Schlacht von Aljubarrota

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Schlacht von Aljubarrota
Die Schlacht von Aljubarrota; rechts die siegreichen Portugiesen
Die Schlacht von Aljubarrota; rechts die siegreichen Portugiesen
Datum 14. August 1385
Ort bei Aljubarrota
Ausgang Sieg der Portugiesen
Konfliktparteien
Blason Castille Léon.svg Kastilien-León Armoires portugal 1385.svg Königreich Portugal
Befehlshaber
Blason Castille Léon.svg Johann I. Ordem Avis.svg Johann von Avis
Armas pereira.svg Nuno Álvares Pereira
Truppenstärke
ca. 31.000 Mann ca. 6.500 Mann
Verluste
4.000 Gefallene 1.000 Gefallene

Die Schlacht von Aljubarrota war eine entscheidende Schlacht, die am 14. August 1385 zwischen der Armee König Johann I. von Kastilien und Johann von Avis, des späteren Johann I. von Portugal, stattfand und die Unabhängigkeit Portugals sicherte. Sie ist nach der damals zur Abtei von Alcobaça gehörenden Stadt Aljubarrota benannt, in deren Nähe sie stattfand.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Wiedereroberung der nördlichen Landesteile Portugals von den Mauren (Reconquista) wird zuerst von dem auf heute spanischem Boden gelegenen Königreich Asturien-León durchgeführt. Die so eroberten Gebiete auf heute portugiesischem Gebiet, wurden von König Alfons VI. von Asturien-León als Grafschaft Portucale zusammengefasst. 1095 erhielt Heinrich von Burgund, ein jüngerer Abkömmling der kapetingischen Herzöge von Burgund und Schwiegersohn des Königs von Asturien-León, von diesem die Grafschaft Portucale als erbliches Lehen. Es begann ein Prozess, in dem sich Portugal langsam aus der Lehnsabhängigkeit von Asturien-León, beziehungsweise später von Kastilien, dem Nachfolgestaat von Asturien-León, löste und so seine Unabhängigkeit erlangte. Dieser Prozess endete mit dem Vertrag von Zamora 1143, der es dem letzten Grafen von Portugal, Alfons Henriques, erlaubte, den Königstitel anzunehmen. Heinrich von Burgund und sein Sohn Alfons Henriques gründeten auch das erste portugiesische Königshaus, das Haus der portugiesischen Burgunderkönige, das das Land bis 1383 beherrschte. Die Könige des benachbarten Kastilien waren gleichwohl bestrebt die alte Lehnshoheit wiederherzustellen und warteten dazu auf eine günstige Gelegenheit.

Eine solche Gelegenheit für Kastilien bot sich 1382/83. Der damalige portugiesische König Ferdinand I., der Schöne, war nach dem Tod seiner Söhne ohne legitimen männlichen Nachkommen, mit seinem Tode würde also das Haus Burgund in Portugal aussterben. Das kastilische Königshaus war damals durch familiäre Bande eng mit dem portugiesischen Königshaus verknüpft[1] und erhoffte sich gute Chancen, dass ihm auch die portugiesische Krone zufiele. Ferdinand, der mit Kastilien im Krieg lag, versuchte erfolglos seine einzige erbberechtigte Tochter Beatrix mit einem englischen Prinzen zu verheiraten, um die Unabhängigkeit Portugals gegenüber Kastilien auch über seinen Tod hinaus zu erhalten. 1382 blieb ihm jedoch nichts anderes übrig, als durch Verheiratung seiner Tochter Beatrix mit dem kastilischen König Johann I. Frieden zu schließen. Die Heirat von Beatrix mit dem kastilischen König zementierte die kastilischen Erbansprüche auf den portugiesischen Thron. Zwar erreichte Ferdinand I. die Zusage, dass Portugal nach seinem Tode zunächst durch einen Regenten regiert werden solle bis ein zukünftiger Sohn der Beatrix alt genug sein würde, um den Thron zu übernehmen. Und sollte Beatrix keine Kinder haben, so sollte Portugal zwar an Kastilien fallen, aber dauerhafte Autonomie genießen. Es scheint allerdings fragwürdig, ob die kastilische Besitznahme nicht das dauerhafte Ende der portugiesischen Unabhängigkeit bedeutet hätte. Portugal wäre damit womöglich letztendlich zu einer spanischen Provinz geworden, vielleicht mit einer gewissen kulturellen Eigenständigkeit, vergleichbar etwa dem heutigen Galicien.

Im Oktober 1383 verstarb dann Ferdinand I. Die Regentschaft wurde zunächst von Ferdinands Witwe, Leonore Teles de Menezes, und deren Liebhaber, dem pro-kastilischen galicischen Grafen von Ourém geführt. Das portugiesische Volk aber misstraute Kastilien und den von kastilischer Seite gemachten Autonomieversprechen und nach nur sechs Wochen kam es zu einem Aufstand, der so genannten Portugiesische Revolution von 1383. Die Witwe Ferdinands wurde aus Lissabon verjagt, ihr Liebhaber getötet. Johann von Avis, Großmeister des Ritterordens von Avis und Halbbruder des verstorbenen Ferdinands, übernahm die Führung des Aufstandes. Johann von Avis war zwar über seinen Vater, König Peter I., ebenfalls Abkömmling der Burgunderkönige, konnte jedoch formal keine Erbansprüche auf den Thron erheben, da er unehelich geboren war.

Johann I. von Kastilien sah den Sturz der Witwe Ferdinands richtigerweise als unmittelbare Bedrohung seiner Machtansprüche. Er marschierte daraufhin mit einem großen Heer in Portugal ein. Johann von Avis wurde vom portugiesischen Adelsparlament, den Cortes, in Coimbra zum Verteidiger und König des Vaterlandes erklärt.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Die Schlacht von Aljubarrota am 14. August 1385 fiel in eine entscheidende Phase der kastilisch-portugiesischen Auseinandersetzung. Nachdem er die Belagerung Lissabons aufgeben musste, zog König Johann I. von Kastilien erneut seine Truppen zusammen, um nochmals zu versuchen, Portugal zu erobern und seine Ansprüche auf den portugiesischen Thron durchzusetzen. Am Abend des 13. August 1385 kamen die kastilischen Truppen in Leiria an. Die Schlacht sollte am folgenden Tag stattfinden. Kastilien war den Portugiesen zahlenmäßig überlegen, zudem war die kastilische Armee besser ausgerüstet. Trotzdem gelang es den Portugiesen, Kastilien zu schlagen, was besonders dem militärisch-taktischen Genie des Nuno Álvares Pereira zu verdanken war.

Bedeutung[Bearbeiten]

Mit dem portugiesischen Sieg war die Unabhängigkeit Portugals dauerhaft gesichert, die kastilischen Ansprüche abgewehrt. Für Johann von Avis machte sie den Weg frei, sich als Johann I. zum König krönen zu lassen, er begründete so die Herrschaft des Hauses Avis, das Portugal bis 1580 regieren sollte. Zum Andenken an die Schlacht wurde von Johann nahe dem Schlachtfeld das Kloster Batalha gegründet, das von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Vater König Johanns I. von Kastilien und die Großmutter König Ferdinands von Portugal waren Geschwister, auch die Mutter König Ferdinands war eine kastilische Prinzessin.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • De Oliveira Marques, D.: Historia de Portugal, vol. 1, Lisboa, Presença, 1997.
  • Lopes, Fernão Crónica de D.: João I, vol. 1, s.l., Civilização, imp. 1994.
  • Aljubarrota, João Gouveia Monteiro: 1385: a batalha real, Lisboa, Tribuna da História, imp. 2003.