Schinoussa

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Gemeindebezirk Schinousa
Δημοτική Ενότητα Σχοινούσσης
(Σχοινούσσα)
Schinoussa (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis

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Regionalbezirk: Naxos
Gemeinde: Naxos und Kleine Kykladen
Geographische Koordinaten: 36° 52′ N, 25° 31′ O36.87277777777825.520833333333Koordinaten: 36° 52′ N, 25° 31′ O
Höhe ü. d. M.: 134 m
Vardies
Fläche: 8,512 km²
Einwohner: 227 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 26,7 Ew./km²
Code-Nr.: 670206
Gliederung: f121 Stadtbezirk
f12
Website: www.schinoussa.com
Lage in der Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen und im Regionalbezirk Naxos
Datei:DE Schinoussis.svg

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Die griechische Insel Schinoussa (griechisch Σχοινούσσα (f. sg), [sçiˈnusa] auch Σχοινούσα) gehört zu den Kleinen Ostkykladen. Zusammen mit einigen unbewohnten Inselchen bildet sie den Gemeindebezirk Schinoussa der Gemeinde Naxos und Kleine Kykladen in der Region Südliche Ägäis.

Lage[Bearbeiten]

Kleine Kykladen

Schinoussa liegt etwa 6 km südlich von Naxos. Die nächstgelegen Inseln sind Iraklia 3 km südwestlich und Kato Koufonisi 3 km nordöstlich. Die Küstenlinie der 8,144 km²[2] großen, maximal 4,5 km langen und 3 km breiten Insel ist durch zahlreiche kleine Buchten stark zergliedert. Im Süden schließt sich die unbewohnte Insel Ofidoussa in einer Entfernung von kaum 50 m unmittelbar an, Argilos liegt weitere 400 m südlich. Aspronisi liegt 200 m südöstlich und Klidoura im Nordosten einen km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich war die Insel während der frühkykladischen Zeit vor dem 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Archäologische Funde konnten nachweisen, dass Schinoussa seit der Antike bewohnt war.

Aufgrund reichhaltiger Keramikfunde geht man von großen Handelsaktivitäten während der byzantinischen Zeit aus. Seit Ende des 11. Jahrhunderts n. Chr. war die Insel im Besitz des Klosters Chozoviotissa (Παναγία Χοζοβιώτισσα) auf Amorgos.

Nach der Eroberung Konstantinopels während des Vierten Kreuzzuges kam Schinoussa zum venezianischen Herzogtum Archipelagos, das 1207 von Marco Sanudo gegründet wurde. Nachdem die Flotte Chaireddin Barbarossas Naxos erobert hatte, begann die osmanische Herrschaft. Vermutlich war die Insel während der osmanischen Zeit aufgrund von Piratenüberfällen unbewohnt.

Mit dem Londoner Protokoll von 1829 wurde Schinoussa wie die anderen Kykladeninseln Teil des neuen griechischen Staates. Hauptsächlich Menschen aus Amorgos siedelten sich Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf der Insel an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verließen viele Menschen die Insel nach Athen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Schinoussa zuerst von 1941 bis 1943 von Italien und anschließend bis 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation waren nach dem Krieg viele Menschen gezwungen, die Insel zu verlassen.

Obwohl die Verkehrsanbindung immer noch Probleme bereitet, haben verbesserte Bildungseinrichtungen sowie der aufkommende Tourismus dazu beigetragen, dass junge Familien in den letzten zwei Jahrzehnten die Insel als Wohnsitz wählen.

Gliederung[Bearbeiten]

Blick auf den Hafen von Schinoussa

Der Gemeindebezirk Schinoussa zählt 227 Einwohner[1] und besteht aus folgenden Dörfern:

  • Schinoussa oder Panagia (Σχοινούσσα (f. sg)), 211 Ew.
  • Mesaria (Μεσαριά (f. sg)), 16 Ew.
  • Mersini (Μερσίνι), der Hafenort, ist in der offiziellen Statistik nicht erfasst
sowie den unbewohnten Inseln
  • Argilos (Άργιλος (f. sg))
  • Klidoura (Κλιδούρα (f. sg)) oder Gaidoura (Γαϊδούρα)
  • Ofidoussa (Οφειδούσσα (f. sg))
  • Plaka (Πλάκα (f. sg))

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Bevölkerung lebt in erster Linie von der Landwirtschaft, daneben spielt der Tourismus bis jetzt eher eine untergeordnete Rolle.

Naturschutz[Bearbeiten]

Schinoussa ist Teil des Natura 2000 Gebiets GR4220013 Mikres Kyklades: Irakleia, Schinoussa, Koufonisia, Keros, Antikeri kai thalassia zoni (Μικρές Κυκλάδες: από Κέρο μέχρι Ηράκλεια, Σχοινούσσα, Κουφονήσια, Κέρος, Αντικέρι και θαλάσσια ζώνη).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2.  Ελληνική Στατιστική Αρχή (EΛΣΤΑΤ) (Hrsg.): Στατιστική Επετηρίδα της Eλλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011, S. 47.