Schlacht von Nagashino

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schlacht von Nagashino
Teil von: Feldzüge der Takeda
Battle of Nagashino.jpg
Datum 28. Juni 1575
Ort Nagashino, Provinz Mikawa in (Japan)
Ausgang Belagerung schlägt fehl, Sieg der Oda und Tokugawa
Konfliktparteien
Takeda Katsuyori Oda Nobunaga und Tokugawa Ieyasu
Befehlshaber
Takeda Katsuyori, Anayama Nobukimi, Takeda Nobukado, Takeda Nobutoyo Oda Nobunaga, Tokugawa Ieyasu, Okudaira Sadamasa
Truppenstärke
15.000 (12.000 beteiligt) 38.000
Verluste
10.000 Tote, inkl. 54 Samurai-Führer unbekannt

Die Schlacht von Nagashino (jap. 長篠の戦い, Nagashino no Tatakai) fand bei der Burg Nagashino in der Provinz Mikawa in Japan im Jahre 1575 statt.

Die Burg wurde seit dem 17. Juni von Takeda Katsuyori belagert, weil sie die Versorgungslinien der Takeda bedrohte. Okudaira Sadamasa, ein Vasall von Tokugawa Ieyasu kommandierte die Verteidigung. Sowohl Tokugawa als auch Oda Nobunaga schickten Truppen, um die Belagerung aufzuheben, und Takeda Katsuyori wurde besiegt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Sieg von Odas westlichen Taktiken und Feuerwaffen über die Kavallerieattacke der Takeda wird oft als Wendepunkt in der japanischen Kriegsführung zitiert. Viele nennen sie die erste 'moderne' Schlacht Japans.

Takedas Kavallerieattacke repräsentierte die alte, traditionelle Form der Kriegsführung. Ironischerweise wurde sie jedoch erst durch seinen Vater, Takeda Shingen, weniger als eine Generation früher eingeführt. Zuvor waren eher Zweikämpfe der Samurai die Regel.

Während andere bereits zuvor Gebrauch von Feuerwaffen gemacht hatten, war Oda Nobunaga der Erste, der die hölzernen Palisaden und die rotierenden Salven der Feuerwaffen entwickelte, die zum entscheidenden Sieg in der Schlacht führten.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Oda Nobunaga und Tokugawa Ieyasu brachten eine Streitmacht von zusammen 38.000 Mann heran, um die Belagerung der Burg durch Takeda Katsuyori aufzuheben. Von Takedas anfangs 15.000 Belagerern kamen in der Schlacht nur 12.000 zum Einsatz, die restlichen hielten die Belagerung aufrecht.

Oda und Tokugawa positionierten ihre Männer quer über die Ebene, in der die Burg steht, hinter dem Rengogawa, einem kleinen Fluss, dessen steile Uferböschungen die Kavallerieattacken verlangsamen sollten, für die die Takeda bekannt waren.

Um seine Arkebusenschützen, für die er später berühmt wurde, zu schützen, ließ Oda eine Anzahl hölzerner Palisadenwände errichten. Hinter diesen stellte er seine Schützen auf, um die Takeda-Kavallerie mit Salven anzugreifen.

Es gab etwa je 3 Schützen gegen je 4 berittene Takeda-Samurai. Unter Odas Kräften waren geschätzte 3.000 Arkebusenschützen unter dem Kommando seiner horo-shu, oder Elite- Leibwächter. Oda schickte kleine Truppenteile zu Scheinangriffen gegen Takeda aus, wodurch Katsuyori veranlasst wurde, gegen Odas Kräfte vorzurücken.

Takedas Männer kamen aus dem Wald und fanden sich 200–400 Meter von Odas Palisaden. Die kurze Entfernung, der Schwung der Kavallerieattacke und der heftige Regen (der die Angreifer zu der Ansicht verleitete, dass er die Gewehrschlösser unbrauchbar gemacht hätte), ermutigte Takeda, den Angriff zu befehlen. Takedas Kavallerie wurde von den Oda und Tokugawa, die beide in der Schlacht von Mikata ga Hara durch diese eine Niederlage erlitten hatten, gefürchtet.

Die Pferde wurden durch den Fluss abgebremst. Oda eröffnete das Feuer, als sie sich bis auf 50 m angenähert hatten. Das wurde als optimale Distanz angesehen, um die Panzerung der Kavalleristen zu durchdringen.

In der Militärstrategie hängt der Erfolg jedes Kavallerieangriffes gegen Infanterie davon ab, dass die Infanterie ihre Reihen auflöst, so dass die Kavallerie sie niedermachen kann. Aufgrund der beobachteten Wirkung der Salven und der strengen Überwachung durch die horo-shu, blieben die Arkebusiere jedoch auf dem Posten und waren in der Lage, mehrere Salven auf die angreifende Kavallerie zu feuern. Ashigaru-Speerträger stachen nach jedem Pferd, das die ersten Salven überlebt hatte. Samurai mit kürzeren Schwertern und Speeren griffen im Einzelkampf jeden Takeda-Krieger an, der es über die ersten Palisaden geschafft hatte. Nachmittags flohen die Takeda und wurden verfolgt. Takeda verlor etwa 10.000 Mann, zwei Drittel seiner Belagerungsarmee. Acht seiner berühmten 24 Generäle wurden in der Schlacht getötet, unter ihnen Yamagata Masakage und Oyamada Nobushige.

Film[Bearbeiten]

Die Schlacht und die letzten Jahre des Takeda-Clans wurden in Akira Kurosawas Film von 1980 Kagemusha (Schattenkrieger) thematisiert. Im Film wird ein eigenwilliger Dieb gezwungen, den toten Herrscher, Takeda Shingen, zu ersetzen. Der Film spielt in den Jahren vor Takeda Katsuyoris Niederlage bei Nagashino und endet mit der Vernichtung des Reiterheeres, das wirkungslos gegen die Barrikaden und Schützen Odas anrennt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Jereon P. Lamers: Japonius Tyrannus. Hotei Publishing, Leiden 2000
  • Stephen Turnbull: The Samurai Sourcebook. Cassell & Co, London 1998
  • Stephen Turnbull: Nagashino 1575: Slaughter at the Barricades. Osprey Publishing, Oxford 2000

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht von Nagashino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien