Schlacht bei Jüterbog (1644)

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Schwedisches und kaiserliches Lager bei Bernburg
Schwedisches und kaiserliches Lager bei Bernburg
Datum 23. November 1644
Ort Jüterbog,23. November 1644
Frohse bei Magdeburg, 23. Dezember 1644
Ausgang entscheidender Sieg der schwedischen Truppen
Folgen Die kaiserliche Armee wird faktisch vernichtet
Friedensschluss Frieden von Brömsebro
Konfliktparteien
Schweden Kaiserliche Truppen
Befehlshaber
Lennart Torstensson Matthias Gallas
Truppenstärke
16.000 15.000

Die Schlacht bei Jüterbog fand am 23. November 1644 im Rahmen der schwedischen Besetzung von Jütland statt. Die Schweden vernichten die kaiserliche Kavallerie bei Jüterbog und die Infanterie bei Frohse.

Eine Schwedische Armee unter Lennart Torstensson zog im Winter 1643 im Rahmen des Torstenssonkriegs von Mähren in Richtung Dänemark. Am 6. Dezember erreichen sie Havelberg und am 11. Dezember überschritten sie die holsteinische Grenze bei Trittau. Der Angriff überraschte den dänischen König Christian IV. und so konnte kein Widerstand mehr organisiert werden. So konnte die Schwedische Armee Winterquartier in Holstein und Jütland beziehen. Das eigenmächtige Vorgehen des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna verschreckte Frankreich, welches seine Hilfsgelder für Schweden einstellte, um ein zu mächtiges Schweden zu verhindern. Der deutsche Kaiser wollte die Gelegenheit nutzen und die Dänen militärisch unterstützen. Er schickte seinen Feldherren Matthias Gallas mit einer Armee, die im Frühjahr 1644 Kiel erreichte, in Holstein Quartier nahm und das Land plünderte. Ein Land das bereits von der Armee Torstenssons heimgesucht wurde. In Hamburg wurde sogar eine Spottmünze geprägt. Die hatte auf einer Seite den Spruch: Was Gallas in Holstein ausgerichtet, das findet man auf der anderen Seite, und die andere Seite war leer.[1]

Torstensson marschierte mit seiner Armee durch einen nicht besetzten Paß zwischen Schleswig und Stapelholm und zwang die kaiserlichen die Elbe herauf bis nach Sachsen zurück. Bei Bernburg errichtete Gallas ein Lager und versuchte so einen weiteren Rückzug zu vermeiden.

Torstensson versuchte daher der Armee den Nachschub aus Böhmen und Sachsen abzuschneiden, indem er über die Saale ging. Und bald ging der Armee Galles in der Tat der Proviant aus. Er teile seine Armee in Fußvolk und Kavallerie. Das Fußvolk sollte nach Magdeburg ziehen, die Kavallerie aber über die Elbe setzen und sich über die Lausitz nach Schlesien zurückziehen. Torstensson setzte ihnen nach und die kaiserlichen Einheiten stellten sich auf der Birkheide bei Jüterbog zum Kampf. Sie konnten zunächst einige Angriffe auf das Zentrum abwehren, aber als die Schweden die Kavallerie in die Zange nehmen konnten zog man sich zurück. 3500 kaiserliche sollen gefallen sein.

Nach dem Sieg wandte sich Torstensson der Infanterie zu, die er am 23. Dezember bei Frohse vor Magdeburg stellen konnte. Er schlug sie dort vernichtend, so das Gallas nur noch 1000 bis 2000 Mann sammeln konnte. Nachdem die Bedrohung durch die kaiserlichen nicht mehr existiert teilte Torstensson seine Armee. Er selbst ging mit 16.000 Mann nach Böhmen, General Axel Lilienstern besetzte Kursachsen und der General Königsmarck das Bremer Gebiet.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. O. Schmidt,Deutschlands Schlachtfelder: Berichte über die Schlachten, die seit 1620 S. 62 Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Gallois, Chronik der Stadt Hamburg und ihres Gebiets, S.168, Digitalisat