Schlacht bei Torgau

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Schlacht bei Torgau
Teil von: Siebenjähriger Krieg
Schematische Darstellung der Schlacht
Schematische Darstellung der Schlacht
Datum 3. November 1760
Ort bei Torgau, Sachsen
Ausgang Sieg der Preußen
Konfliktparteien
Preussen KonigreichKönigreich Preußen Preußen Romisches Reich Heiliges 1400Heiliges Römisches Reich Habsburg (Österreich, Kaiserliche)
Befehlshaber
Friedrich II. von Preußen Leopold Joseph Daun
Truppenstärke
58.500 und 256 Geschütze 52.000 und 275 Geschütze
Verluste
16.751 15.200

Die Schlacht bei Torgau war am 3. November 1760 die letzte große Schlacht des Siebenjährigen Krieges.

Ablauf[Bearbeiten]

Sachsen war von der Reichsarmee besetzt. Die Österreicher unter Feldmarschall Leopold Joseph Daun wollten bei Torgau Anschluss an diese finden. Daun hatte sich auf den Süptitzer Höhen mit ca. 33.000 Mann und ca. 400 Kanonen festgesetzt. Der Ort war gut gewählt: Waldungen, Verhaue, Gräben, Teiche und Moräste machten jeden Angriff schwierig und verlustreich.

Friedrich II. brauchte aber Sachsen als Drehscheibe für den Nachschub, als Winterquartier für seine Armee und als Faustpfand für eventuelle Friedensverhandlungen. Er versuchte hier eine neue Taktik, um seinen Plan durchführen zu können: Er teilte seine Truppen auf und führte drei Korps durch die Wälder, um die Höhe zu umgehen und von Norden die Österreicher anzugreifen. Währenddessen marschierte Hans Joachim von Zieten mit dem 4. Korps auf den Süden der Höhe zu. Der Angriff der Truppen vom Norden und vom Süden sollte gleichzeitig beginnen.

Zieten griff zu früh an und stieß auf das Kavalleriekorps St. Ignons, welches gefangen genommen wurde. Dieser frühe Angriff wäre fast zur Katastrophe geworden. Friedrich griff jetzt auch die Höhe an, obwohl der größte Teil seiner Korps noch nicht angekommen war.

Als die Kavallerie endlich eingriff, wurde sie von den Österreichern zurückgeworfen. Der zweite Angriff war erfolgreicher. Die österreichische Infanterie wurde auseinandergesprengt. Die österreichischen Reiterei machte den Erfolg aber wieder zunichte.

Inzwischen versuchte Friedrich II. von Norden her mit zehn Bataillonen einen Angriff, der blutig endete. Das Kanonenfeuer der österreichischen Kanonen verursachte innerhalb einer Stunde den Verlust von 5.000 preußischen Grenadieren.

Nach dem Eintreffen der Hauptkolonne griff Friedrich ein zweites Mal vergebens an. Daun setzte jetzt seine Kavallerie ein, die die Preußen in die Wälder zurücktrieb.

Inzwischen war Daun am Fuß verwundet worden und ließ sich in Torgau behandeln. Das Kommando der kaiserlichen Armee wurde von General Adolf Nikolaus von Buccow übernommen. Friedrich II., dem zwei Pferde unter dem Leib weggeschossen worden waren, war ebenfalls verwundet und glaubte, da er keine Nachricht von Zietens Kampfhandlungen erhielt, die Schlacht verloren. Daun sandte durch seinen Generaladjutanten von Rothschütz eine voreilige Siegesdepesche an Kaiserin Maria Theresia nach Wien.

Aber in der Dämmerung wendete sich das Blatt. Zietens Kolonne eroberte um 18 Uhr die große Batterie der Österreicher. Zieten ließ die Kanonen wenden und beschoss die Österreicher. Zwei Versuche, die Kanonen zurückzuerobern, scheiterten.

Der Sieg der Preußen stand gegen 21 Uhr fest. Aber es war ein teurer Sieg. Mit 16.751 Mann verloren die Preußen mehr als 25 % ihrer Armee, die Österreicher mit 15.200 Mann knapp 30 %. Die Schlacht war die modernste und die blutigste Massenschlacht des 18. Jahrhunderts.

Der Torgauer Marsch erinnert an den Sieg.

Lyrik[Bearbeiten]

Theodor Fontane schrieb in Erinnerung an die Schlacht das Gedicht Bei Torgau:

Auch die Grenadiere wollen nicht mehr.
Wie ein Rasender jagt der König daher
Und hebt den Stock und ruft unter Beben:
»Racker, wollt ihr denn ewig leben?
Bedrüger …«
»Fritze, nichts von Bedrug;
Für fünfzehn Pfennig ist's heute genug.«

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Joachim Friedrichs: Weltgeschichte, eine Chronik, Novalis-Verlag
  • Hannsjoachim W. Koch: Geschichte Preußen, Bertelsmann Verlag
  • Robert Schmidt: Der 7jährige Krieg zwischen Elbe und Mulde (2007), Verlags-, Werbe- und Phila-Service Robert Schmidt, Oschatz

Bildergalerie[Bearbeiten]