Schlacht bei Dettingen

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Schlacht bei Dettingen
König Georg II. während der Schlacht bei Dettingen; Gemälde von John Wootton
König Georg II. während der Schlacht bei Dettingen; Gemälde von John Wootton
Datum 27. Juni 1743
Ort Dettingen, ein Ortsteil von Karlstein am Main bei Aschaffenburg, Bayern
Ausgang Sieg der Verbündeten
Konfliktparteien
Großbritannien KonigreichKönigreich Großbritannien Großbritannien
Kurfürstentum Braunschweig-LüneburgKurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover
HabsburgermonarchieHabsburgermonarchie Österreich
Frankreich Konigreich 1792Frankreich Frankreich
Befehlshaber
Großbritannien KonigreichKönigreich Großbritannien Georg II. Frankreich Konigreich 1792Frankreich Adrien de Noailles
Truppenstärke
35.000 Mann 70.000 Mann
Verluste
ca. 3.000 Tote, Verwundete und Vermisste ca. 4.000 Tote, Verwundete und Vermisste
Plan der Schlacht

Die Schlacht bei Dettingen vom 27. Juni 1743 zwischen Großbritannien, Kurhannover und dem habsburgischen Haus Österreich einerseits und den Franzosen andererseits fand während des Österreichischen Erbfolgekriegs im heutigen Karlstein in der Nähe von Aschaffenburg (Bayern) statt und endete mit einem Sieg der Verbündeten.

Verlauf[Bearbeiten]

Im Juni 1743 lag die aus britischen, österreichischen und hannoverschen Truppen bestehende, rund 35.000 Mann starke „pragmatische Armee“ westlich von Aschaffenburg am Main. Ihre Kommandeure waren John Dalrymple, 2. Earl of Stair (nomineller Oberkommandierender), Herzog Leopold Philipp von Arenberg, Feldmarschall Neipperg (Österreicher) und General Ilton (Hannoveraner). Am 17. Juni stieß der britische König Georg II. mit seinem Sohn Wilhelm August, Herzog von Cumberland, zur Armee und übernahm de facto das Kommando.

Da die etwa 70.000 Mann zählenden Franzosen unter dem Herzog von Noailles die Nachschublinien der pragmatischen Armee bei Frankfurt am Main unterbrochen hatten, begann diese am 27. Juni den Rückzug in Richtung Hanau, um dort erwartete österreichische Verstärkungen zu treffen. Als sich die Verbündeten dem Dorf Dettingen (heute ein Ortsteil von Karlstein am Main) näherten, mussten sie feststellen, dass der Ort von französischen Truppen besetzt war, die auf Schiffsbrücken den Main überquert hatten. Damit war die Marschstraße blockiert. Die französische Artillerie stand auf der anderen Mainseite und konnte bei einem Angriff in die Flanke der Verbündeten feuern. Gleichzeitig marschierte ein Teil der französischen Armee unter Noailles auf der anderen Mainseite in Richtung Aschaffenburg, um dort den Fluss zu überqueren und den Verbündeten in den Rücken zu fallen.

Die Verbündeten formierten ihre Truppen zu einer Gefechtslinie mit dem linken Flügel am Main, was von etwa 9 Uhr morgens bis gegen Mittag dauerte. Das Gefecht wurde durch die französische Artillerie eröffnet, die vom anderen Mainufer her die britische Kavallerie unter Beschuss nahm. Der Herzog von Gramont, Kommandeur der französischen Truppen in Dettingen, ging zum Angriff über, da er vermutete, nur die gegnerische Nachhut vor sich zu haben. Damit postierte er seine Soldaten zwischen der Artillerie und den Verbündeten. Nach einem zunächst ergebnislosen Gefecht warfen die Verbündeten einen französischen Infanterieangriff auf ihre Linien zurück, woraufhin die Franzosen sich über die Schiffsbrücken auf die andere Flussseite zurückzogen. Dies geschah offenbar in ziemlicher Unordnung; eine der Schiffsbrücken brach zusammen, so dass eine größere Anzahl Soldaten im Main ertrank. Die Verluste der Sieger werden auf 3.000, der Franzosen auf 4.000 Mann geschätzt. König Georg II. nahm am größten Teil der Schlacht nicht teil, da sein Pferd durchging und er nicht rechtzeitig zurückkam. Zu den Teilnehmern auf britischer Seite gehörten auch James Wolfe und Jeffrey Amherst, die im Franzosen- und Indianerkrieg (Siebenjähriger Krieg) (1754–1763) eine wichtige Rolle bei der Eroberung Kanadas spielten.

Folgen[Bearbeiten]

Medaille Georg II, anl. der Schlacht bei Dettingen (im Münzkabinett des Nieders. Landesmuseum Hannover)

Die Franzosen zogen sich nach ihrer Niederlage über den Rhein zurück, die pragmatische Armee setzte ihren Rückzug nach Hanau fort. Dass die Schlacht zu den bekannteren des Österreichischen Erbfolgekriegs gehört, liegt weniger im Militärischen, sondern daran, dass sie die letzte der britischen Geschichte war, bei der der Monarch persönlich anwesend war,[1] und Georg Friedrich Händel den Sieg zum Anlass nahm, sein Dettinger Te Deum zu komponieren, das am 27. November des gleichen Jahres in Gegenwart des Königs und des gesamten Hofstaates feierlich uraufgeführt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Bernd Spies, Helmut Winter (Hrsg.): Die Schlacht bei Dettingen 1743. Beiträge zum 250. Jahrestag (= Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V. Bd. 38). Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Aschaffenburg 1993, ISBN 3-87965-061-6.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Stephan Speicher: Eine Welt ist nicht genug. Hannover feiert die georgianische Ära, in der eine deutsche Dynastie das britische Weltreich regierte. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2014, S. 17.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht bei Dettingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien