auch durch die Trachtenkapelle, die mit ihrem gekonntem Spiel und der schmucken Tiroler Schützentracht überall Aufsehen erregt. 2011 feierte die Trachtenkapelle ihr 210-jähriges Bestehen. 2011 und 2012 wurde die Trachtenkapelle in der höchsten Leistungsstufe (E) Bezirkssieger in der Marschwertung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gemeinde Schildorn (Hrsg.): 1100 Jahre Schildorn 903–2003. Ein Heimatbuch. Schildorn 2003 (eReader, fbas.net).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Abgrenzung Hausruck zu Kobernaußerwald wird irgendwo hier im Raum gesehen; die Gemeinde rechnet man zu beiden: „Die Hausruckgemeinde Schildorn liegt am Rande des Kobernaußerwaldes.“ Schildorn. Oberösterreich Tourismus, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  2. Land Oberösterreich: Geografische Daten der Gemeinde Schildorn.
  3. Wissenswertes: Zahlen & Fakten, schildorn.at, abgerufen 3. September 2014.
  4. a b siehe Volkszählung vom 15. Mai 2001 – Einwohner nach Ortschaften, Registerzählung vom 31.10.2011 – Einwohner nach Ortschaften (beide pdf, abgerufen 3. September 2014) und Ortsverzeichnis, Band Öberösterreich, alte Ausgaben, alle Statistik Austria.
  5. a b Straßen-, Ortschafts- und Hausnummernverzeichnis Gemeinde Schildorn, Broschüre, Version vom 1. Juli 2008, insb. Tabellen Haushaltsverzeichnis sortiert nach alten Adressen, S. 35 ff und Haushaltsverzeichnis sortiert nach neuen Adressen, S. 49 ff (pdf, schildorn.at, abgerufen 3. September 2014).
  6. und auch bisher (Stand 2014) nicht in der Österreichischen Karte (ÖK) verzeichnet
  7. a b c d e Geschichtliches, schildorn.at
  8. a b c d e Lit.  1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 2 Aus der Geschichte von Schildorn, S. 10 ff (eReader).
  9. Urkundenbuch II, S. 47/48, im O.Ö. Landesarchiv.
    Die Originalurkunde wurde 977 bei einem Brand vernichtet. Die genannte Form scilhara der erhaltenen Abschrift könnte auch sciltara gelautet haben. Die Datierung der nächsten Urkunde, 1067, ist umstritten, gesichert ist 1111 sciltarin; Lit.  1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn, S. 38–40 (eReader).
  10. a b Lit.  1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn, Abschnitt Die Anfänge ff, S. 38 ff (eReader).
  11. Der Standard: Bürgermeister tritt nach erfundener Gemeinderatssitzung zurück, 19. November 2012.
  12. Hausruckwald-Vöcklatal (hausruck.co.at)