Schlacht bei Vlotho

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schlacht bei Vlotho
Datum 17. Oktober 1638
Ort Vlotho, Ostwestfalen-Lippe
Ausgang Sieg der Kaiserlichen
Folgen Kurfürst Ruprecht gerät in Gefangenschaft
Konfliktparteien
Kaiserlich-sächsische Truppen Schwedisch-kurpfälzisches Heer
schottische Söldner
Befehlshaber
Feldmarschall Melchior Graf von Hatzfeldt Landgraf Karl I. Ludwig von der Pfalz
Kurfürst Ruprecht
James King
Truppenstärke
8000 7700
Verluste
unbekannt 1000 Tote
über 1000 Gefangene

Die Schlacht bei Vlotho (auch Schlacht bei Valdorf genannt) fand am 17. Oktober 1638 während des Dreißigjährigen Krieges nahe dem Eiberg im heutigen Vlothoer Stadtteil Valdorf/Beerenkämpen im heutigen Nordrhein-Westfalen statt.

Belagerung von Lemgo[Bearbeiten]

1638 zog Landgraf Karl I. Ludwig mit seinem Bruder Ruprecht und einer Armee von 1700 Mann nach Stadtlohn, wo er sich mit dem schwedischen General James King mit dessen aus 6000 Mann bestehenden Armee traf. Sie beschlossen, Lemgo zu besetzen. Die Stadt wurde am 4. Oktober erreicht und zunächst belagert. Zur gleichen Zeit sammelte auf der gegnerischen Seite Feldmarschall Melchior Graf von Hatzfeldt bei Düsseldorf eine kaiserlich-sächsische Armee von etwa 8000 Mann und marschierte nach Lemgo, um die Stadt zu entsetzen.

Bei Bielefeld kam es zu ersten Gefechten zwischen beiden Heeren. Die Belagerung von Lemgo wurde am 16. Oktober aufgehoben, um der Bedrohung auszuweichen. Artillerie und Tross sollten nach Minden marschieren; auf dem Weg dorthin wollten sie über Vlotho kommend die Gohfelder Werrebrücke überqueren. James King und Karl Ludwig nahmen an, dass Hatzfeld nach Lemgo vorstoßen würde. Dieser schickte aber seine Reiterei unter dem Grafen Westerholt nach Gohfeld, um die dortige Brücke zu zerstören, so dass der Tross die Werre nicht überqueren konnte und fest saß.

Die Armee hingegen marschierte in ein enges Tal. Gegen zwei Uhr nachmittags kam die kaiserliche-sächsische Armee in Sicht, als die Kolonnen die Kirche von Valdorf erreicht hatten. Den ersten Angriff wehrten die Soldaten ab, ohne dass eine Schlachtordnung aufgebaut werden konnte. Der Kommandeur des kaiserlichen linken Flügels, Generalwachtmeister Peter von Götzen (Bruder von Johann von Götzen), wurde zu Beginn der Schlacht von einer Kanonenkugel getötet. Nach drei Stunden hatten die kaiserlichen Truppen unter Hatzfeldt die schwedischen bis zur Weser zurückgetrieben. Viele Soldaten ertranken bei dem Versuch, die Weser zu durchschwimmen.

Folgen[Bearbeiten]

Der Feldzug endete für Landgraf Karl katastrophal: Seine Armee wurde völlig zerschlagen. Sein Bruder Ruprecht wurde gefangen, ebenso der verwundete schwedische General King und über 1000 Soldaten, Generalleutnant Ferentz und zwei englische Grafen sowie zahlreiche Offiziere. Die Anzahl der Getöteten wird auf 1000 geschätzt. Der Landgraf selbst konnte zwar sein Leben retten, jedoch gingen seine Kutsche und seine gesamte Ausrüstung verloren sowie die pfälzische Kanzlei, der englische Hosenbandorden des Pfalzgrafen und der Wagen des Zahlmeisters mit 30.000 Talern. Die Verluste der Kaiserlichen hingegen wurden als sehr klein angegeben, aber unter ihnen befand sich auch der irische Oberst Tirrel.

Die Reste von Karl Ludwigs Armee wurden in die schwedischen Regimenter eingegliedert. Mit dem Verlust seiner Armee verlor Karl Ludwig die Möglichkeit, seine Stammlande zurückzuerobern. Erst nach dem Frieden von Münster (1648) bekam er einen Teil seiner Besitzungen zurück. Die Oberpfalz fiel an Bayern.

Erinnerungen[Bearbeiten]

Auf dem Eiberg in Valdorf befindet sich ein Denkmal, das 1913 aufgestellt wurde und auch der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 gedenkt.

Hinweis zum Namen[Bearbeiten]

In der Literatur findet sich die Schlacht unter verschiedenen Namen:

  • Schlacht bei Valdorf [1]
  • Schlacht bei Vlotho [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Grossmann: Geschichte der Gemeinde Valdorf und ihrer Bauerschaften. 1955 Hsg. Gemeinde Valdorf
  • Friedrich Vormbaum: Die Grafschaft Ravensberg und die Stadt und vormalige Abtei Herford. Digitalisat
  • Friedrich Rudolf von Rothenburg: Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern. S. 583, Digitalisat
  • Geschichte von Vlotho [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Großmann: Geschichte der Gemeinde Valdorf und ihrer Bauernschaften. Valdorf, 1955, S. 166 ff.
  2. Friedrich Schiller: Geschichte des Dreissigjährigen Krieges [1] abgerufen am 10 Februar 2014

52.1330658.847466Koordinaten: 52° 7′ 59″ N, 8° 50′ 51″ O