Schlacht an der Somme

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Schlacht an der Somme
Karte des Schlachtfelds
Karte des Schlachtfelds
Datum 1. Juli bis 18. November 1916
Ort An der Somme, Frankreich
Ausgang Einstellung der Offensive bzw. unentschieden
Konfliktparteien
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich FrankreichFrankreich Frankreich
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien
Befehlshaber
Deutsches ReichDeutsches KaiserreichErich von Falkenhayn
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Fritz von Below
Deutsches ReichDeutsches KaiserreichMax von Gallwitz
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Erich Ludendorff
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Douglas Haig
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandHenry Rawlinson
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Hubert Gough
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Launcelot E. Kiggell
FrankreichFrankreich Ferdinand Foch
Truppenstärke
ca. 50 Divisionen ca. 104 Divisionen mit 2,5 Mio. Soldaten[1]
Verluste
offiziell 335.688, vermutlich ca. 465.000[2] 419.654 Briten[3] 204.533 Franzosen[4]

Die Schlacht an der Somme war eine Schlacht an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Sie begann am 1. Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen. Sie wurde am 18. November desselben Jahres abgebrochen, ohne eine militärische Entscheidung herbeigeführt zu haben. Mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

General Douglas Haig

Die militärischen Befehlshaber der vier Alliierten hatten bei der Konferenz in Chantilly im Dezember 1915 eine weitere Großoffensive gegen die deutschen Stellungen in Frankreich beschlossen und gleichzeitig entschieden, an drei Fronten große, gezielte Offensiven zu eröffnen – an der westlichen, der östlichen und an der italienischen. Diese Entscheidung war für General Joseph Joffre, den Oberbefehlshaber des Grand Quartier Général (GQG), eine Genugtuung, hatte er doch die verfehlte Offensive der Westalliierten bei Gallipoli (Schlacht von Gallipoli) von Anfang an als einen unwichtigen Nebenschauplatz bezeichnet, der Kräfte von der aus seiner Sicht kriegsentscheidenden Westfront abzog.

In einer Besprechung mit General Douglas Haig, dem neuen Befehlshaber der britischen Expeditionsstreitkräfte in Frankreich, Ende Dezember 1915 diskutierte man die beschlossene Offensive an der Westfront. Haig befürwortete einen weiteren Großangriff in Flandern, um das deutsche Heer zu flankieren, doch willigte er in den Vorschlag Joffres ein. Wahrscheinlich ist, dass er dies aufgrund der Anweisung des britischen Generalstabs tat, die militärische Zusammenarbeit zwischen Briten und Franzosen durch größtmögliche Kooperationsbereitschaft zu festigen. Es wurde beschlossen, die geplante Offensive an dem Berührungspunkt der beiden Heeresgruppen zu starten: am Fluss Somme. Nach dem Ende des Gallipoli Feldzuges waren seit dem Frühjahr 1916 aus der Ägäis und Nahost mehrere englische Divisionen als Verstärkung nach Frankreich überführt worden. Über Ägypten kamen ab Januar 1916 die 34. und 35. Division, es folgte die 31. und die 46. Division im Februar, dann erreichten im März die 29., 39. Division sowie die 1. und 2. australische Division die Westfront. Im April 1916 trafen die neuseeländische Division, im Mai die 41., 61. und 63. Division, im Juni die 40., 60. Division sowie die 4. und 5. australische Division in Frankreich ein. Schließlich erreichte am 3. Juli noch die 11. Division die Westfront. Durch die vom deutschen Heer im Februar 1916 begonnene Schlacht um Verdun wurde die französische Armee stark geschwächt, so dass die britischen Streitkräfte durch die Offensive an der Somme eine Entlastung für ihre Verbündeten herbeiführen sollten. Haig wollte nicht nur einen tiefen Einbruch in die deutschen Stellungen erzielen, sondern das deutsche Heer materiell und personell komplett erschöpfen. Er verfolgte damit das Konzept der Abnutzungsschlacht, welches der Chef des deutschen Generalstabs – Erich von Falkenhayn – bereits mit der Offensive vor Verdun aufgegriffen hatte. Die britischen Truppen konnten entgegen ursprünglichen Planungen nur mit minimaler französischer Unterstützung rechnen, da die Kämpfe vor Verdun für Frankreich Priorität besaßen. Auch befanden sich unter ihren Soldaten zahlreiche unerfahrene Freiwillige. Trotzdem ordnete Haig einen massiven Infanterieangriff auf großer Breite an.

Siebentägiger Artillerieschlag ab 24. Juni[Bearbeiten]

Der britische Plan sah vor, so viele Geschütze wie möglich auf einen bestimmten Frontabschnitt zu konzentrieren, um die deutschen Schützengräben durch schwerstes Artilleriefeuer zu zerstören und den deutschen Fronttruppen maximale Verluste zuzufügen. Auf den Beschuss sollte dann ein massiver Infanterieangriff auf breiter Front folgen. Die Soldaten sollten das Niemandsland zwischen den Gräben nur mit dem "Spazierstock" bewaffnet überqueren können. Die britischen Streitkräfte zogen im vorgesehenen Kampfgebiet 1437 Geschütze zusammen, die am 24. Juni 1916 das Feuer auf die deutschen Stellungen eröffneten. Innerhalb von sieben Tagen und Nächten wurden etwa anderthalb Millionen Geschützgranaten abgefeuert.

Zusätzlich wurden Abschnitte der deutschen Front unterminiert und in die Luft gesprengt, z. B. bei dem Dorf La Boisselle, wo noch heute der riesige Lochnagar-Krater der Sprengung zu besichtigen ist (50° 0′ 55,9″ N, 2° 41′ 50,7″ O50.0155352.697419110). Der Knall war selbst in London noch zu hören, Erde und Trümmer wurden bis zu 1200 Meter in die Luft geschleudert. Der Krater ist mit einem Durchmesser von 91 Metern und einer Tiefe von 21 Metern der größte Krater aus dem Ersten Weltkrieg.[5]

Aufmarsch der beidseitigen Kräfte[Bearbeiten]

Britischer Angriffsplan für den ersten Tag der Sommeschlacht

Douglas Haig bot am 1. Juli für den ersten Großangriff sechs Korps mit 20 Divisionen zwischen dem Flüsschen Ancre und der Somme auf, darunter viele neu gegründete Kitchener-Divisionen. Ihnen standen elf kampferfahrene deutsche Divisionen gegenüber.

  • Am Nordabschnitt des Angriffes bei Gommecourt beteiligte sich der rechte Flügel der britischen 3. Armee unter General Edmund Allenby mit drei Divisionen (VII. Korps) am Angriff.

Den Hauptangriff führte aber die britische 4. Armee mit fünf Korps:

  • Am linken Flügel griff das VIII. Korps unter General Hunter-Weston mit der 31., 4. und 29. Division gegen die Linie Serre – Beaumont-Hamel an und führte dahinter die 48. Division als Reserve.
  • Rechts anschließend folgte das X. Korps unter General Thomas Morland mit der 36. und 32. Division (49. Division als Reserve) gegen die Front zwischen Grancourt – St. Pierre Divion – Thiepval bis zur Höhe 141 südlich davon.
  • Im Zentrum der Armee Rawlinson führte das III. Korps unter General William Pulteney mit der 8. und 34. Division (19. Division in Reserve) den Angriff gegen die Linie Ovillers – La Boisselle.
  • Südlich anschließend führte das XV. Korps des Generals Henry Horne seinen Stoß mit der 21,.17. und 7. Division bei La Boiselle, gegen Fricourt und Mametz.
  • Am rechten Flügel stieß das XIII. Korps unter General Walter Congreve mit der 18. und 30. Division (9. Division in Reserve) zwischen Mametz und Montauban vor und hielt bei Maricourt Verbindung zu den südlicher angreifenden Franzosen.

Beiderseits der Somme operierte die französische 6. Armee des General Émile Fayolle mit weiteren vier Korps:

  • das 20. Korps unter General Maurice Balfourier mit der 11., 39. und 153. Division gegen die Linie Hardecourt bis Curlu
  • Südlich der Somme griffen drei Kolonial-Divisionen des Korps Berdoulat und das 35. Korps unter General Charles Jacquot mit der 51. und 61. Division in Richtung auf Peronne,
  • sowie mit dem französischen 30. und 33. Korps der Generäle Paul Chrétien und Alphonse Nudant zwischen Chaulnes bis Lassigny an.
General der Infanterie Fritz von Below

Diesen Kräften gegenüber verfügte die deutsche 2. Armee unter General der Infanterie Fritz von Below am 1. Juli über zwei, durch den Fluß Somme getrennte Generalkommandos:

Der erste Schlachttag am 1. Juli[Bearbeiten]

Vorbereitungen zum Angriff
General Henry Rawlinson, Oberbefehlshaber der britischen 4. Armee

Den Hauptangriff im Raum östlich Albert führte die britische 4. Armee unter Sir Henry Rawlinson, sie ging mit Schwerpunkt bei Thiepval und La Boisselle nach der Sprengung des "Lochnagar Kraters" auf einer Breite von 26 Kilometern mit 14 Divisionen zum Angriff über. Der Ort Maricourt bildete die Trennlinie zur französischen Heeresgruppe Nord unter General Foch, das französische 20. Korps unter General Balfourier führte seinen Hauptstoß gegen Curlu. Südlich der Somme beteiligten sich weitere sieben Divisionen der französischen 6. Armee bis Chaulnes, auch der linke Flügel der französischen 10. Armee unter General Joseph Micheler beteiligte sich am Angriff. Den Franzosen standen hier das deutsche XVII. Armee-Korps, sowie am südlichen Abschnitt bis nach Lassigny das Gardekorps gegenüber.

Da man auf britischer Seite davon überzeugt war, dass die deutschen Stellungen durch das immense Geschützfeuer vernichtet worden waren, ließ man die Angriffstruppen in dichten Schützenreihen im Marschtempo vorrücken. Die britischen Soldaten führten zudem schweres Schanzwerkzeug mit sich, um die zerbombten deutschen Schützengräben ausbauen und somit sichern zu können. Besonders das britische VIII. und X. Korps hatten vor Beaumont und Thiepval die weitaus höchsten Verluste. Trotz des schweren Trommelfeuers waren zahlreiche Stacheldrahtverhaue und Unterstände auf deutscher Seite intakt geblieben. Nachdem die britische Artillerie ihr Feuer eingestellt hatte, verließen die deutschen Soldaten ihre Unterstände und machten ihre Maschinengewehre einsatzbereit. Die britischen Truppen gerieten in unerwartet schweres MG-Feuer und erlitten schwere Verluste. Nur an wenigen Stellen gelang ihnen die Einnahme vorderster deutscher Schützengräben, die nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden mussten.

Der Hauptangriff General Morlands richtete sich nach einer weiteren Minensprengung bei Beaumont nicht gegen St. Pierre Divion, sondern gegen den deutschen Hauptstützpunkt "Schwabenfeste" nördlich Thiepval und gegen den vom Infanterie-Regiment 180 verteidigten Ort Ovillers. Der Angriff des englischen X. Korps mit der 36. (Generalmajor Oliver S.W. Nugent) und 32. Division (Generalmajor W.H. Rycroft) zwischen Beaumont – Thiepval und Höhe 141 traf die württembergische 26. Reserve-Division, die rechtzeitig von der bayerischen Division Burkhardt verstärkt werden konnte. Die "Schwaben-Feste" ging an die Ulster-Division verloren, wurde aber durch einen von Norden, Nordosten und Südosten angesetzten Gegenstoß der Brigade des Generalmajor Friedrich von Auwärter nach einem gescheiterten Angriff wiedergewonnen. Bis zum Abend wurden die verlustreichen Angriffe bei Thiepval weiter fortgesetzt. Südwestlich Thiepval konnten sich die Briten im neugetauften "Granatloch" festsetzen. Allein gegen die 9 Kilometer breite Stellung der 28. Reserve-Division setzten die Engländer vier Divisionen ein und erreichten dennoch nur geringe Geländegewinne, bei Ovillers wurde die britische 8. (Generalmajor H. Hudson) bereits durch die 12. Division (Generalmajor Arthur B. Scott) abgelöst.

Von den etwa 120.000 britischen Soldaten, die am ersten Tag der Somme-Schlacht die deutschen Stellungen angriffen, wurden über 19.000 getötet, davon alleine 8.000 in der ersten halben Stunde, und fast 36.000 verwundet. Zusätzlich wurden etwa 2100 Mann als vermisst gemeldet. Einzelne Regimenter verloren weit über die Hälfte ihrer Soldaten, ganze Divisionen galten als nicht mehr existent. Der erste Tag der Schlacht an der Somme wurde wegen der hohen Verluste „schwärzester Tag der britischen Militärgeschichte“ genannt.[6]

Schlachtverlauf bis Mitte Juli[Bearbeiten]

Die verlustreichen Kämpfe führten das deutsche Heer langsam an den Rand der Erschöpfung, zumal jetzt die eigenen Angriffe an der Westfront zwischen Douaumont und Fleury während der Schlacht um Verdun vollkommen stockten und auch gleichzeitig die an der Ostfront von den Russen begonnene Brussilow-Offensive hohe Verluste forderte. Kurz nach Beginn des britischen Angriffes ging man auf deutscher Seite Ende Juni vor Verdun in die Defensive über, um von dort Truppen freizubekommen. Das VI. Reserve-Korps (General Konrad von Goßler) mit der 11. und 12. Reserve-Division, sowie die 22. Reserve-Division konnte von Bapaume her umgehend herangezogen werden.

Trotz der enormen Verluste des ersten Tages ließ Haig die Offensive weiterführen, wobei man auf britischer Seite eine Änderung der Strategie vornahm. Überraschungsangriffe an begrenzten Frontabschnitten sollten nun für den militärischen Erfolg sorgen, den der massive Einsatz von Geschützen und Soldaten auf großer Breite nicht gebracht hatte. Dabei stiegen auch auf deutscher Seite die Verluste, da Falkenhayn die Aufgabe von Frontabschnitten, unabhängig von ihrer strategischen Bedeutung, untersagte. Zudem waren die vordersten deutschen Gräben stets voll besetzt, was bei Geschützfeuer zahlreiche Todesopfer forderte. Nach dem Verlust eines Grabenabschnitts gingen die deutschen Truppen nach Möglichkeit sofort zu einem Gegenangriff über, wodurch sich die hohen Verluste auf beiden Seiten anglichen.

Ringen im Mametzer Wald, Gemälde von Christopher Williams

Am 3. Juli musste die auf deutscher Seite am stärksten bedrängte 28. Reserve-Division gegenüber der britischen 7. Division den Ort Mametz, vor der gegnerischen 21. und 17. Division Fricourt aufgeben. Dieser Abschnitt wurde bereits durch die herangeführte bayerische Division Burkhardt und die 183. Division gestützt. Den bedrängten Abschnitt zwischen Contalmaison und Longueval übernahm bis Ende Juli die herankommende 3. Garde-Division unter General Arthur von Lindequist.

Ab 4. Juli übernahm bei den Briten die bereitgestellte Reservearmee unter General Hubert Gough das Kommando über den Abschnitt des VIII. and X. Korps zwischen Beaumont und Thiepval. Für die Weiterführung des englischen Angriffs auf die hartnäckig von der 26. Reserve-Division gehaltenen Stellungen bei Thiepval wurde auch das II. Korps unter General Charles Fergusson herangezogen, südlicher bei Pozieres wurde das I. ANZAC-Korps unter General Birdwood in die Front der Armee Rawlinson eingeführt. Am 5. Juli eroberten die sich am Nordufer der Somme verstärkten Franzosen die Orte Curlu und Hem, nördlich davon behauptete die deutsche 12. Division vorerst die Linie Maurepas-Monacu. Die alliierten Angriffe erreichten die neue Frontlinie an der Linie Contalmaison—Montauban—Hardecourt—Biaches—Estrees, nur wenige Kilometer waren gewonnen worden, der versuchte Durchbruch musste schon jetzt als gescheitert angesehen werden.

Zwischen 6. und 14. Juli wurde südlich Longueval heftig um den Trones-Wald gerungen, das Gehölz wechselte 18mal den Besitzer, bis er in englischer Hand verblieb. Am 9. und 10. Juli fiel auch der Mametzer-Wald und der Ort Contalmaison an die Briten, nördlich der Somme nahm das französische 20. Korps das Dorf Hardecourt.

Auf deutscher Seite wurde ab 9. Juli zum Schutz des bedrohten Peronne die Gruppe Quast (Generalkommando IX. Armee-Korps) am nördlichen Flügel des XVII. Armee-Korps an der bedrohten Linie Biaches -Barleux eingeschoben. Die von den Franzosen bei Barleux bedrängte Division Frentz wurde von der 17. Division abgelöst. Das südlich anschließende XVII. Korps verteidigte jetzt nur mehr den Raum Chaulnes am verkürzten Frontabschnitt zwischen Lihons und Andechy.

Kämpfe bis Ende Juli[Bearbeiten]

Kampf im Delville Wood

Am 14. Juli gelang der britischen 4. Armee in der Schlacht von Bazentin Ridge ein tiefer Einbruch in die deutschen Stellungen. Im Morgengrauen überrumpelten 22.000 Mann des britischen XV. Korps die deutschen Fronttruppen und drangen fast sechs Kilometer tief in das gegnerische Grabensystem zwischen Groß- und Klein-Bazentin und Longueval ein. Am 13. Juli war bei Longueval noch rechtzeitig die 123. Division eingeschoben worden, der rechte Flügel der 12. Reserve-Division unter General von Kehler wurde auf Ginchy zurückgenommen. Bei Sailly wurde die 24. Reserve-Division bereitgestellt und bei Rancourt war die 8. bayerische Reserve-Division bereits in die Front eingeschoben worden. Die bereits wankende 11. Reserve-Division unter Generalleutnant Friedrich von Hertzberg wurde durch die 23. Reserve-Division verstärkt. Während dieses Kampfes übernahm im Raum südwestlich Bapaume das Generalkommando des deutschen IV. Armee-Korps unter General Friedrich Sixt von Armin die Befehlsführung. Die 7. Division verteidigte jetzt das schwer bedrängte Pozières, die im Nachtmarsch herangeführte 8. Division setzte zum Gegenstoß ein, der den verlorenen Delville-Wald zurückgewinnen sollte. Durch das zu langsame Vorrücken der britischen Reserven wurde hier der entscheidende Durchbruch verhindert, so dass man auf deutscher Seite die Front wieder stabilisieren konnte.

Ab 19. Juli wurde zur besseren Befehlsführung der Abschnitt der deutschen 2. Armee geteilt und neu gegliedert: nördlich der Somme wurde die neue 1. Armee gebildet und General der Infanterie Fritz von Below unterstellt, südlich des Flusses übernahm die 2. Armee – jetzt unter General der Artillerie Max von Gallwitz mit Hauptquartier in St. Quentin die Führung. Nördlich der Somme verblieb die bewährte Gruppe Stein (XIV. Reserve-Korps) zwischen Gommecourt und Thiepval in ihren alten Stellungen. Die Reste der im Hauptangriffsfeld liegenden 28. Reserve-Division waren durch die Gruppe Sixt von Armin (Generalkommando IV.Armee-Korps) mit der 7. und 8. Division abgelöst, die Gruppe Goßler mit der 24. Reserve-Division, 123. Division und 11. Reserve-Division verteidigte südlich davon bis zur Somme. Südlich der Somme konnten die Franzosen im Ringen mit der Gruppe Quast (17. und 18. Division) bis zum 19. Juli auf die Linie CleryBiachesBarleux erreichen und bedrohten die Stadt Peronne. Daher wurden dem XVII. Armee-Korps bis Ende Juli zusätzlich die 16. Division und die zusammengesetzte Division Liebert, der Gruppe Quast die 1. Garde-Reserve-Division, die 4. Garde-Division sowie die 28. Division als Verstärkung zugeführt. Beim Gardekorps wurde die 1. Garde-Division nördlich Lassigny durch die 44. Reserve-Division freigemacht und dem XVII. Armeekorps als Eingreifreserve nach Nesle überstellt.

Frontverlauf an der Somme vom 1. Juli und Mitte Oktober 1916

Die Kämpfe von August bis Mitte September[Bearbeiten]

Bereits Anfang August wurde im Hauptangriffsfeld nördlich der Somme wieder die Ablösung von abgekämpften deutschen Verbänden notwendig. Die Gruppen Sixt von Armin und Goßler wurden durch das IX. Reserve-Korps (Gruppe Boehn mit 17. und 18. Reserve-Division), dem württembergischen XIII. Armee-Korps mit der 26. und 27. Division, sowie vom Generalkommando XII. Reserve-Korps mit der 8. bayerischen Reserve-Division und der 23. Reserve-Division an der Frontlinie zwischen Thiepval – Combles – Maurepas bis zur Somme abgelöst. Das Bayerische I. Reserve-Korps unter General Karl von Fasbender wurde der 1. Armee bereits Ende Juli bei Combles als Reserve zugeführt. Am 13. August löste es die schwer bedrängte bayerische 8. Reserve-Division beiderseits Maurepas wieder ab. Die Bayern hielten diese Ortschaft tagelang fest, bis sie am 24. August endgültig den Franzosen überlassen werden musste. Allein die 5. Reserve-Division hatte dabei 4500 Mann verloren und musste am 27. August aus der Front gezogen werden.

Am 29. August 1916 wurde Erich von Falkenhayn durch Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff abgelöst. Ludendorff entwickelte sich schnell zum alleinigen Entscheidungsträger der Obersten Heeresleitung und begab sich an die Somme, um vor Ort einen Eindruck von der militärischen Lage zu gewinnen. Er erkannte, dass die Taktik des deutschen Heeres zu äußerst hohen Verlusten führte und beauftragte eine Gruppe von Offizieren mit der Ausarbeitung einer neuen taktischen Doktrin. Die vordersten Frontabschnitte wurden nicht mehr aus voll besetzten (und immer wieder aufzufüllenden) Schützengräben gebildet, sondern durch eine dünne, aber effektivere und flexiblere Linie schachbrettartig angeordneter Maschinengewehrnester ersetzt. Diese Maßnahme reduzierte die Verluste bei gegnerischem Trommelfeuer und gegnerischen Angriffen. Die deutsche Abkehr von einer starren Verteidigung sämtlicher Frontabschnitte erfolgte jedoch zu spät, um den Verlauf der Somme-Schlacht noch beeinflussen zu können. Die britische Armee führte ihre Offensive mit französischer Unterstützung auch im August und September fort und erreichte dabei geringe Geländegewinne, die stets mit enormen Verlusten auf beiden Seiten verbunden waren.

Erster Panzereinsatz bei Flers-Courcelette[Bearbeiten]

Britischer Tank Mark I

Zwischen 3. und 6. September war der irischen 16. Division (Generalmajor W.B. Hickie) die Eroberung des Dorfes Guillemont, am 9. September des Dorfes Ginchy gelungen, deren Besitz Voraussetzung für einen geplanten Durchbruch auf Combles war. Um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen, entschlossen sich die Briten am 15. September zum erstmaligen Kriegseinsatz von Panzern. Die Tanks sollten der Infanterie vorangehen und die vorderste deutsche Linie zwischen Courcelette und Combles aufreißen. Von ursprünglich 49 Panzern, die man in beabsichtigter Irreführung als „Tanks” bezeichnete, blieben 17 mit technischen Problemen auf dem Weg zur Front stehen. Die verbliebenen 32 Panzer vom Typ Mark I gingen am frühen Morgen beim Dorf Flers zum Angriff über. Der Anblick dieser neuartigen Kriegsgeräte verursachte bei vielen deutschen Soldaten Panik, doch fielen noch am selben Tag weitere Panzer mit technischen Defekten aus, während andere von der deutschen Artillerie zerstört wurden.

Dem britischen XIV. Korps (Lord Cavan) am rechten Flügel gelang der erwartete Durchbruch auf Combles nicht, rechts war die 56. Division (Generalmajor C.P.A. Hull) östlich Guillemont schnell festgelaufen, die 6. Division (Generalmajor C. Ross) rang im Leuze–Wald, die links eingesetzte Garde-Division (Generalmajor G.P.T. Feilding) erreichte nach Nordosten auf Ginchy etwa zwei Kilometer Geländegewinn. Im Zentrum hatte das XV. Korps (Horne) mehr Erfolg, seine Divisionen machten gegenüber dem Bayerischen 2. Armee-Korps an diesem Tag die größten Fortschritte: Die 14. Division (Generalmajor V.A. Couper) konnte rechts die bayerische 5. Division aus dem Frontvorsprung östlich des Delville Waldes hinausdrängen. In der Mitte des Korps folgte die 41. Division (Generalmajor S.T.B. Lawford) und die neuseeländische Division (General Andrew H. Russell) aus Longueval den durchbrechenden Tanks und erreichten Flers. Am linken Flügel machte auch das III. Korps (Pulteney) einige Fortschritte, aber zu einem hohen Preis. Die 47. Division (Generalmajor C. St.L. Barter) hatte schwere Verluste im Foureaux-Wald, die benachbarte 50. Division (Generalmajor P. S. Williams) erreichte aber die dritte deutsche Verteidigungslinie vor Einbruch der Dunkelheit. Die schottische 15. Division (Generalmajor F.W. McCracken) entriss links davon der bayerischen 3. Division das Dorf Martinpuich. Ganz links konnte die kanadische 1. (Generalmajor A.W. Currie) und 2. Division (Generalmajor R.E.W. Turner) bis zum Abend die deutsche 45. Reserve-Division aus Courcelette hinausdrängen. Das britische II. Korps vor Thiepval unterstützte das Kanadische Korps (Julian Byng) das aus den Raum Pozieres angriff, durch einen Angriff der 11. Division gegen Mouquet- Farme, kam aber am Widerstand der 4. Garde-Division nicht vorwärts.

Während sich der rechte Flügel der 1. Armee – die Gruppe Marschall (Generalkommando Garde-Reserve-Korps) um Thiepval mit der 4. Garde-Division und der 207. Division in ihren Stellungen behaupten konnte, wurden die in der Mitte ringenden Einheiten — die 45. Reserve-Division sowie die bayerische 3. und 5. Division stellenweise überrannt. Nur südöstlich von Martinpuich, am Rand des Foureaux-Waldes und nördlich von Combles hielten die 4. Bayerische und die 185. Division die seitwärts der Tanks vorgehenden britischen Sturmtruppen durch ihr Maschinengewehrfeuer auf. Deutsche Gegenangriffe der Gruppe Kirchbach (XII. Reserve-Korps) stießen auf starke feindliche Reserven, mit denen an der Linie Courcelette—Martinpuich—Flers bis Monatsende gerungen wurde. Obwohl die technisch noch unausgereiften und langsamen Panzer den erhofften Durchbruch auf alliierter Seite wieder nicht erreichen konnten, wurde die verlustreiche Somme-Schlacht um einzelne Grabenabschnitte weitergeführt.

Die französische 6. Armee war seit Anfang August nördlich der Somme mit dem 33. Korps (70. und 77. Division) und gegenüber der Gruppe Kirchbach mit dem VII. Korps (45., 46., 47. und 66. Division) erheblich verstärkt worden. Bei der deutschen 2. Armee wurde daher bis 16. September die Heranführung des XXIII. Reserve-Korps unter General von Kathen notwendig, das mit der 11. Division und der 46. Reserve-Division bei Vermandovillers in die Front eingeschoben wurde. Die französische 10. Armee unter Micheler verlängerte ihren nördlichen Flügel nach Norden, erhielt das 35. Korps unterstellt und griff mit dem 2. und 10. Korps an der Dörferlinie Chilly – Vermandovillers – SoyécourtDeniécourt – Berny-en-Santerre bis Barleux mit vierzehn Divisionen an. Nach dreitägigen hin- und herwogenden Kampf wurden die deutsche Front zwischen Barleux und Chaulnes stark eingedrückt. Die neue Verteidigungslinie der Gruppe Quast und Gruppe Kathen verlief jetzt von Barleux über Fresnes – östlich an Vermandovillers vorbei bis zum Westrand von Chaulnes.

Schlacht bei Morval[Bearbeiten]

Zwar hatte die 54. Reserve-Division während der Tankschlacht bei Flers den Knotenpunkt Combles gehalten, die Stadt war aber im unmittelbaren Frontbereich äußerst bedroht. Um einen drohenden britischen Durchbruch auf Bapaume zu verhindern wurde von der Obersten Heeresleitung das deutsche XXVI. Reserve-Korps unter General Otto von Hügel ab Mitte September von Flandern nach Combles verlegt. Die 51. Reserve-Division unter General Balck löste die 185. Division ab und bezog auf 5 Kilometer Stellung zwischen Morval und Combles, rechts anschließend folgte die 52. Reserve-Division. Zwischen 25. und 28. September folgte bei Morval ein weiterer britischer Großangriff der Armee Gough, an dem sich das III. Korps (Pulteney), das XIV. Korps (Lord Cavan) und das XV. Corps (Herbert Watts) beteiligte. Dabei konnte die 6., 20. und 56. Division Combles und Morval erobern, und die britische Garde-Division Lesboeufs umfassen und die Front in Richtung auf Le Transloy vorschieben.

Letzte Großangriffe im Oktober und November[Bearbeiten]

Soldaten des Royal-Warwickshire-Regiments liegen erschöpft auf dem Boden, November 1916

Mitte September und Anfang Oktober folgten starke Angriffe der 6. Armee unter General Fayolle – das frische französische 5. und 6. Korps stürmten im Raum Bouchavesnes bis zur Somme bei Clery. Auf deutscher Seite wurde dabei das bei Sailly-Saillisel gegenüber liegende Bayerische I. Reserve-Korps (Faßbender) in schneller Abfolge durch das XVIII. Armeekorps unter General von Schenk und darauf durch das V. Reserve-Korps unter Otto von Garnier abgelöst. Die zwischen Bouchavesnes und Feuillaucourt schnell abgekämpften deutschen Divisionen wechselten dabei fast wöchentlich mit neu herangeführten Verbänden. Am 15. Oktober drangen die Franzosen in den Südteil des heißumkämpften Dorfes Sailly ein.

Nach weiteren Großangriffen des Generals Gough mit dem II. Korps (Claud Jacob), dem V. Korps (Eduard Fanshawe) und dem kanadischen Korps zwischen Thiepval und Combles gelang den Briten am 14. Oktober trotz tapfersten Widerstandes der deutschen 28. Reserve-Division noch einmal die Einnahme der „Schwaben-Feste“. Am gleichen Tag griffen südlich der Somme drei französische Divisionen auf breiter Front zwischen Barleux und Ablaincourt an, der deutschen 183. Division wurde dabei das Dorf Genermont, der 44. Reserve-Division der Nordteil von Ablaincourt entrissen.

Zwischen 1. und 18. Oktober eröffnete Rawlinson in der Schlacht bei Le Transloy einen weiteren Massensturm, um sein Ziel Bapaume wieder nicht zu erreichen.

Ab 29. Oktober wurde die bisherige Reservearmee unter General Gough in 5. Armee unbenannt und bereitete im Nordabschnitt des Schlachtfeldes an der Linie östlich Gommecourt, bei Beaumont Hamel und bei Hébuterne die letzten Großangriffe vor. Nachdem Anfang November auch an der Ancre bei relativ geringen Gebietsgewinnen ein weiterer britischer Großangriff nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatte, ließ Douglas Haig die Somme-Schlacht am 18. November 1916 endlich abbrechen.

Resultat[Bearbeiten]

Die Schlacht an der Somme war die verlustreichste Einzelschlacht des Ersten Weltkriegs. Über 400.000 Soldaten des britischen Empires und etwa 200.000 Franzosen wurden in der Schlacht getötet oder verwundet. Die Verluste auf deutscher Seite betrugen ca. 430.000 Mann. Es kam nicht zu der von Haig erhofften völligen Zermürbung des deutschen Heeres. Allerdings kamen auf Seiten der deutschen Führung und Truppe erstmals wegen der nun fühlbaren Überanstrengung der Truppen und des mittlerweile deutlichen Mangels an erfahrenen Offizieren und Unteroffizieren Zweifel am siegreichen Ausgang des Krieges auf. Die deutsche Front wurde an der Somme um mehrere Kilometer eingedrückt, doch konnten die Alliierten das von ihnen eroberte Gebiet nicht als Ausgangspunkt für weitere Offensiven nutzen. Anfang 1917 zogen sich die deutschen Truppen bis vor Cambrai und St. Quentin in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück und verminten dabei das von ihnen freigegebene Gebiet.

Die schwer zerschossene Straße nach Bapaume durch Pozières. Zu sehen sind ein Verbindungsgraben und die zerschossenen Bäume.

Die Materialschlachten des Kriegsjahres 1916 führten dazu, dass die deutsche Armee an der Westfront sich auf die Defensive beschränken musste. Dagegen konnte durch eine Offensive der Mittelmächte von Spätsommer bis Ende 1916 das neu auf Seiten der Alliierten in den Krieg eingetretene Rumänien zum größten Teil erobert werden. Dies trug zur weiteren Schwächung Russlands bei, das ebenfalls an der rumänischen Front eingreifen musste. Die Alliierten waren auch 1917 in der Lage, mehrere Offensiven an der deutschen Westfront durchzuführen. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Somme-Schlacht war die deutsche Armee dazu übergegangen, ihre vordersten Frontlinien schwächer zu besetzen und bei Angriffen auch Frontabschnitte aufzugeben, um die gegnerischen Truppen tiefer in das eigene Grabensystem zu locken. Es erfolgte dann ein Gegenangriff deutscher Eingreiftruppen. Diese neue Taktik verursachte die schwere französische Niederlage in der Schlacht an der Aisne.

Der 1. Juli 1916 ist der verlustreichste Tag in der britischen Militärgeschichte, was bis heute eine gewisse Bedeutung im Vereinigten Königreich besitzt. Nordirische Protestanten betrachten den ersten Tag der Somme-Schlacht als Opfergang für das Vereinigte Königreich, da die Ulster Division über die Hälfte ihrer Soldaten verlor. Charakteristisch für beide Schlachten war nicht nur der enorme personelle und materielle Aufwand, sondern vor allem der äußerst bedenkenlose Umgang mit Menschenleben. Der britische Militärhistoriker Basil Liddell Hart fasste die Schlachten des Ersten Weltkriegs mit den lapidaren Worten: “nothing but stupid mutual mass-slaughter” (deutsch: „Nichts anderes als dummes, massenweises gegenseitiges Abschlachten“) zusammen. An der ehemaligen Frontlinie erinnert heute das Thiepval-Denkmal an die britischen Gefallenen. Im deutschen Tübingen wurde für die heute ehemalige Thiepval-Kaserne der Weiler Thiepval der Namensgeber und sollte an die großen Verluste der deutschen und insbesondere der württembergischen Truppen erinnern. Das Gelände trägt bis heute diesen Namen.

Verluste[Bearbeiten]

Insgesamt wurden in der Schlacht 103 Divisionen (davon 48 französische) bei den Alliierten eingesetzt. Die Verluste des britischen Expeditionskorps während des Zeitraumes 1. Juli bis 30. November 1916 werden im Werk des Kriegsministeriums[7] wie folgt angegeben:

  • gefallen: 5.270 Offiziere, 74.506 Mannschaften, Summe 79.776
  • an Verwundung gestorben: 1.430 Offiziere, 25.133 Mannschaften, Summe 26.563
  • aus anderen Gründen gestorben: 151 Offiziere, 2.234 Mannschaften, Summe 2.385
  • verwundet: 14.788 Offiziere, 328.643 Mannschaften, Summe 343.431
  • gefangen: 370 Offiziere, 5.558 Mannschaften, Summe 5.928 oder: 6.411 Gefangene[8]
  • vermisst: 1.071 Offiziere, 39.900 Mannschaften, Summe 40.971

Damit liegen die britischen Gesamtverluste des Zeitraumes bei 498.054. Davon fielen auf das kanadische Kontingent 29.414 Verluste, auf das australische Kontingent 34.489 Verluste, auf das neuseeländische Kontingent 9.600 Verluste, auf das neufundländische Kontingent 1.046 Verluste, auf das südafrikanische Kontingent 4.239 Verluste, auf das indische Kontingent 162 Verluste und auf die Royal Naval Division 2.879 Verluste.

Die deutschen Verluste werden im Sanitätsbericht über das deutsche Heer[9] wie folgt angegeben: An der Schlacht waren im Zeitraum vom 24. Juni bis zum 26. November 1916 die deutsche 2. Armee und ab dem 19. Juli 1916 die neu aufgestellte 1. Armee beteiligt. Insgesamt wurden während der Schlacht etwa 50 Divisionen bei beiden Armeen eingesetzt. Die durchschnittliche Ist-Stärke der 2. Armee betrug 364.524 Mann, die der 1. Armee 385.755 Mann.

  • erkrankt: 314.522, davon 3.053 Gaskranke
  • verwundet: 273.132
  • gefallen: 57.982 (davon 1.662 Offiziere, 5.420 Unteroffiziere, 50.900 Mannschaften)
  • vermisst: 85.683 (davon 1.430 Offiziere, 5.952 Unteroffiziere, 78.301 Mannschaften)
  • an Verwundung bei der Truppe gestorben: 2.980
  • an Verwundung in den Lazaretten der jeweiligen Armee gestorben: 10.960
  • an Verwundung in den Lazaretten des Besatzungsheeres oder in der Heimat: nicht angegeben. Diese Zahl kann aber mit etwa 7.000 angesetzt werden, da im Kriegsverlauf auf zwei gestorbene Verwundete im Feldheer ein gestorbener Verwundeter in den anderen Lazaretten kam.
  • Selbstmorde: 22

Die deutschen Gesamtverluste in der Somme-Schlacht lagen damit bei 335.688 für die 2. Armee und 395.636 für die 1. Armee, zusammen 731.324, davon etwa 416.802 blutige Verluste. Britische Truppen nahmen im 2. Halbjahr 1916 40.207 deutsche Soldaten, davon 832 Offiziere, an der Westfront gefangen[10]. Der größte Teil davon dürfte auf die Somme-Schlacht zurückzuführen sein. Damit fielen etwa 125.000 deutsche Soldaten in der Schlacht oder starben später an den Wunden.

Der Sanitätsbericht führt die Verluste nach Tagzehnten auf. Im Zeitraum 21. Juni – 30. Juni 1916 (das britische Trommelfeuer begann am 24. Juni 1916) hatte die 2. Armee 6.960 blutige Verluste: 4.482 Verwundete, 1.189 Gefallene und 1.289 Vermisste. Die Verlustzahlen stiegen im Tagzehnt vom 1. Juli – 10. Juli 1916 durch den britischen Angriff seit dem 1. Juli 1916 enorm an: 20.875 Verwundete, 5.786 Gefallene und 18.438 Vermisste, zusammen 45.099 blutige Verluste. Der Vergleich der Tagzehnte zeigt auf, dass der Schützengraben einen relativ guten Schutz gegen Feindfeuer bot, dass jedoch Angriffe auch beim Angegriffenen zu hohen Verlusten führten.[11]

Literatur[Bearbeiten]

Filmmaterial[Bearbeiten]

  • Channel four: Die Schlacht an der Somme, ISBN 978-3-8312-9407-7
  • Euro Video: Der Schützengraben
  • BBC-Dokumentarfilm: The Somme – From Defeat to Victory
  • Die Höllenschlacht – Somme 1916. Dokumentation von Detlef Siebert. ARTE/NDR, Deutschland 2010, 52 Min.[12]

Mahnmale[Bearbeiten]

  • Der Danger Tree markiert einen Punkt, an dem am ersten Tag der Schlacht zahlreiche Briten fielen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1].Seite von DHM.Abgerufen am 26.März 2010 um 17:05.
  2. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz (Hrsg.): Die Deutschen an der Somme 1914–1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 978-3-89861-567-9, S. 87; Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3-506-73913-1, S. 855. Anm.: Die Zahlen der deutschen Verluste sind umstritten, britische Autoren rechnen die – vom deutschen Sanitätsbericht (dortige Verlustzahl: 335.688) angeblich nicht gleichermaßen wie in den entsprechenden alliierten Berichten erfasste – Zahl der Leichtverletzten hoch und kommen auf deutsche Verluste von bis zu 650.000 Mann. Vgl.: Hew Strachan: Der Erste Weltkrieg. Eine neue illustrierte Geschichte. Aus dem Englischen von Helmut Ettinger. Pantheon Verlag, München 2006, ISBN 3-570-55005-2, S. 240 f.; John Keegan: Der Erste Weltkrieg. Eine europäische Tragödie. Aus dem Englischen von Karl und Heidi Nicolai. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-61194-5, S. 416.
  3. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz (Hrsg.): Die Deutschen an der Somme 1914–1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 978-3-89861-567-9, S. 87; Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3-506-73913-1, S. 855.
  4. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz (Hrsg.): Die Deutschen an der Somme 1914–1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 978-3-89861-567-9, S. 87; Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3-506-73913-1, S. 855.
  5. Lochnagar Crater The Official Site.
  6. Geoffrey Regan, Militärische Blindgänger und ihre größten Schlachten, Komet Verlag, Köln ISBN 3-89836-538-7, S. 171.
  7. The War Office: Statistics of the Military Effort of the British Empire During the Great War 1914-1920, London March, 1922, S. 324
  8. The War Office: Statistics of the Military Effort of the British Empire During the Great War 1914-1920, London March, 1922, S. 258 f.
  9. Sanitätsbericht über das deutsche Heer im Weltkriege 1914/1918, III. Band, Berlin 1934, S. 50 ff.
  10. The War Office: Statistics of the Military Effort of the British Empire During the Great War 1914-1920, London March, 1922, S. 632
  11. Sanitätsbericht über das deutsche Heer im Weltkriege 1914/1918, III. Band, Berlin 1934, S. 51.
  12. arte.tv

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht an der Somme – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien