Schlacht bei Castillon
44.855688888889-0.040652777777778Koordinaten: 44° 51′ N, 0° 2′ W
| Schlacht bei Castillon | |||||||
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| Teil von: Hundertjähriger Krieg | |||||||
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| Konfliktparteien | |||||||
| Befehlshaber | |||||||
| Truppenstärke | |||||||
| etwa 10.000 Mann | etwa 5.000 Mann | ||||||
| Verluste | |||||||
| 100 Mann gefallen oder verletzt | 4.000 Mann gefallen, verwundet oder gefangen genommen | ||||||
| Schlachten des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) |
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1. Phase 1337–1386
Ärmelkanal und Flandern (1337-40): Cadzand – Arnemuiden – Ärmelkanal – SluisChevauchées der 1340er: Saint-Omer – Auberoche Edward III. Feldzug (1346-47): Caen – Blanchetaque – Crécy – Calais Bretonischer Erbfolgekrieg (1341-64): Champtoceaux – Brest – Morlaix – Saint-Pol-de-Léon – La Roche-Derrien – Turnier der Dreißig – Mauron – Auray Frankreichs Alliierte: Neville’s Cross – Les Espagnols sur Mer – Brignais Chevauchées der 1350er: Maupertuis Krieg der beiden Peters & Kastilischer Bürgerkrieg (1356-75): Barcelona – Araviana – Nájera – Montiel Französische Gegenoffensive: La Rochelle 2. Phase 1415–1435
Heinrich V. Feldzug (1415): Harfleur – AzincourtKampf um Nordfrankreich: Rouen – Baugé – Meaux – Cravant – La Brossinière – Verneuil Jeanne d'Arcs und die Kriegswende: Orléans – Schlacht der Heringe – Jargeau – Meung-sur-Loire – Beaugency – Patay – Compiègne – Gerberoy 3. Phase 1436–1453
Französischer Sieg: Formigny – Castillon |
Die Schlacht bei Castillon am 17. Juli 1453 war eine entscheidende Auseinandersetzung zugunsten Frankreichs am Ende des Hundertjährigen Krieges zwischen Heinrich VI. von England und Karl VII. von Frankreich.
[Bearbeiten] Ausgangslage
Auch nach dem Tod der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc blieben die Franzosen im letzten Abschnitt des Hundertjährigen Krieges auf dem Vormarsch. Die Krönung des englischen Königs Heinrich VI. am 16. Dezember 1431 in der Kathedrale Nôtre-Dame in Paris zum König von Frankreich konnte dies nicht mehr ändern, hatte doch die Krönung Karl VII. in Reims ein Jahr zuvor eine viel spürbarere Wirkung auf das französische Volk.
So eroberten die Franzosen zwischen 1436 und 1441 die gesamte Île-de-France zurück und 1437 zog Karl VII. in Paris ein. Es folgten französische Eroberungen in Südwestfrankreich (1442) und in der Normandie (1443), die nach dem Waffenstillstand von 1444 in den Jahren 1449/50 von den Engländern endgültig an Frankreich verloren ging. Die um ihren südwestlichen Brückenkopf besorgten Engländer starteten daraufhin 1453 bei Bordeaux mit ihrem Befehlshaber John Talbot eine Gegenoffensive, die bei Castillon in eine Entscheidungsschlacht mündete.
[Bearbeiten] Verlauf
Der englische Befehlshaber John Talbot erhielt für die Aufgabe, den Brückenkopf im Südwesten zu sichern, zusätzliche 3.000 Mann Verstärkung. Seine Armee bestand jedoch auch aus einer unzureichend bewaffneten Anzahl von Gascognern. Als die Engländer die Stadt Castillon belagerten, befahl der französische Kommandeur Jean Bureau, das Quartier der Engländer mit Gräben und anderen Hindernissen einzukreisen. Zudem ließ er einen Wall mit ungefähr 300 Kanonen errichten. Die Franzosen waren mit etwa 10.000 Mann und schwerer Ausrüstung in der besseren Ausgangsposition. Die Chance der Engländer, die Stadt zu erobern, war gering.
Am 17. Juli 1453 näherte sich Talbot mit 1.300 Rittern, die der Hauptarmee voreilten, dem französischen Hauptlager. Mit seinem Voraustrupp konnte er der französischen Bogenschützeneinheit zunächst schwere Verluste zufügen. Nach weiteren kleineren Scharmützeln erfuhr Talbots Hauptarmee von einem Boten aus der Stadt, dass die Franzosen sich zurückziehen würden. Talbot handelte rasch, zog seine Armee komplett zusammen und rückte weiter in Richtung des französischen Lagers vor. Dort fand er eine Übermacht im Verhältnis 1:2 vor, befahl aber dennoch den Angriff. Zunächst verlief die Schlacht noch ausgeglichen, doch nach einer Stunde erreichte die Kavallerie des bretonischen Herzogs das Schlachtfeld und umfasste Talbot über die rechte Flanke. Als Talbots Pferd getötet wurde, erkannte ein französischer Bogenschütze Talbot und erschlug den fast Siebzigjährigen. Die Engländer wichen daraufhin nach schweren Verlusten vom Schlachtfeld und flohen.
[Bearbeiten] Folgen der Schlacht
Die Engländer verloren nach ihrer entscheidenden Niederlage alle territorialen Besitztümer auf dem Festland außer der Stadt Calais, die erst 1559 an Frankreich zurückfiel. Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges sorgten die drei Dekaden andauernden Rosenkriege in England für Chaos. Dennoch gaben die englischen Könige ihren Anspruch auf die französische Krone erst während der Koalitionskriege gegen das revolutionäre Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts auf.
[Bearbeiten] Literatur
- David Nicolle, Angus McBride, Paul Knight, Graham Turner: Die Armeen des 100-jährigen Krieges 1337–1453. Siegler Verlag, Sankt Augustin 2005, ISBN 3-87748-645-2.