Schlaf, Kindlein, schlaf

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Dieser Artikel behandelt das Lied Schlaf, Kindlein, schlaf. Zu der gleichnamigen Episode der Fernsehreihe Tatort siehe Tatort: Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf ist ein mehrstrophiges Lied, das Kindern vor dem Einschlafen zur Beruhigung gesungen wird.

Die älteste überlieferte Textfassung stammt aus dem Jahr 1611 und besteht lediglich aus der ersten Strophe.[1] Die heute verbreitete Melodie des Wiegenliedes wurde von Johann Friedrich Reichardt 1781 nach einer Volksweise komponiert und auch für Maikäfer flieg verwendet.[2] Die heute verbreitete Textfassung stammt aus dem dritten Band der Sammlung Des Knaben Wunderhorn (1808).[3] Franz Magnus Böhme konnte 1897 bereits 36 Textvarianten abdrucken.[4][5]

Das Lied beschreibt dem Hörer eine heile Welt und verspricht ihm einen ruhigen Schlaf, da in seiner Umwelt alles in Ordnung sei.

Melodie[Bearbeiten]

Melodiefassung von Johann Friedrich Reichardt (1781).[2]


\relative c'' { \autoBeamOff \key f \major \time 2/4
                a4 g8 g8 | f4 r8 f16[ a16]
                c8 c8 bes8 bes8 | a4 r8 a8 | bes8 bes8 g8 g8|
                c8 c8 a8 a8 | bes8 bes8 g8 g8 |
                c8 c8 a4 | bes4 g8 g8 | f4 r \bar"|."              
}
\addlyrics {
Schlaf’, Kind -- lein, schlaf’! Der 
Va -- ter hüt’t die Schaf’, die Mut -- ter schüt -- telt’s
Bäu -- me -- lein, da fällt her -- ab ein
Träu -- me -- lein. Schlaf’, Kind -- lein, schlaf’!
}

Text[Bearbeiten]

Textfassung in Des Knaben Wunderhorn[Bearbeiten]

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 Der Vater hüt die Schaf,
 Die Mutter schüttelts Bäumelein,
 Da fällt herab ein Träumelein.
 Schlaf, Kindlein, schlaf!

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 Am Himmel ziehn die Schaf,
 Die Sternlein sind die Lämmerlein,
 Der Mond, der ist das Schäferlein,
 Schlaf, Kindlein, schlaf!

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 Christkindlein hat ein Schaf,
 Ist selbst das liebe Gotteslamm,
 Das um uns all zu Tode kam,
 Schlaf, Kindlein, schlaf.

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 so schenk ich dir ein Schaf
 Mit einer goldnen Schelle fein,
 Das soll dein Spielgeselle sein,
 Schlaf, Kindlein, schlaf!

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 und blök nicht wie ein Schaf,
 Sonst kömmt des Schäfers Hündelein
 Und beißt mein böses Kindelein,
 Schlaf, Kindlein, schlaf.

 Schlaf, Kindlein, schlaf,
 Geh fort und hüt die Schaf,
 Geh fort, du schwarzes Hündelein,
 Und weck mir nicht mein Kindelein,
 Schlaf, Kindlein, schlaf.[3]

Aktuelle Verwendung[Bearbeiten]

Der Inhalt dieses Liedes wurde von vielen Bands, vor allem Rockbands aufgegriffen. So beschreibt z. B. das Lied Brüderlein schlaf der Punkband Der dicke Polizist die Probleme einer ausländischen Familie, die nach Deutschland gezogen ist. Auch die Punkband Dritte Wahl greift dieses Thema in dem Lied Schlaflied auf, welches auch die Themen der Integration und der Ausländerfeindlichkeit aufzeigt und bemängelt. Bei einer Version von J.B.O. wird das Schlaflied mit der Melodie von Metallicas Enter Sandman unterlegt. Der Text wurde zudem mit Elementen aus dem Lied Maikäfer flieg gemischt. Die Deathcoreband We Butter the Bread with Butter hat zudem eine Version des Liedes auf dem Album Das Monster aus dem Schrank mit verändertem Text veröffentlicht. Im Titel Träume anderer Leute auf dem Album Bring mich nach Hause von Wir sind Helden bildet die erste Strophe in abgewandelter Form die Einleitung.

Das Lied befindet sich auch auf Nenas Kinderlieder-Album Komm, lieber Mai und, in einer weiteren Fassung, auf Nenas Tausend Sterne, wobei die Sängerin in beiden Varianten „Kindchen“ statt „Kindlein“ singt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Klusen: Deutsche Lieder. 2. Auflage. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-04827-8, S. 703 u. Anm. S. 851.
  2. a b Ernst Klusen: Deutsche Lieder. 2. Auflage. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-04827-8, S. 706 u. Anm. S. 851.
  3. a b Achim von Arnim, Clemens von Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Zitiert nach der Ausgabe Winkler, München 1984, ISBN 3-538-06560-8, S. 827 f. (online im Projekt Gutenberg-DE).
  4. Franz Magnus Böhme: Deutsches Kinderlied und Kinderspiel. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1897 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Heinz Rölleke (Hrsg.): Das Volksliederbuch. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, ISBN 3-462-02294-6, S. 127.

Weblinks[Bearbeiten]