Schlacht von Avarayr

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Schlacht von Avarayr
oder auch
Schlacht von Vartanantz
Armenische Miniatur aus dem Mittelalter
Armenische Miniatur aus dem Mittelalter
Datum 26. Mai, 451
Ort Ebene von Avarayr, heute Provinz Westaserbaidschan
Ausgang Pyrrhussieg der Sassaniden
Konfliktparteien
Sassanidenreich Armenische Aufständische
Befehlshaber
Yazdegerd II. Vartan Mamikonian
Truppenstärke
120.000 55 - 60.000
Verluste
30.000 45.000

Die Schlacht von Avarayr (persisch ‏نبرد آوارایر‎ Nabard-e Āvārāyar, armenisch Ավարայրի ճակատամարտ Avarayri chakatamart), auch als Schlacht von Vartanantz bekannt, fand am 26. Mai 451[1] auf der Ebene von Avarayr statt. Dabei kämpften armenische Aufständische unter Vartan Mamikonian gegen ihre sassanidischen Oberherren. Obwohl die persischen Sassaniden die Schlacht gewannen, wurde den Armeniern Religionsfreiheit zugesichert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Königreich Armenien war das erste Land, das das Christentum als Staatsreligion eingeführt hatte. Dies geschah unter dem arsakidischen König Trdat III. im Jahr 301. Als 428 die herrschenden armenischen Arsakiden, die Vasallen der Perser waren, durch einen Aufstand des Adels gestürzt wurden, setzten die Perser Gouverneure ein. Die Armenier akzeptierten diese Herrschaft unter der Bedingung, ihre Religion ausüben zu können. Doch der persische König Yazdegerd II. war der Ansicht, dass die armenische Kirche der feindlichen römischen Kirche zu nahe stand, und wollte eher eine Anbindung an die nestorianische Kirche, die von den Sassaniden unterstützt wurde. Daher befahl er den armenischen Adel zu sich nach Seleukia-Ktesiphon und zwang sie, den Kontakt zur Kirche in Rom zu beenden.

Yazdegerds Politik zeigte keine Wirkung und provozierte eine Rebellion in Armenien, der sich die Adeligen nach ihrer Rückkehr anschlossen. Die Sassaniden sammelten eine große Armee, um den Aufstand niederzuschlagen. Vartan Mamikonian bat beim oströmischen Kaiser Theodosius II. um Hilfe, doch die traf nicht rechtzeitig ein.

Schlacht[Bearbeiten]

Schlachtplan

Die 66.000 Mann starke armenische Armee nahm vor der Schlacht noch zusammen das Abendmahl. Die Armee bestand aus Zivilisten, die hoch motiviert waren und vom Adel angeführt wurden. Diese waren erfahrene Krieger und zum Teil Veteranen der Römisch-Persischen Kriege. Die persische Armee soll dreimal so groß gewesen sein und führten Kriegselefanten und die Savārān-Kavallerie mit, die den Unsterblichen nachempfunden waren. Einige armenische Adelige unter Vasag Suni kämpften auf Seiten der Sassaniden. Die Perser gewannen die Schlacht und töteten Vartan Mamikonian und acht seiner Generäle.

Folgen[Bearbeiten]

Nach dem Sieg sperrte Yazdegerd II. viele der armenischen Priester und Adeligen ein und ernannte einen neuen Gouverneur. Wegen des Aufstandes konnten die Armenier nicht am Konzil von Chalcedon im selben Jahr teilnehmen. Die armenische Kirche erkannte die Entscheidungen des Konzils nicht an und blieb dem Monophysitismus verbunden.

Der armenische Widerstand hielt unter dem Neffen Vartans Vahan Mamikonian an. Schließlich unterzeichnete 484 König Peroz I. den Vertrag von Nvarsak, der den christlichen Armeniern Religionsfreiheit zugestand.[2] Die armenische Kirche hatte sich von Rom und Konstantinopel gelöst. Durch den Vertrag trat eine Generalamnestie und die Erlaubnis neue Kirchen zu errichten, in Kraft. Trotz der militärischen Niederlage und Verschleppung verschiedener Revolutionsführer und Priester nach Golestan konnten die Armenier so sich am Ende durchsetzen. Der 26. Mai ist heute noch für die Armenier ein wichtiger Gedenktag. Vartan Mamikonian wurde zu einem Heiligen erklärt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Encyclopædia Iranica nennt den 2. Juni 451 als Datum
  2. www.ANSC.org - Armenian Network of Student Clubs

Literatur[Bearbeiten]

  • Elishe: History of Vardan and the Armenian War, übersetzt von R.W. Thomson, Cambridge, Mass. 1982, ISBN 978-0-674-40335-2
  • Christopher J. Walker: Visions Of Ararat: Writings On Armenia, Tauris I B, neu 2005, ISBN 978-1-85043-888-5
  • Abd al-Husayn Zarrin’kub: Ruzgaran: Tarikh-i Iran az aghz ta saqut saltnat Pahlvi, Sukhan, 1999. ISBN 964-6961-11-8
  • Gerard J. Libaridian: Modern Armenia: People, Nation, State, Transaction Publishers, 2004, ISBN 978-0-7658-0205-7
  • Vahan Kurkjian: A History of Armenia. Indoeuropeanpublishing.Com, 2008, ISBN 978-1-60444-012-6 (Kap. 20: Period of the Marzbans – Battle of Avarair, S. 115–125)

Weblinks[Bearbeiten]