Schlacht bei Vitoria

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Schlacht bei Vitoria
Vitoria - Plaza de la Virgen Blanca 10.JPG
Datum 21. Juni 1813
Ort Vitoria-Gasteiz im Baskenland
Ausgang Alliierter Sieg
Konfliktparteien
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien
Portugal Konigreich 1521Portugal Portugal
Flag of Spain (1785-1873 and 1875-1931).svg Spanien
FrankreichFrankreich Frankreich
Befehlshaber
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Arthur Wellesley
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Thomas Graham
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland George Ramsay
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Rowland Hill
FrankreichFrankreich Joseph Bonaparte
FrankreichFrankreich Jean-Baptiste Jourdan
Truppenstärke
79.062 66.000
Verluste
5.148 Tote, Verwundete und Vermisste ca. 8.000 Tote, Verwundete und Vermisste
Angaben nach Weller

In der Schlacht bei Vitoria kämpften am 21. Juni 1813 englische, portugiesische und spanische Truppen unter dem Oberbefehl Wellingtons gegen französische, die unter dem nominellen Oberbefehl Joseph Bonapartes standen, aber von Marschall Jourdan befehligt wurden. Die Franzosen verloren die Schlacht, flohen und ließen eine Menge Beutegut und Kanonen auf dem Schlachtfeld zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Juli 1812 hatten die Franzosen nach der Schlacht von Salamanca die Stadt Madrid evakuiert. Wellingtons Armee übernahm die Stadt daraufhin am 12. August 1812. Wellington ließ drei Divisionen in der Stadt und marschierte mit dem Rest seiner Armee nach Norden, um die ca. 200 km entfernte Stadt Burgos zu belagern. Er hatte allerdings die Stärke der gegnerischen Truppen unterschätzt und musste deshalb am 21. Oktober die Belagerung abbrechen und sich zurückziehen. Am 31. Oktober hatte er sich auch aus Madrid zurückgezogen und floh über Salamanca nach Ciudad Rodrigo, nahe der portugiesischen Grenze. Dadurch konnte er eine Umzingelung durch französische Armeen im Nordosten und Südosten verhindern.

Wellington verbrachte den Winter damit, seine Armee zu reorganisieren und zu trainieren. Im Gegensatz dazu zog Napoleon viele Soldaten aus Spanien ab, da er seine zerstörte Armee reorganisieren musste, die durch den katastrophalen Russlandfeldzug dezimiert worden war. Im folgenden Jahr marschierte Wellington mit seinen Truppen von Nordportugal über das Gebirge im Norden Spaniens, um Marschall Jourdans Armee in die Flanke zu fallen. Dieser befand sich am 20. Mai 1813 mit seinem Heer von 58.000 Mann zwischen den Flüssen Duero und Tajo. Um zu verhindern, dass Wellingtons Streitmacht ihnen den Weg nach Frankreich versperren könne, zogen sich die Franzosen nach Burgos zurück.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Schließlich griff Wellington am 21. Juni bei Vitoria die Franzosen mit drei Schlachtreihen an. Nach verbissenem Kampf konnte Thomas Pictons 3. Division in das Zentrum der Franzosen einbrechen und die Verteidigungslinie zerstören. Daraus entstand eine ungeordnete Flucht, bei der auf französischer Seite 8.000 Soldaten getötet oder verwundet wurden und 2.000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten. Auf britischer Seite waren 4.500 Tote und Verwundete zu beklagen. Gleichzeitig wurden 152 Kanonen erbeutet. Dies beendete Napoleons Herrschaft in Spanien.

Die britischen Soldaten versäumten es, die fliehenden französischen Truppen zu verfolgen, da sie lieber die zurückgelassenen Planwagen plünderten, in denen sich unermessliche Schätze befanden, die zuvor durch die Franzosen geraubt worden waren. Es wird geschätzt, dass umgerechnet etwa 150 Millionen Euro Beute dort vorgefunden wurde. Wellington war über diese Disziplinlosigkeit sehr erbost und schrieb später in seinem Bericht, dass der britische Soldat „der Abschaum der Erde sei“.

Nach der Schlacht[Bearbeiten]

Nachdem die Ordnung bald wiederhergestellt worden war, wurden im Dezember noch San Sebastian und Pamplona erobert, bevor seine Armee nach Frankreich marschierte und dort überwinterte.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Ludwig van Beethoven setzte der Schlacht ein musikalisches Denkmal in seiner Komposition Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Fletcher: Vittoria 1813 (= Osprey Military Campaign Series. Bd. 59). Osprey, London 1998, ISBN 1-85532-739-2.
  • Jac Weller: Wellington in the Peninsula. 1808–1814. Nicholas Vane, London 1962 (Neudruck. Kaye, Ward, London, 1969).
  • Roger Parkinson: The Peninsular War. Hart-Davis MacGibbon, London 1973, ISBN 0-246-64096-0 (Hier: (= Wordsworth Military Library. Wordsworth, Ware 2000, ISBN 1-84022-228-X).

Weblinks[Bearbeiten]