Schlacht um Moskau

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Schlacht um Moskau
Frontveränderungen vom 22. Juni bis 5. Dezember 1941
Frontveränderungen vom 22. Juni bis 5. Dezember 1941
Datum 2. Oktober 1941 bis 31. Januar 1942
Ort bei Moskau, Sowjetunion
Ausgang Sowjetischer Sieg
Konfliktparteien
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Befehlshaber
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Fedor von Bock
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Heinz Guderian
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Albert Kesselring
Sowjetunion 1923Sowjetunion Georgi Schukow
Sowjetunion 1923Sowjetunion Alexander Wassilewski
Truppenstärke
Heeresgruppe Mitte Westfront
Verluste
Nov. 1941: 145.000
Dez. 1941: 103.600
Jan. 1942: 144.900[1]
1.026.000 Mann
(654.000 Gefallene und Gefangene)

Die Schlacht um Moskau war eine Schlacht an der deutsch-sowjetischen Front im Zweiten Weltkrieg. Sie begann am 2. Oktober 1941 mit der Wiederaufnahme der Offensive der Heeresgruppe Mitte gegen die West-, Reserve- und Brjansker Front. Das Ziel der Operation war die Ausnutzung der durch die Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk geschaffenen günstigen Bedingungen zur Einnahme der sowjetischen Hauptstadt Moskau. Nachdem der Vorstoß in der Doppelschlacht bis zum 30. Oktober 1941 aufgrund des herbstlichen Schlamms und des verstärkten sowjetischen Widerstands ins Stocken geraten war, konnte die Offensive rund zwei Wochen später fortgesetzt werden. Die zweite Offensive scheiterte jedoch, nachdem am 5. Dezember 1941 die Rote Armee eine großangelegte Gegenoffensive unternahm, die zu einem Rückzugsbefehl von Hitler am 15. Januar 1942 führte. In der Moskauer Angriffsoperation (5. Dezember 1941 bis 7. Januar 1942) stieß die Rote Armee auf einer etwa 1000 km breiten Front bis zu 250 km nach Westen vor. Das eigentliche Ziel, die Vernichtung der Heeresgruppe Mitte, wurde (zunächst) nicht erreicht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bisheriger Verlauf des Krieges[Bearbeiten]

Im Verlauf des Krieges gegen die Sowjetunion waren die drei Heeresgruppen der deutschen Wehrmacht sowie die Streitkräfte der mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten seit dem 22. Juni 1941 weit auf sowjetisches Territorium vorgedrungen. In der Kesselschlacht bei Smolensk war eine erste sowjetische Verteidigungsstellung vor Moskau durchstoßen worden. Hitler verhinderte jedoch einen sofortigen Vorstoß auf Moskau, indem er am 28. Juli die Panzergruppe 3 unter Generaloberst Hermann Hoth nach Norden und die Panzergruppe 2 unter Generaloberst Heinz Guderian mit der 2. Armee unter dem Kommando von Generaloberst Maximilian von Weichs nach Süden abdrehen ließ, da seiner Meinung nach der Eroberung der wirtschaftlich wichtigen Gebiete der Ukraine und der Eroberung Leningrads eine höhere Priorität zukam. Die Panzergruppe 3 nahm am Vormarsch auf Leningrad teil, während sich die Panzergruppe 2 und die 2. Armee an der Schlacht um Kiew beteiligten.

Meinungsverschiedenheiten im Vorfeld der Offensive[Bearbeiten]

Nach Hitlers Plänen sollten vor der Eroberung Moskaus die sowjetische militärische Verteidigungskraft weitgehend ausgeschaltet und gleichzeitig die wirtschaftlich wichtigsten Gebiete im Norden und Süden Russlands sowie der Ukraine in Besitz genommen werden. Außerdem wünschte Hitler die Einnahme der Krim, um die Bedrohung der rumänischen Erdölfelder durch Luftangriffe der Roten Luftflotte auszuschließen. Die deutsche Generalität sah im Gegensatz dazu das vorrangige Ziel allein in der sofortigen Einnahme Moskaus. Moskau hatte nicht nur aus geographischer Sicht eine große Bedeutung, sondern auch als Verkehrs- und Nachrichtenzentrale, als politischer Mittelpunkt und als wichtiges Industriegebiet.

Deutsche Planungen[Bearbeiten]

Nach der Weisung des Generalstabes des Heeres vom 18. August 1941 sollten zwei Flügel gebildet werden, um die sowjetische Hauptstadt nördlich und südlich zu umfassen und einzukesseln. Der südliche Flügel sollte über die Linien Brjansk-Roslawl und Kaluga-Medyn verlaufen, der nördliche Flügel sollte zwei Ansätze haben. Ersterer war aus dem Gebiet von Beloje und zweiter aus der Umgebung von Toropez geplant.[2] Allgemein sollte über Rschew nach Osten angegriffen werden. Laut dieser Planung sollte der Mittelabschnitt hauptsächlich defensiv mit zehn Infanteriedivisionen bleiben. Nach der Meinung des Generalstabes des Heeres sollte die Entscheidung über die beiden offensiv ausgerichteten Flügel herbeigeführt werden. Das weitere Vorgehen nach einem erfolgreichen Durchbruch wurde von der Situation an der Front abhängig gemacht.[2] In seiner Weisung vom 6. September 1941 gab Adolf Hitler den Befehl, die entscheidende Operation gegen die „vor der Heeresmitte in Angriffskämpfen festgelegte Heeresgruppe Timoschenko“ vorzubereiten.[2][3]

Der Operationsbefehl Hitlers sah zunächst lediglich die Umfassung der „Heeresgruppe Timoschenko“ in „allgemeiner Richtung Wjasma“ durch starke Panzerverbände vor, die für diesen Zweck zusammengefasst wurden. Die Kräfte am Südflügel begrenzte Hitler auf die 2. und die 5. Panzer-Division, der Nordflügel sollte aus der 9. Armee inklusive Verbänden aus dem Bereich der Heeresgruppe Nord bestehen.[4]

Der zweite Teil sah nach der Zerschlagung des Großteils der Westfront in der „scharf zusammengehaltenen Vernichtungsoperation“ die Verfolgung der sowjetischen Truppen in Richtung Moskau vor. Als operative Begrenzungen sollten rechts die Oka und links die obere Wolga dienen. Gedeckt werden sollte der Angriff durch aus dem Raum Kiew freiwerdende Truppen der Heeresgruppe Süd im Süden und durch Vorstöße entlang beider Seiten des Ilmensees im Norden.[4]

Am 10. September 1941 erging aufgrund von Hitlers Weisung vom Oberkommando des Heeres die „Weisung zur Fortführung der Operationen“.[4] Der Generalstabschef des OKH Franz Halder verschaffte sich Freiraum, indem er es schaffte, den Kampfauftrag bei augenscheinlich gleichen Formulierungen zu verändern. Damit ging Halder weit über seine Aufgaben hinaus und interpretierte die Weisung Hitlers zugunsten seiner Pläne, die mit denen des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Mitte Generalfeldmarschall Fedor von Bock übereinstimmten.[4]

Die Pläne Halders schränkten die von Hitler gesetzte eindeutige Priorität auf die Vernichtung der Westfront ein. Wörtlich notierte er:

„Erst nach sicherer Einschließung und Gewährleistung einer Vernichtung der ostwärts Smolensk zwischen Straße Roslawl, Moskau und Bjeloj umfassten Feindkräfte ist die Verfolgung in Richtung Moskau einzuleiten.“

Franz Halder, Generalstabschef des Heeres[5]

Halders Plan sah Hitlers Weisung erweiternd einen vom Diktator ausgesparten Frontalangriff von schnellen Verbänden und Infanteriedivisionen direkt auf Moskau vor. Dabei präzisierte er die von Hitler angesprochenen freiwerdenden Kräfte aus dem Raum der Heeresgruppe Süd mit der 2. Armee unter Generaloberst Maximilian von Weichs und der Panzergruppe 2 unter dem Kommando von Generaloberst Heinz Guderian. Diese beiden Verbände sollten den Angriff am rechten Flügel aller Voraussicht nach gegen Orjol aus dem Raum Romny Richtung Nordosten führen, um die sowjetischen Truppen vor der neu aufgestellten 2. Armee aus dem Süden aufzurollen.

Weitere große Unterschiede zur ursprünglichen Planung waren die Herausnahme des Großteils der 2. Armee aus dem Einkesselungsansatz östlich von Kiew und die wahrscheinlich werdende Bildung einer dritten Gruppe, die direkt gegen die sowjetische Hauptstadt vorstoßen sollte und unabhängig von den Operationen rund um Wjasma war. Aus diesem Grund war Halder auch sehr daran interessiert, die von Hitler in seiner Weisung erwähnten freiwerdenden Kräfte aus dem Raum der Heeresgruppe Süd innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraums in maximaler Zahl aus der Kiewer Operation freizumachen. Die 6. Armee, welche direkt neben der 2. Armee stand, bezog der Generalstabschef des Heeres nicht in seine Planungen mit ein.[5] Die Panzergruppe 1 unter dem Kommando von Generaloberst Ewald von Kleist sollte mit dem Schwerpunkt gegen die Linie Romny-Sula im Anschluss an die Panzergruppe 2 angreifen.[5] Zum Schutz der Ostflanke sollte der Großteil der 17. Armee in die Angriffsrichtung CharkowPoltawa vorstoßen. Entgegen Hitlers Weisung, die besagte, dass schnelle Kräfte „aus dem Raum der Heeresgruppe Süd“ (vermutlich der Panzergruppe 1) freigemacht werden sollten, beauftragte Halder die Panzergruppe 2 und die 2. Armee, den Angriff gestaffelt vorstoßend zu decken.[5] Dabei erließ der Generalstab des Heeres folgende Einschränkung:[5]

„Auftrag für die 11. Armee zur Wegnahme der Krim bleibt unverändert. Soweit nach Lage möglich, ist durch Ansatz einzelner schneller – gegebenenfalls ungarischer und rumänischer – Verbände die Grundlage für ein frühzeitiges Vorgehen von Teilkräften gegen die Nordküste des Asowschen Meeres zu schaffen.“

Franz Halder, Generalstabschef des Heeres[5]

Die Heeresgruppe Mitte begann währenddessen mit der Zusammenziehung der Verbände und der Generalstäbe, seit dem 19. September 1941 unter dem angeordneten Decknamen Unternehmen Taifun. Neben dem Vorstoß auf Moskau sollten die Truppen in Zusammenarbeit mit der Heeresgruppe Nord – wie bereits am 30. August von Halder befohlen – die Ausgangslage für den Angriff am nördlichen Flügel verbessern.[6]

Probleme vor Beginn des Angriffs[Bearbeiten]

Der Transport der Panzer zur Bildung der geplanten konzentrierten Schwerpunkte führte zu einer starken Belastung der gesamten Verkehrswege, da neben dem Transport von weit entfernt stehenden Verbänden der Panzergruppen 1 und 2 am Nordflügel die Verlegung der schnellen Truppen aus dem Bereich der Heeresgruppe Nord sowie der Nachschub aus der Heimat bewältigt werden musste.[7] Dies führte zu Verzögerungen, die durch die außerplanmäßige längere Dauer der Operationen östlich von Kiew und den langsamer als erwarteten Vorstoß auf Leningrad verstärkt wurden. Im Fall der 8. Panzer-Division resultierte daraus die Aufhebung des Bereitstellungsbefehls für die Heeresgruppe Mitte.[7]

Bereits während der Planungen bezog Halder die sich aufgrund der dauerhaften Einsätze ohne Auffüllungen weiter verringernde Stärke der Panzerdivisionen mit ein. Nach dem Stand des 4. September 1941 waren 30 % der Panzer komplett ausgefallen, darüber hinaus befanden sich 23 % in der Instandsetzung.[7] Insgesamt verfügte die Hälfte der in die Operationsplanungen einbezogenen Panzerdivisionen über durchschnittlich rund 34 % ihrer Sollstärke an Panzern. Dieser Prozentsatz verbesserte sich auch nur unwesentlich durch die 125 neu zugeführten Exemplare. Als problematisch erwies sich auch die dauerbelastete hauptsächlich in der Heimat durchgeführte Reparatur der Panzer, von denen eine schwache Widerstandsfähigkeit zu erwarten war. Aufgrund dieser Tatsache ersuchte Halder das OKW um weitere 181 Panzer, die gemeinsam mit den bereits Orsa und Dünaburg stehenden neuen 125 Stück eine Auffrischung der am stärksten geschwächten Panzerdivisionen um 10 % ihres Bestandes bedeutet hätte. Insgesamt wirken die Zahlen eher geringfügig, wenn man die beiden noch laufenden Operationen und den Begriff „feldzugsentscheidende Schlacht“ in Relation dazu setzt.[7]

Ein weiteres Problem war der akute Fehlbestand an Kraftfahrzeugen, der zum Beginn der Offensive auf mehr als 22 % geschätzt wurde. Bei den im Einsatz verbliebenen Fahrzeugen handelte es sich zum Großteil um lediglich provisorisch instandgesetzte Typen, welche zum größten Teil seit Juni ununterbrochen im Einsatz waren und bei denen mit einer hohen Ausfallquote zu rechnen war. Daraus hätte sich ergeben, dass die Beweglichkeit des Heeres aufgrund der Witterung, des Kampfes und den Straßenverhältnissen erheblich vermindert worden wäre, wobei dieses Problem nur durch eine sofortige Autorisation zur Neufertigung von Kraftfahrzeugen durch Hitler persönlich gelöst werden konnte. Berechnungen des Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen Generalmajor Adolf von Schell zufolge blieben dann genügend Kraftfahrzeuge zur Ausrüstung einer tropenfähigen Panzerdivision übrig.[7] Nach seiner Meinung würde ein Liegenbleiben der Truppen „auf breiter Front im tiefen russischen Raum bei Einbruch des Winters“ wesentlich gravierendere Auswirkungen haben als die der Freigabe, wobei diese jedoch nie erfolgte.[7]

Problematisch war auch die Versorgung mit Treibstoff, da die Vorräte der Versorgungsbasen der Heeresgruppen Mitte und Süd zum Großteil verbraucht waren. Lediglich die Heeresgruppe Nord verfügte noch über Auslagerungen in ihrer Versorgungsbasis, da der Nachschub von dem stärker ausgebauten Schienennetz und der Versorgung über die Ostsee profitierte.[6] Hauptsächlich aufgrund des Versorgungsnetzes auf Schienen war es lediglich der Heeresgruppe Nord und im begrenzten Ausmaß der Heeresgruppe Mitte möglich, Vorräte anzulegen. Bei vier Verbrauchssätzen als Reserve benötigten die Vorbereitungen für den Angriff auf Moskau 27 Züge täglich, von denen das Oberkommando der Wehrmacht bis zum 16. September 22, ab dem 30. September 27 Stück zusagen konnte. Für den Zeitraum der Operationen im Oktober wurde ein Bedarf von 29 Zügen errechnet, wobei lediglich 20 zugesagt werden konnten. Im November lagen die Versprechungen des OKW bei drei Zügen täglich, da man von dem Abschluss der Operation und der Nutzung zur Ausstattung und Bevorratung für den Winter ausging.[6]

Es war im Allgemeinen nicht möglich, die Verluste aus den bisherigen Schlachten zu kompensieren.[8]

Endgültige Entscheidung zum Angriff auf Moskau[Bearbeiten]

Nach einem Lagevortrag des Generalstabschefs des Heeres, Generaloberst Franz Halder, erließ Hitler am 12. August 1941 die Weisung Nr. 34, die besagte, dass „Moskau als Staats-, Rüstungs- und Verkehrszentrum dem Gegner noch vor Eintritt des Winters“ zu entziehen sei.[9][A 1] Dies stellte für den Generalstabschef des Heeres jedoch nur einen Teilerfolg dar, da Hitler zwar die von Halder energisch vertretene Wichtigkeit Moskaus anerkannte. Er blieb jedoch unverändert der Meinung, dass die Reihenfolge der Angriffsoperationen durch die Zerschlagung der Feindverbände und die Eroberung von kriegswirtschaftlich wichtigen Gebieten bestimmt wurde. Hitler argumentierte auch gegen den Vorstoß auf Moskau, indem er die These seiner Generalität aufgriff, dass der Großteil der Roten Armee vor der sowjetischen Hauptstadt konzentriert war und sie an den anderen Fronten so stark geschwächt war, da nach seinem Verständnis diese geschwächten Frontabschnitte Priorität hatten.[9]

Nach dem durch eine Studie des Diktators begründeten Entschluss vom 22. August 1941, der besagte, die Operationen gegen Moskau bis auf weiteres zu stoppen, bahnte sich der abschließende Akt der Debatte über die feldzugsentscheidende „letzte Schlacht“ an. Nach der Auffassung Hitlers sollten alle westlich von Moskau stehenden Armeen vor der Fortsetzung des Angriffs endgültig geschlagen werden. Diese von Hitler bereits in der frühen Phase vertretene Denkweise stand in einem starken Kontrast zu dem strategischen Konzept der weiträumigen Umfassung von Halder, da ersteres dem Feind zwangsläufig die Initiative überließ.[2][10]

In einer Hitler vorgelegten Denkschrift kam das OKW am 26. August 1941 zu der Feststellung, dass es unmöglich sei, den Feldzug im Osten in diesem Jahr noch zu beenden. Diese Darstellung fand schließlich auch Hitlers Zustimmung. Nach dem sich abzeichnenden Fiasko der Roten Armee im Raume Kiew Anfang September änderte Hitler jedoch überraschend seine Meinung und er erteilte am 6. September 1941 mit der Führerweisung Nr. 35 den Befehl an die Heeresgruppe Mitte, die Vorbereitungen für einen Angriff auf Moskau bis Ende September abzuschließen.[11] Wörtlich heißt es:[12]

„Die Anfangserfolge gegen die zwischen den inneren Flügeln der Heeresgruppen Süd und Mitte befindlichen Feindkräfte haben [...] die Grundlage für eine entscheidungssuchende Operation gegen die vor der Heeresmitte stehende in Angriffskämpfen festgelegte Heeresgruppe Timoschenko[A 2] geschaffen. Sie muß in der bis zum Einbruch des Winterwetters verfügbaren befristeten Zeit vernichtend geschlagen werden. Es gilt hierzu, alle Kräfte des Heeres und der Luftwaffe zusammenzufassen, die auf den Flügeln entbehrlich werden und zeitgerecht herangeführt werden können.“

Adolf Hitler

Verteidigungsvorbereitungen in Moskau[Bearbeiten]

Ende Juli 1941 nahm Moskau nach den ersten deutschen Luftangriffen langsam das Aussehen einer Frontstadt an. Die Schaufenster der Geschäfte wurden mit Sandsäcken oder Brettern verbarrikadiert, an denen zum Teil riesige Propagandaplakate hingen. Nachts herrschte strenge Verdunkelung und der Straßenverkehr wurde auf das Nötigste minimiert. Bei den Tarnungsanstrengungen vor der deutschen Luftwaffe wurden keine Mühen gescheut. Die Umrisse fast der gesamten Stadt wurden in Kleinstarbeit umgeändert. So sahen zum Beispiel der Swerdlow-Platz und das Bolschoi-Theater aus der Luft betrachtet wie eine Gruppe kleiner Häuser aus. Die Kreml-Mauern wurden mit Farbe zu Reihenwohnhäusern umstilisiert, die goldenen Kuppeln der Kirchen wurden grün angemalt. Auf allen großen Straßen malte man Zickzack-Linien, die von oben wie Hausdächer aussahen. Alle großen Plätze wurden mit Hausdächern bemalt und freie Flächen wie Sportstadien wurden mit Attrappen von Hausdächern aus Holz bedeckt. Sogar einige Schleifen der Moskwa wurden vollständig mit Holz überdeckt, um den deutschen Fliegern die Orientierung zu erschweren. In den Wäldern der Vorstädte wurden Hunderte von Flak-Scheinwerfern und schwere Flak-Batterien aufgestellt und an den Moskauer Ausfallstraßen stiegen Fesselballons empor, um Tiefflieger abzuhalten. Die Moskauer Luftverteidigung war stärker ausgebaut als die von Berlin und London gemeinsam.

Der Moskauer U-Bahn-Betrieb lief nur auf wenigen wichtigen Strecken planmäßig weiter. Entlang der Schienen wurden Holzbretter aufgestellt und die unterirdischen Bahnhöfe und Bahnschächte zu einem riesigen Luftschutzkeller für die Moskauer Zivilbevölkerung umfunktioniert. Jeder Moskauer, der nicht irgendwie an der Luftverteidigung beteiligt war, musste in einen Keller gehen. Zuwiderhandlungen wurde durch Geldstrafen oder Haft geahndet. Beim ersten Nachtangriff der Deutschen, genau einen Monat nach Kriegsbeginn, flogen die deutschen Maschinen zum ersten und einzigen Mal in sehr geringer Höhe über Moskau. In der ersten Nacht kamen sie gewöhnlich in einer Höhe von 300 Metern. Danach änderten die Deutschen ihre Taktik und bombardierten Moskau aus großer Höhe[13]. Die Zahl der einfliegenden deutschen Bomber wurde jedoch von Angriff zu Angriff geringer. Waren es in der Nacht vom 21./22. Juli 1941 noch 127 Maschinen, die Moskau angriffen, so waren es bereits eine Nacht später 115, und in der Nacht zum 24. Juli dann 100 Maschinen. Bis zum Jahresende 1941 wurden in 59 von 76 Angriffen auf Moskau weniger als zehn deutsche Flugzeuge vom Typ He 111 und Ju 88 eingesetzt.

Frauen heben einen Panzergraben vor Moskau aus, 1941
Schlamm erschwert den deutschen Vormarsch

In Moskau bereitete man sich auf die Möglichkeit eines plötzlichen Zusammenbruchs der Front oder die Landung von Fallschirmtruppen vor. Dazu wurden sowjetische Jägerbataillone und Komsomolbrigaden in einzelnen Kasernen zusammengezogen. Das gesamte Verteidigungssystem, die sogenannte Moskauer Verteidigungszone, wurde dem Kommando des Moskauer Militärbezirks (Generalleutnant Pawel Artemjewitsch Artemjew) unterstellt, dem die Mobilisierung der Bevölkerung zu Schanz- und Befestigungsarbeiten sowie die Aufstellung und Bewaffnung von Arbeiterbataillonen unterlag. Artemjew war außerdem für die Industrieproduktion, das Transportwesen, die Nachrichtenverbindungen und für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung verantwortlich. So lagen die wichtigsten Lebensfunktionen der Hauptstadt in den Händen des Militärs, genauer gesagt des NKWD.

Vergleich der Streitkräfte[Bearbeiten]

Die Gliederung der Roten Armee unterschied sich von der deutschen durch das Fehlen eines Korpsverbandes. Bei den Divisionsstärken entsprachen etwa 2 1/2 sowjetische Divisionen einer deutschen Division. Die Luftflotte war der Armee unterstellt und bildete keine eigene Waffengattung wie die deutsche Luftwaffe.

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Die deutschen Streitkräfte[Bearbeiten]

Die Heeresgruppe Mitte (GFM von Bock) wurde für den Angriff auf Moskau durch die Panzergruppe 4 (Hoepner) erheblich verstärkt, die von Leningrad zur Mittelfront abgezogen wurde. Insgesamt verfügten die Deutschen über 14 Panzerdivisionen, neun motorisierte Divisionen und 56 Infanteriedivisionen. Unterstützung aus der Luft kam von der Luftflotte 2 (Kesselring) und von Teilen der Luftflotte 4 (Löhr).

Insbesondere die motorisierten und gepanzerten Einheiten der Heeresgruppe Mitte waren wegen ihrer hohen Kilometerleistung auf ungeeigneten Straßen unter fast ständiger Feindeinwirkung stark in Mitleidenschaft gezogen und hätten dringend der Überholung und Auffrischung bedurft, was aus zeitlichen und organisatorischen Gründen nur unzureichend geschah.

Außerdem stellten die von den deutschen Streitkräften gewonnenen Kesselschlachten zwar für sich gesehen taktische Erfolge dar, jedoch verschafften sie den sowjetischen Streitkräften Zeit für Verteidigungsvorbereitungen an wichtigen Abschnitten. Die deutschen Truppen hingegen wurden schwächer, die Flugzeuge, Panzer und Fahrzeuge verschlissen, die begrenzten Ressourcen an Treibstoff und Munition wurden aufgebraucht. Ersatz konnte nur notdürftig gestellt werden. Völlig fehlte es an warmer Kleidung für die Soldaten, obwohl der russische Winter in einigen Wochen beginnen würde.

Die Verluste der Wehrmacht im Deutsch-Sowjetischen Krieg vom 22. Juni bis 26. September 1941 beliefen sich auf 534.086 Tote, Verwundete und Vermisste, also rund 15 % der Anfangsstärke.

Die sowjetischen Streitkräfte[Bearbeiten]

Sowjetische Luftabwehrstellung in Moskau

Die Rote Armee konnte die Front vor Moskau, die östlich Smolensk etwa 300 km westlich der Hauptstadt verlief, im Verlauf des Sommers sichern und ausbauen. In einigen Abschnitten führte die Rote Armee heftige Gegenangriffe durch. So musste Anfang September 1941 die Heeresgruppe Mitte einen Frontvorsprung bei Jelnja, etwa 70 km südöstlich von Smolensk, unter dem Druck der Roten Armee räumen. Dabei handelte es sich um den ersten operativen Rückzug deutscher Truppen im Zweiten Weltkrieg überhaupt[15].

Im Norden und Süden der Rollbahn Smolensk–Moskau standen acht sowjetische Armeen der Westfront unter Oberbefehl Marschall Timoschenkos und mit Hauptquartier in Wjasma. Außerdem entstand die fast 300 km lange Moschaisk-Verteidigungslinie von Kalinin im Norden über Wolokolamsk, Borodino, Moschaisk bis nach südlich von Kaluga im rückwärtigen Gebiet rund 100 km vor Moskau. Diese Verteidigungsstellung bestand aus drei Hauptlinien mit Fallgruben, Panzergräben, breiten Minengürteln, elektrisch gesteuerten Flammenwerfern und PaK-Stellungen.

Im Moskauer Raum befand sich ein Großteil der sowjetischen Stawka-Reserven; die sowjetischen Luftstreitkräfte konzentrierten dort fast 40 % der einsatzbereiten Flugzeuge und hatten den Vorteil, dass sie friedensmäßig ausgebaute Flugplätze nahe der Front zur Verfügung hatten.

Frische sowjetische Einheiten auf dem Weg an die Front, Moskau, Dezember 1941

Mitte August 1941 funkte aus Japan der als Korrespondent der Frankfurter Zeitung getarnte Agent Dr. Richard Sorge nach Moskau, dass der japanische Kronrat beschlossen habe, den Kampf gegen die Sowjetunion von Mandschukuo aus endgültig einzustellen. Eher wäre Japan bereit, einen Krieg gegen die USA und das Vereinigte Königreich in Kauf zu nehmen, als auf die Rohstoffvorkommen Süd-Indochinas zu verzichten. Durch diese, aus historischer Sicht kriegsentscheidende Information besaß das sowjetische Oberkommando die strategische Möglichkeit, größere Reserven in Form von sibirischen Truppen aus dem Fernen Osten nach Westen zu verlegen. Die sibirischen Truppen, fast 700.000 Mann, waren die zu diesem Zeitpunkt letzten gut ausgerüsteten Reserveverbände der Roten Armee. Die Truppentransporte nahmen für die über 8.000 km lange Strecke zwischen Moskau und Wladiwostok mehrere Wochen in Anspruch. Während nur Restkommandos vor Ort verblieben, um mit fingierten Funksprüchen das Vorhandensein der Truppen vorzutäuschen, fuhren die Militärtransporte unter Verzicht auf das übliche Blocksystem direkt auf Sicht und rollten mit absolutem Vorrang mit einer Tagesleistung von etwa 750 km westwärts[16].

Verlauf[Bearbeiten]

Deutsche Vorstöße[Bearbeiten]

Im Morgengrauen des 2. Oktober 1941 wurde den deutschen Soldaten Hitlers Tagesbefehl vorgelesen, indem der Beginn der letzten Entscheidungsschlacht dieses Jahres angekündigt wurde, mit dem Hinweis auf die große Gefahr, „die seit den Zeiten der Hunnen und später der Mongolenstürme entsetzlicher nicht mehr über dem Kontinent schwebte“.

Um 05:30 Uhr traten etwa 350 km vor Moskau von Nord nach Süd an: 9. Armee (Strauß), Panzergruppe 3 (Hoth), 4. Armee (von Kluge), Panzergruppe 4 (Hoepner), 2. Armee (von Weichs). Beabsichtigt war, beiderseits der Rollbahn Smolensk–Moskau vorzugehen und Moskau durch die PzGr. 3 im Norden und die PzGr. 4 im Süden zu umfassen. Bei der sogenannten „Rollbahn“ handelte es sich um die Hauptverkehrsstraße zwischen Moskau und Smolensk, die streckenweise autobahnähnlich vierspurig ausgebaut war (heute Magistrale Nr. 1). Einige Streckenabschnitte bestanden jedoch noch aus unbefestigten Sandwegen bzw. aus Kopfsteinpflaster. Die Panzergruppe 2 (Guderian) begann den Angriff bereits am 29. September und sollte den Zangengriff von Südwesten her unterstützen und hatte über Orjol, Tula bis nach Moskau mit über 600 km den längsten Weg. Gleichzeitig begann der Angriff der Heeresgruppe Süd auf Kursk, Charkow und das Donezbecken.

Zu diesem Zeitpunkt verfügten die motorisierten Verbände der Heeresgruppe Mitte nur noch über etwa 30–40 % ihres Bestandes. Die Versorgung der Truppen machte der Wehrmacht Probleme, da die sowjetische Eisenbahn auf Breitspur ausgelegt war und die Schienen daher erst umgenagelt werden mussten. Zudem stießen die Transportkapazitäten der Deutschen Reichsbahn an ihre Grenzen, zusätzlich verschärft durch Überfälle sowjetischer Partisanen.

Rasputiza: Verschlammte Straße im Herbst 1941 in der Sowjetunion

Am 3. Oktober wurde durch die Panzergruppe 2 (Guderian) die Stadt Orjol derartig überraschend eingenommen, dass die elektrischen Bahnen in der Stadt noch fuhren. Eine offensichtlich geplante Räumung der Industrieanlagen konnte nicht mehr durchgeführt werden. Zwischen Fabriken und dem Bahnhof lagen großflächig Maschinen und Kisten mit Werkzeugen und Rohstoffen an den Straßen.[17] Nach dem Schwenk der Panzergruppe 2 in Richtung Nordwesten wurde am 6. Oktober Brjansk erobert und die östlich der Stadt eingesetzten Sowjetverbände eingekesselt. Armeegeneral Schukow wurde von Stalin aus Leningrad abberufen und mit der Verteidigung Moskaus beauftragt. Tags darauf schloss sich ein weiterer Kessel bei Wjasma. Das sowjetische Komitee der Staatsverteidigung traf den Beschluss, etwa 15 bis 20 km vor Moskau eine halbkreisförmige Verteidigungsstellung zu errichten, die aus mehreren Verteidigungslinien bestehen sollte. Ebenfalls am 7. Oktober verbot Hitler jegliche Annahme einer eventuell unterbreiteten Kapitulation Moskaus. Durch den Reichspressechef Otto Dietrich wurde am 8. Oktober der in- und ausländischen Presse mitgeteilt, dass der „Russlandkrieg mit der Zertrümmerung der Heeresgruppe Timoschenko entschieden“ und die UdSSR geschlagen sei.

Am 12. Oktober eroberte die Wehrmacht Kaluga, am 13. Oktober drang sie in die Vororte von Kalinin ein. Ebenfalls am 13. Oktober begann die gefürchtete Schlammperiode (Rasputiza) und es kam zu ersten Gefechtsberührungen zwischen Wehrmacht und Truppen der Fernostarmee. Am nächsten Tag erreichten die deutschen Panzerspitzen die Moschaisk-Verteidigungslinie, die sich fast 300 km lang von Kalinin bis nach Kaluga erstreckte.

Am 15. Oktober konnte Klin erreicht werden, wurde jedoch erst am 25. November vollständig besetzt. Jetzt waren es noch 100 km bis nach Moskau. Unterdessen wurden alle wichtigen Behörden, das Politbüro und fast sämtliche ausländische Diplomaten aus Moskau nach Kujbyschew (heute Samara) evakuiert. Stalin und das Hauptquartier des Obersten Befehlshabers (Stawka) blieben in der Stadt. In einer geheimen Mission wurde Moskau durch zwei Kompanien Bergbauspezialisten zur Sprengung vorbereitet.[18] Unterdessen errichteten 500.000 Moskauer, überwiegend Frauen, Befestigungsanlagen vor Moskau.

Am 14. bzw. 17. Oktober wurden die Kessel von Wjasma und Brjansk geräumt. Das OKW meldete die Vernichtung von 80 Divisionen; 663.000 Gefangene wurden gemacht, 1242 Panzer und 5412 Geschütze zerstört oder erbeutet. In Moskau brach zwischen dem 16. und 18. Oktober eine Massenpanik unter der Bevölkerung aus, nachdem sie erstmals über die Bedrohung durch die Deutschen informiert wurde. Die meisten Betriebe standen still, viele Geschäfte und Warenhäuser wurden geplündert, erhebliche Teile der Bevölkerung versuchten die Stadt zu verlassen. Am 19. Oktober wurde das Standrecht verhängt und Sperrverbände des NKWD unter dem Befehl von Generalleutnant Pawel Artemjew griffen hart durch. Meuterer wurden erschossen, Deserteure gehängt. An diesem Tage wurde auch in Tokio Richard Sorge durch die japanische Geheimpolizei Tokkō verhaftet. Er hatte mit seinem Funker Clausen (Deckname Fritz) seit 1939 insgesamt 141 Berichte mit über 65.000 Wörtern nach Moskau gefunkt sowie zahlreiche Mikrofilme per Kuriere gesandt.

Die von Schukow reorganisierte Westfront zählte zu diesem Zeitpunkt sechs Armeen mit fast 70 Divisionen.

Die Mitte Oktober einsetzende Schlammperiode mit den aufgeweichten Wegen und Straßen erwies sich bald als Stalins wirksamster Helfer im Kampf gegen die Deutschen. Der Nachschub der an den Angriffsoperationen unmittelbar beteiligten Divisionen sank schlagartig von 900 Tonnen täglich auf nur noch rund 20 Tonnen. Das Erlahmen des deutschen Angriffes nutzen die Sowjets zum Ausbau der Verteidigungsanlagen. Ab dem 1. November durfte die Rollbahn Smolensk-Moskau nur noch mit Sondergenehmigung befahren werden, um sie nicht noch mehr „aufzuwühlen“, bis am 3. November leichter Frost einsetzte und die Straßen und Wege wieder befahrbarer machte. Jedoch brauchte die Wehrmacht fast zwei Wochen, bis Munition und Treibstoff herangeschafft und der Angriff fortgesetzt werden konnte. Bereits am 6. November setzte dann strenger Frost ein und die Soldaten der Wehrmacht waren noch immer ohne Winterbekleidung. Am gleichen Tage fand in der Metrostation Majakowskaja eine feierliche Sitzung des Moskauer Sowjet statt, in der Stalin in einer leidenschaftlichen Rede die Kampfkraft seiner Soldaten und die Widerstandskraft der sowjetischen Bevölkerung beschwor. Tags darauf wurde auf dem Roten Platz trotz der Gefahr deutscher Luftangriffe eine Militärparade zum Gedenken an die Oktoberrevolution abgehalten. Die teilnehmenden Truppen der Roten Armee marschierten anschließend direkt zur nahen Front.

In Moskau waren zu diesem Zeitpunkt fast zwei Millionen Menschen evakuiert. In den Stadtbezirken wurden Arbeiterbataillone aufgestellt. Viele Kunstwerke aus den Museen und des Kremls – selbst der einbalsamierte Leichnam Lenins – wurden aus der Stadt nach Osten in Sicherheit geschafft. Über 200.000 Arbeiter verließen mit ihren Arbeitsausrüstungen die Stadt.

Am 16. November begann erneut der deutsche Angriff, der auf verbissenen Widerstand der Roten Armee traf. Größere Teile der deutschen Luftflotte 2 (Kesselring) wurden in den Mittelmeerraum verlegt und dadurch konnten die sowjetischen Luftstreitkräfte in den wichtigsten Abschnitten die Luftherrschaft erringen.

Deutscher Panzerangriff bei Istra am 25. November 1941

Am 23. November meldeten von Bock und Guderian dem Oberkommando des Heeres die bedrohliche Lage sowie die Erschöpfung der Truppe. Sie erhielten jedoch Befehl, die Offensive mit einem „letzten Kraftaufgebot“ fortzusetzen. Die deutsche Führung ging davon aus, dass auf beiden Seiten das letzte Bataillon im Einsatz stehe.

Am 25. November legte Marschall Schaposchnikow Stalin den Plan einer Gegenoffensive vor. Es standen bereits 21 der insgesamt 34 Fernosteinheiten im Raum Moskau bereit, die in der Planung eine entscheidende Rolle spielten.

Am 26. November wurde die Stadt Istra 35 km vor Moskau durch deutsche Truppen genommen. Am 27. November sanken die Temperaturen bereits unter 35 Grad Minus und forderten bei den Deutschen hohe Ausfälle an Erfrierungen, während die Rote Armee seit Mitte November vollständig mit warmer Kleidung ausgerüstet war. An diesem Tage beorderte Stalin die 1. Stoßarmee (Kusnezow), die 20. Armee (Wlassow), die 10. Armee (Golikow) und weitere Divisionen aus der strategischen Reserve der Stawka an die Westfront zur Vorbereitung der Gegenoffensive. Die Meldungen der Luftaufklärung über erkannte Truppenausladungen im Raum Moskau wurden von der deutschen Führung als „Gespenstereien“ betrachtet.

Am 30. November nahmen die Deutschen die Orte Krasnaja Poljana und Putschki (heute beide Teil der Stadt Lobnja) ein und kamen dadurch 18 km an Moskau heran. Die Angriffe der Panzergruppe 2 auf Tula konnten die Sowjets abwehren. Ebenfalls an diesem Tage meldete Schukow Stalin die Bereitschaft zur Offensive. Stalin beschloss, noch bis zum 6. Dezember zu warten, um die Kräfte besser zu koordinieren und weitere Reserven abzuwarten.

Am 2. Dezember gelang es einem Erkundungstrupp des Panzerpionierbataillons 62, bis zum Moskauer Vorort Chimki vorzudringen,[19][20] ca. acht Kilometer vor der Stadtgrenze. Es war der dem Kreml nächstgelegene Punkt (23,7 km entfernt), den die Wehrmacht erreicht hatte, und dessen Türme waren durch die Scherenfernrohre zu sehen. Die Moskauer Festungsbatterien schossen nun in die vordersten deutschen Linien.[21]

Sowjetische Gegenoffensive[Bearbeiten]

Soldaten der Wehrmacht auf Wache im Dezember 1941 westlich von Moskau

Planungen[Bearbeiten]

Der sowjetische Gegenangriff sah vor, zuerst die für Moskau gefährlichsten deutschen Einheiten der Panzergruppe 3 und 4 einzukesseln, abzuschnüren und zu vernichten. Danach sollte im Zuge weit nach Westen reichender Operationen und Kesselschlachten die gesamte Heeresgruppe Mitte ausgeschaltet werden, während an den übrigen Frontabschnitten in Norden und Süden gleichzeitig stattfindende Stör- und Tarnangriffe ein Abziehen deutscher Reserven an die Mitte der Front unmöglich machen sollten.

Die sowjetischen Luftstreitkräfte konnten fast 1.400 Flugzeuge einsetzen. Das sowjetische Oberkommando stellte aus der strategischen Reserve etwa 1.060.000 Mann, fast 700 Panzer und eine verstärkte Artillerie zur Verfügung.

Am 30. November stimmte Stalin dem Plan zu und betraute General Schukow mit der Führung, der bereits für seine Erfolge 1939 in der Schlacht am Chalchin Gol gegen Japan zum Held der Sowjetunion ernannt worden war.

Verlauf[Bearbeiten]

Bereits Mitte November des Jahres 1941 führte die Rote Armee auf den Flügeln Gegenoffensiven mit hohen Zielsetzungen. Diese waren jedoch primär zur Rückeroberung von strategisch wichtigen Punkten gedacht und waren nicht Teil einer frontübergreifenden Großoffensive zur Vernichtung der deutschen Truppen. Als Resultat dieser ersten sowjetischen Gegenoffensiven wurde die Räumung von Rostow durch die 1. Panzerarmee sowie die Aufgabe von Tichwin durch die 16. Armee erzwungen.[22] Am 13. November griffen sowjetische Truppen den rechten Flügel der 4. Armee mit dem Ziel an, die deutsche Angriffsfront zu zersplittern.[23] Während dieser Kämpfe nutzte die Rote Armee die Zeit, um weitere Reservearmeen zur Vorbereitung der Offensive heranzuführen und für die deutsche Aufklärung möglichst unbemerkbar in die Front einzugliedern. Einen Tag vor Beginn der Großoffensive der Kalininer Front, der Westfront und der Südwestfront am 5. Dezember beurteilte die Abteilung des Generalstabes des Heeres Fremde Heere Ost die Lage so, dass die sowjetischen Truppen „zur Zeit“ ohne Zuführungen von nennenswerten Verstärkungen nicht zu einem Großangriff im Abschnitt der Heeresgruppe Mitte in der Lage seien.[24]

Eine sowjetische Aufklärungseinheit auf dem Weg an die Front, Dezember 1941

Die unerwartet starken Angriffe auf die von der 9. Armee sowie von den Panzergruppen 3 und 4 besetzten Frontabschnitte begannen am 5. Dezember 1941. Aufgrund dieser Tatsache und der entdeckten sowjetischen Reserven erschienen die Einstellung des Angriffs und der geordnete Rückzug auf eine operativ günstig gelegene Winterstellung dringend nötig.[25] Weitere Probleme waren die nachlassende Kampfkraft, die prekäre Lage beim Truppenersatz sowie die extreme Erschöpfung der Soldaten, was einen schnellen Entschluss notwendig machte.[25] Daraus resultierte eine Bekanntgabe der neuen Rückzugslinie der 4. Armee sowie der Panzergruppen durch das Kommando der Heeresgruppe Mitte. Es war vorgesehen, dass ab dem 6. Dezember nach besonderem Befehl mit dem Rückzug begonnen werden konnte, für den rund zwei Nächte veranschlagt worden waren. Der endgültige Termin des Rückzugsbeginns wurde jedoch an Hitlers Einwilligung und eine neue Weisung zur Auslösung gebunden. Es herrschte jedoch die problematische Situation, dass der Großteil der Heeresgruppe Mitte weder Truppen noch Ressourcen zur Verfügung hatte, die den Bau einer Stellung ermöglicht hätten, welche sowjetische Vorstöße oder eine Großoffensive abfangen konnte. Als Folge dieser Tatsache zog der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte, Fedor von Bock, für sich den Schluss, dass großräumige Rückzüge auf ausgebaute Stellungen nicht möglich waren und daher nur ein Haltebefehl als Möglichkeit verblieb. Die Grundvoraussetzung für diese Entscheidung war die sofortige Auffüllung der Truppen durch die Zuführung von neuem Personalersatz.[26]

Zu Beginn der sowjetischen Großoffensive war oberste Priorität, einen Durchbruch der Roten Armee zu verhindern, weshalb allen Verbänden jegliche Lösung vom Feind verboten worden war.

In der Nacht zum 5. Dezember landeten 416 sowjetische Fallschirmspringer nahe der Stadt Juchnow und sollten den dortigen Flugplatz sichern, gleichzeitig zerstörten sowjetische Partisanen im Hinterland Schienenwege oder besetzten wichtige Straßenkreuzungen. Danach begann zeitlich versetzt der sowjetische Hauptangriff im Norden beiderseits des Wolga-Staudammes durch die Kalininer Front (Konew) mit südwestlichem Angriff auf Klin. Im Anschluss führte die Westfront (Schukow) Frontalstöße beiderseits der Rollbahn Moskau–Smolensk nach Westen durch. Weiter südlich ging am 6. Dezember die Südwestfront (Timoschenko) zum Angriff über und schlug bei Jelez eine Bresche in die deutsche Front.

Die sowjetischen Truppen waren bestens auf den Winter vorbereitet und verfügten über Ski- und Schneeschuheinheiten, die der Infanterie im tief verschneiten Gelände hohe Bewegungsfähigkeit ermöglichten. Außerdem war die Rote Armee mit dem neuen T-34-Panzer ausgestattet, der den deutschen Panzermodellen in vielerlei Hinsicht überlegen war und gegen den die Wehrmacht über keine effektive Panzerabwehr verfügte.

Die deutsche Heeresgruppenführung reagierte nur zögerlich auf den sowjetischen Angriff, bis sie diesen als Großangriff erkannte. Erst am Abend des 6. Dezember befahl sie, den eigenen Angriff auf Moskau einzustellen und in den Ausgangsstellungen zur Verteidigung überzugehen.

Am 7. Dezember wurde die sowjetische Bevölkerung zum ersten Mal durch das Sowinformbüro über die Offensive gegen die „deutsch-faschistischen Truppen“ informiert, die hohe Verluste erlitten hätten, während die eigenen Truppen im Vorgehen seien. An diesem Tag überfielen die Japaner den amerikanischen Flottenstützpunkt auf Pearl Harbor.

In der Nacht vom 7./8. Dezember kamen sowjetische Kosakenregimenter verstärkt zum Einsatz. Hinter der Front überfielen sie Versorgungslager, Trosse und rückwärtige Stäbe und stifteten einige Verwirrung. Zwei Tage später befahl die Heeresgruppe Mitte den allgemeinen Rückzug auf die Winterstellung. Am 11. Dezember erklärte das Deutsche Reich den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) den Krieg (Kriegserklärung Deutschlands an die Vereinigten Staaten). Am 16. Dezember lehnte Hitler jede weitere Absetzbewegung ab und formulierte in einer Führerweisung vom 18. Dezember neue Richtlinien der Kampfführung und zwang dadurch die Truppen, „fanatisch“ in ihren Stellungen auszuhalten.

An die Heeresgruppe Mitte
1. Der Führer hat befohlen:
Größere Ausweichbewegungen können nicht durchgeführt werden. Sie führen zum völligen Verlust von schweren Waffen und Gerät. Unter persönlichem Einsatz der Befehlshaber, Kommandeure und Offiziere ist die Truppe zum fanatischen Widerstand in ihren Stellungen zu zwingen, ohne Rücksicht auf durchgebrochenen Feind in Flanke und Rücken. Nur durch eine derartige Kampfführung ist der Zeitgewinn zu erzielen, der notwendig ist, um die Verstärkungen aus der Heimat und dem Westen heranzuführen, die ich befohlen habe. Erst wenn Reserven in rückwärtigen Sehnenstellungen eingetroffen sind, kann daran gedacht werden, sich in diese Stellungen abzusetzen.“
2. ….[27]
Der Oberbefehlshaber der sowjetischen 16. Armee Konstantin Rokossowski und sein Stab besichtigen erbeutete deutsche Fahrzeuge, 10. Dezember 1941

Am 16. Dezember wurde Kalinin von der Roten Armee befreit. Am 19. Dezember entließ Hitler von Brauchitsch und übernahm selbst den Oberbefehl über das Heer. Am 21. Dezember versuchte die Rote Armee handstreichartig Kaluga zu besetzen und es begannen drei Tage dauernde Straßenkämpfe. Am 25. Dezember konnte die Rote Armee Istra, Rusa und Wolokolamsk befreien. Guderian nahm in diesen Tagen seine Truppen entgegen ausdrücklicher Haltebefehle eigenmächtig zurück und wurde deswegen seines Kommandos enthoben und zur Führerreserve versetzt.

Minenbeseitigung nach der Befreiung von Naro-Fominsk, 28. Dezember 1941

Am 30. Dezember fiel Kaluga endgültig wieder in sowjetische Hand, am 7. Januar Moschaisk. Am 8. Januar musste Hoepner seine Truppen (XX. Korps) zwingend zurücknehmen, um sie der drohenden Einkesselung zu entziehen. Auch hier lag ein strikter Haltebefehl des OKH vor. Da sich derartige „Rebellionen“ häuften, statuierte Hitler ein Exempel an Hoepner, indem er ihn seines Kommandos enthob und unehrenhaft aus der Wehrmacht ausschloss. Von diesem Tage an musste jeder Rückzugsbefehl bis Kriegsende persönlich von Hitler genehmigt werden.

Am 15. Januar befahl Hitler in Anbetracht der Notwendigkeiten den Rückzug auf die Winterstellung. Doch kam dieser Befehl viel zu spät, und die größtenteils zu Fuß zurückweichenden deutschen Truppen mussten mangels Pferden, Zugmaschinen oder Betriebsstoff das gesamte schwere Gerät zurücklassen. Der Begriff „Winterstellung“ hatte seinen Ursprung in der NS-Propaganda, die dem deutschen Volk einen geordneten Rückzug auf ausgebaute Stellungen vorgaukeln sollte. Von einer im militärischen Sinne ausgebauten Stellung mit Schützengräben, Bunkern, Artilleriestellungen und sonstigen Befestigungsanlagen war nicht die Rede. Tatsächlich wurde hier eine von Hitler willkürlich gezogene Linie auf der Landkarte, die sich hauptsächlich an logistischen Notwendigkeiten im Sinne von nahen Versorgungspunkten und kurzen Wegen entlang der Entladebahnhöfe des Nachschubes, der fast vollständig mit der Deutschen Reichsbahn erfolgte, sowie eventuellen strategisch günstiger Aufmarschgebiete für kommende Offensiven orientierte, als „Winterstellung“ bezeichnet.

Folgen[Bearbeiten]

Bergung von Verwundeten im Winter 1941 vor den Toren Moskaus

In der deutschen Angriffsoperation (30. September bis 5. Dezember 1941) war die Rote Armee auf der 700 bis 1110 km breiten Front 250 bis 300 km nach Osten zurückgedrängt worden und hatte gewaltige Verluste von etwa 656.000 Mann (514.000 Tote) erlitten.[28] In der Moskauer Angriffsoperation (5. Dezember 1941 bis 7. Januar 1942) stieß die Rote Armee auf einer etwa 1000 km breiten Front elf bis 250 km nach Westen vor und verlor dabei 370.000 Mann (140.000 davon Tote).[29]

Reste einer deutschen Einheit kapitulieren, Dezember 1941

Die deutsche Wehrmacht verlor für den gesamten Zeitraum schätzungsweise 500.000 Mann an Toten oder Verwundeten sowie zusätzlich mindestens 100.000 Mann an Ausfällen durch Erfrierungen, dazu 1300 Panzer, 2500 Geschütze und über 15.000 Kfz. Dennoch konnte die Wehrmacht Ende Januar 1942 bei Rschew und Juchnow größere Abwehrerfolge erringen, die den Aufbau einer neuen Verteidigungslinie ermöglichten. Stalin hatte zwar nur einen Teil seines Planes verwirklichen können, da die Heeresgruppe Mitte nicht vernichtet wurde, aber die Schlacht um Moskau war für das Deutsche Reich verloren.

Im Zuge der sowjetischen Winter- und Gegenoffensive wurden in Demjansk (Kesselschlacht von Demjansk) und Cholm an der Nahtstelle zur Heeresgruppe Nord größere deutsche Truppenverbände eingeschlossen, die erst im Frühjahr 1942 nach mühseliger und verlustreicher Luftversorgung entsetzt werden konnten.

Das Scheitern des „Unternehmens Taifun“ bedeutete gleichzeitig den völligen Fehlschlag des gesamten „Unternehmens Barbarossa“ und der deutschen Blitzkriegstrategie in der Sowjetunion. Die angestrebte Linie ArchangelskAstrachan lag in unerreichbarer Ferne, die Rote Armee war keinesfalls entscheidend geschwächt und die Feindkoalition begann sich wirkungsvoll gegen Deutschland zu formieren. Nach Hitlers Kriegserklärung an die USA unmittelbar nach Pearl Harbor und mitten im Verlauf der sowjetischen Gegenoffensive im Winter vor Moskau weitete sich der Krieg auch zu einer tatsächlich global geführten militärischen Auseinandersetzung mit allen seinen Folgen aus. Das Kräfteverhältnis verschob sich kriegsentscheidend zu Ungunsten Deutschlands. Militärisch und wirtschaftlich war der Krieg bereits Ende 1941 für das Deutsche Reich nicht mehr zu gewinnen,[30] obwohl es noch über 40 Monate dauerte, bis es schließlich kapitulierte.

Rezeption[Bearbeiten]

Sowjetische Gedenkmünze von 1991

Nachdem die Sowjetunion durch den deutschen Überfall militärisch in ernste Bedrängnis geriet[31], konnte sie mit dem ersten großen Sieg über Deutschland die Lage wieder ausgleichen. Dies sorgte nicht nur für eine Verbesserung der Moral in der Bevölkerung und der Roten Armee, sondern auch die Westalliierten erkannten die Sowjetunion als gleichwertigen Bündnispartner an und ebneten den Weg zur Konferenz von Teheran. Anlässlich der erfolgreichen Verteidigung Moskaus stiftete Stalin am 1. Mai 1944 die Medaille „Für die Verteidigung Moskaus“. Zum 50. Jahrestag der Schlacht gab die russische Staatsbank 1991 eine Gedenkmünze im Wert von 3 Rubeln aus. Die deutsche Führung erließ nach dem desaströsen Debakel des deutschen Heeres vor Moskau die Direktiven zum Winterkrieg.

Literatur[Bearbeiten]

  • In der Datenbank RussGUS werden an die 50 Publikationen nachgewiesen (dort Suche – Formularsuche – Sachnotation: 12.3.4.5.3.4.2.4.1)
  • Günther Blumentritt: Schlacht um Moskau. Erinnerungen über die Heeresgruppe Mitte. (In: Seymour Freiden, William Richardson (eds.): The Fatal Decisions. New York 1958.)
  • Janusz Piekałkiewicz: Die Schlacht um Moskau. Die erfrorene Offensive. Lübbe, Bergisch Gladbach 1982, ISBN 3-7857-0290-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht um Moskau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://militera.lib.ru/research/myagkov/index.html
  2. a b c d Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 568.
  3. Walther Hubatsch (Hrsg.): Hitlers Weisungen für die Kriegführung 1939–1945. München 1965, S. 150 ff.
  4. a b c d Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 569.
  5. a b c d e f Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 570.
  6. a b c Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 572.
  7. a b c d e f Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 571.
  8. Klaus Reinhardt: Die Wende vor Moskau – Das Scheitern der Strategie Hitlers im Winter 1941/42. Stuttgart 1972, S. 52f.
  9. a b Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 503.
  10. Franz Halder: Kriegstagebuch. Tägliche Aufz. des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939–1942. Band 3. Der Rußlandfeldzug bis zum Marsch auf Stalingrad. 22. Juni 1941–24. September 1942. Stuttgart, Kohlhammer 1962–1964, S. 207.
  11. Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg. Band 2, ECON Verlag, Wien 1985, S. 513.
  12. Walther Hubatsch (Hrsg.): Hitlers Weisungen für die Kriegführung 1939–1945. München 1965, S. 174–177.
  13. Erskine Caldwell: So sahen sie den Krieg. Augenzeugen berichten über den 2. Weltkrieg. New York 1942, erschienen im Wilhelm Heyne Verlag München, Heyne-Sachbuch-Nr. 127, Stuttgart 1966.
  14.  Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 573.
  15. J. Piekalkiewicz: Schlacht um Moskau. S. 99. Der von der 4. Armee gehaltene Frontbogen musste unter dem Druck der sowjetischen 24. Armee (GenMaj. Rakutin) geräumt werden. Vergl. auch Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW. 1940–1941. Teilband 2, Seite 614 mit Eintrag vom 5. September 1941: … Die Rückverlegung der HKL westlich Jelna verläuft planmäßig …
  16. J. Piekalkiewicz: Schlacht um Moskau. Seite 95. Als erste wurden verlegt: Aus den Baikalregionen sieben Schützen- und zwei Kavalleriedivisionen, zwei Panzerbrigaden und drei Luftgeschwader; aus der äußeren Mongolei eine Schützendivision, eine Panzerbrigade, ein Luftgeschwader; aus der Gegend um Ussuri fünf Schützen- und ein Kavalleriedivisionen sowie drei Panzerbrigaden.
  17. Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten. 15. Auflage, Motorbuch Verlag, 1996, S. 209.
  18. Janusz Piekalkiewicz: Die Schlacht um Moskau. Lübbe Verlag, 1981, S. 136. Nach den blutigen Erfahrungen der großteils mit Zeitzündern unterminierten Stadt Kiew verbot Hitler das Betreten Moskaus und Leningrad durch die Wehrmacht.
  19. Karl-Heinz Janßen:Bis Chimki – Warum der deutsche Musketier nicht bis zum Kreml kam, DIE ZEIT Nr. 51/1991,, 13. Dezember 1991
  20. Wie die Rote Armee die Wehrmacht zerrieb, Stern
  21. J. Piekalkiewicz: Die Schlacht um Moskau. S. 205. Vergl. auch Christian Zentner: Der Zweite Weltkrieg – Ein Lexikon. S. 381.
  22. Klaus Reinhardt: Die Wende vor Moskau – Das Scheitern der Strategie Hitlers im Winter 1941/42. Stuttgart 1972, S. 164f.
  23. Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 600.
  24. OKH/GenStdH/Abteilung Fr. H. Ost, Lagebericht Ost Nr. 172 vom 4. Dezember 1941
  25. a b Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, ISBN 3-421-06098-3, S. 601.
  26. Fedor von Bock: Generalfeldmarschall Fedor von Bock. Zwischen Pflicht und Verweigerung – Das Kriegstagebuch. Herausgegeben von Klaus Gerbet, Herbig, München 1995, S. 121 ff.
  27. Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW 1940–1941. Teilband II, S. 1084f, Fernschreiben an H. Gr. Mitte vom 18. Dezember 1941, GenStdH Op.Abt. (III), Nr. 1736/41 g.Kdos. Chefs.
  28. http://www.soldat.ru/doc/casualties/book/chapter5_10_1.html#5_10_9
  29. http://www.soldat.ru/doc/casualties/book/chapter5_10_1.html#5_10_12
  30. vergl. hierzu: Karl-Heinz Frieser in der Einleitung von: Karl-Heinz Frieser, Klaus Schmider, Klaus Schönherr, Gerhard Schreiber, Krisztián Ungváry, Bernd Wegner: Die Ostfront 1943/44 – Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten. Im Auftrag des MGFA hrsg. von Karl-Heinz Frieser, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, S. XV.
  31. Christian Zentner (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg – Ein Lexikon. Tosa Verlag, Wien 1998, ISBN 3-85001-863-6, S. 508. Es erscheint verbürgt, dass Stalin, als Kalinin fiel, sogar an eine Kapitulation dachte und Berija für den „äußersten Fall“ den Auftrag gab, Hitlers Bedingungen für ein „zweites Brest“ zu erkunden. Aus Manfred Hildermeier: Geschichte der Sowjetunion. Verlag C.H. Beck, München, S. 604 ff.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Hintergrund der Weisung war also nicht die Vernichtung der nach der Ansicht Halders in Moskau liegenden Masse der lebendigen Kampfkraft der Roten Armee.
  2. Eine „Heeresgruppe Timoschenko“ gab es nicht. Marschall der Sowjetunion S.K. Timoschenko war zu diesem Zeitpunkt lediglich Befehlshaber der „Westfront“.