Schlüsselweite

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Technische Zeichnung mit Schlüsselweite

Als Schlüsselweite bezeichnet man den Abstand zweier paralleler Flächen, die meist zur Drehmomentübertragung mittels Formschluss dienen. Siehe auch Welle-Nabe-Verbindung.

Es wird das Nennmaß angegeben, z. B.: SW 10.

Zugehörige Toleranzen für Innen- und Außenteil, bspw. Mutter und Gabelschlüssel sind in Normen definiert. Da meist Werkzeuge aufgesteckt werden herrscht zwischen den Teilen Spiel („Spielpassung“).

Die Bezeichnung Schlüsselweite wendet man für folgende Formen an:

  • 2-Kant = Rundmaterial mit zwei Flächen
  • 4-Kant = Profil mit quadratischem Querschnitt
  • 6-Kant, 8-Kant = regelmäßige Vielecke

Schlüsselweite am Werkzeug[Bearbeiten]

Die Schlüsselweite gibt die „Größe“ des Werkzeugs an. Sie ist auf den Schraubenschlüsseln in mm-Werten aufgeprägt. Englische und US-amerikanische Schraubenschlüssel haben Zoll-Größen, die in Zwischengrößen in Brüchen aufgeprägt sind (z. B.: 3/4 Zoll). Gängig sind hier bspw. SW 1/4″ = 6,35 mm bzw. SW 1/2″ = 12,7 mm.

Schlüsselflächen finden sich oft auch auf der anderen Seite des Werkzeugs, z. B.:

  • 1/2″-4-Kant zum Aufstecken einer Stecknuss auf die Knarre sowie
  • 1/4″-6-Kant zum Einstecken von Bits in Schrauber.

Schlüsselweite am Werkstück[Bearbeiten]

Die Schlüsselweite am Werkstück (z.B. Schraube, Mutter, Spanner) ist nominell die gleiche wie die am Werkzeug. Zwischen beiden besteht aber Spiel, um das Werkzeug problemlos aufsetzen zu können. Der Zusammenhang zwischen dem Nenndurchmesser d des Gewindes und der Schlüsselweite s ist für Sechskantschrauben in EN ISO 4014 und EN ISO 4017 (früher in EN 24014/24017 bzw. noch früher in DIN 931 und DIN 933) und für Sechskantmuttern in EN ISO 4032 (früher in EN 24032, noch früher in DIN 934) genormt (Maße in mm; die fett geschriebenen Zahlen stellen die bevorzugten Schlüsselweiten dar):

d: 1,6 2 2,5 3 3,5 4 5 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 27 30 33 36 39 42
s: 3,2 4 5 5,5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 18 21 24 27 30 34 36 41 46 50 55 60 65
Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN ISO 272
Bereich Verbindungselemente
Titel Mechanische Verbindungselemente, Schlüsselweiten für Sechskantschrauben und -muttern
Letzte Ausgabe 1979-10
ISO 272

Nach der Norm für Metrische ISO-Gewinde (ISO 1502 bzw. DIN 13-1) wird dem Nenndurchmesser d der Buchstabe M vorangestellt, z.B. M 6 für 6 mm Gewindedurchmesser. Nach den früher gültigen DIN 931 (mit Schaft) und DIN 933 (Gewinde bis Kopf) betrug dagegen die Schlüsselweite für M 10 17 mm, für M 12 19 mm, für M 14 22 mm und für M 22 32 mm. Diese Größen werden nach wie vor verwendet. Die Normenumstellung von DIN 931-1/DIN 933 auf DIN EN 24014/DIN EN 24017 fand im Februar 1992 statt, jene der entsprechenden ÖNORM auf EN im Juli 1992.

Schlüsselweiten für Sechskantmuttern und -schrauben sind ISO 272 genormt. Für Spezialgebiete sind auch andere Zusammenstellungen von Regelgewindedurchmessern und Schlüsselweiten genormt.

Auch Installateure benutzen üblicherweise das amerikanische oder englische Zollgewinde, in dieser Sparte existieren Schlüsselweiten teilweise auch in Zoll.

Schlüsselweiten am Fahrrad[Bearbeiten]

15er und 9/16" Pedalschlüssel, dünner und länger als übliche Maulschlüssel

Neben den Industrienormen existieren Sonder- oder Gewindewerknormen, zum Beispiel das Fahrradgewinde nach DIN 79012, ein Befestigungsgewinde auf metrisch-zölliger Basis mit dem Kurzzeichen FG. Eine Sachs-Dreigangnabe hat ein Achsgewinde von FG 10.5 = 10,5 mm Außendurchmesser, bei Sturmey-Archer war es ein FG 10.3 mit ansonsten identischen Abmessungen. Moderne Fahrradspeichen tragen das Fahrradgewinde FG 2.3.[1] Die Schlüsselweiten sind beim Fahrrad oft metrisch, lediglich an einigen Stellen haben sich Schlüsselweiten gehalten, die von genormten Werten abweichen (Speichennippel, Pedale, Hinterradnaben). Pedalschlüssel werden auch heute noch mit metrischer und zölliger Abmessung hergestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersicht Gewinde am Fahrrad