Schlacht bei Fleurus (1622)
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| Schlacht bei Fleurus (1622) | |||||||||
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| Teil von: Achtzigjähriger Krieg / Dreißigjähriger Krieg | |||||||||
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| Konfliktparteien | |||||||||
| Spanisches Heer | Söldnerheer in Diensten der Generalstaaten | ||||||||
| Befehlshaber | |||||||||
| Gonzalo Fernández de Córdoba | Graf Ernst von Mansfeld, Herzog Christian von Braunschweig | ||||||||
In der Schlacht bei Fleurus (auch la bataille de Fleurus et Saint-Amand) traf während des Dreißigjährigen Krieges am 29. August 1622 das ehemalige Söldnerheer des geächteten Pfalzgrafen unter dem Befehl des Söldnergenerals Ernst von Mansfeld und seines Reiterführers, Herzog Christians von Braunschweig (gen. der Halberstädter), auf ein spanisches Heer unter General Gonzalo Fernández de Córdoba. Die Schlacht endete mit einem teuer erkauften Durchbruch der mansfeldischen Truppen, die sich auf dem Wege in die nördlichen Niederlande befanden, wo sie wenige Wochen später dem Fürsten Moritz von Oranien (niederländ. Prins Maurits) helfen sollten, die von den Spaniern unter General Spínola belagerte Festung Bergen op Zoom zu befreien.
Mansfeld und Christian von Braunschweig hatten seit 1621 als Söldnerführer unter Friedrich V. von der Pfalz (dem sog. Winterkönig von Böhmen) gedient. Nach dem Ende dieser Kriegsdienste (Juli 1622) traten sie in die der Vereinigten Niederlande, die im Krieg gegen Spanien standen. Die Spanier belagerten die Stadt Bergen-op-Zoom. Deshalb erhielt das Söldnerheer, das inzwischen an die Maas, bis Sedan gezogen war, von den Generalstaaten den Auftrag, durch die südlichen (habsburgischen) Niederlande nach Norden durchzubrechen und der belagerten Stadt Entsatz zu bringen. Nachdem Mansfeld und der Halberstädter in den Hennegau eingefallen waren und die Sambre überquert hatten, stellte sich ihnen bei dem kleinen Ort Fleurus (zwischen Namur und Charleroi) am Abend des 28. August das spanische Heer unter Córdoba entgegen.
Die Schlacht begann anderntags (29. August) im Morgengrauen. Auf Seiten der Angreifer befehligte Mansfeld das Fußvolk im Zentrum, Herzog Christian die Reiterei auf dem rechten Flügel. Córdoba, dessen Kavallerie schwach war, hatte sein Fußvolk zur Abwehr in vier großen Vierecken in einer Reihe aufgestellt. In dem erbitterten Kampf, der mehrere Stunden dauerte, erlitten beide Seiten beträchtliche Verluste (je 2.000-3.000 Mann). Unter den Gefallenen waren auch zwei mansfeldische Oberste, Herzog Friedrich von Sachsen-Weimar und Graf Heinrich von Ortenburg. Am Ende gelang Mansfeld und dem Halberstädter der Durchbruch. Als sie die Reste ihres Söldnerheeres dem Fürsten von Oranien zuführten und dieser sich zur Befreiung Bergens anschickte, musste Spínola die Belagerung abbrechen (4. Oktober 1622).
Herzog Christian, der Halberstädter, erlitt in der Schlacht eine Verwundung an der linken Hand, die bald darauf brandig wurde, so daß ihm in Breda der Unterarm amputiert werden musste. Die Operation wurde angeblich im Heerlager unter lautem Fanfarenschall durchgeführt [Wedgwood, S. 137]. Später ließ er sich in Holland eine Prothese anfertigen, die aber leider nicht erhalten und deren Bauart unbekannt ist; möglicherweise war es eine "eiserne Hand", ähnlich derjenigen des Götz von Berlichingen [Löffler, S. 65 ff.].
[Bearbeiten] Literatur
- Louis de Haynin, Seigneur du Cornet: Histoire générale des guerres de Savoie, de Bohême, du Palatinat et des Pays-Bas 1616–1627; avec une introduction et des notes par A. L. P. de Robaulx de Soumoy; 2 Bände, Brüssel 1868/69; hier Bd. II, S. 65-75.
- Johann Philipp Abelinus, Theatrum Europaeum, Bd. I (1635).
- Friedemann Bedürftig, Taschenlexikon Dreißigjähriger Krieg, Piper-Verlag, München/ Zürich 1998. ISBN 3-492-22668-X.
- Cicely Veronica Wedgwood, Der 30jährige Krieg, aus dem Englischen von A. G. Girschick, 9. Aufl. München 1996 (engl. Original-Ausg.: The Thirty Years' War, London 1965).
- Liebhard Löffler, Der Ersatz für die obere Extremität; die Entwicklung von den ersten Zeugnissen bis heute, Stuttgart 1984.

