Schlafes Bruder (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Schlafes Bruder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 127 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Joseph Vilsmaier
Drehbuch Robert Schneider
Produktion Danny Krausz, Peter Sterr, Joseph Vilsmaier
Musik Norbert Jürgen Schneider, Hubert von Goisern, Harald Feller, Winfried Grabe
Kamera Joseph Vilsmaier
Schnitt Alexander Berner
Besetzung

Schlafes Bruder ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des österreichischen Schriftstellers Robert Schneider aus dem Jahr 1992, der in dem Film auch eine kleine Rolle als Kutscher hat.

Handlung[Bearbeiten]

Elias kommt in dem einsamen Bauerndorf Eschberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Welt. Schon seine Geburt verläuft mit Schwierigkeiten, denn die Hebamme muss erst trotz heftigen Regens aus dem Dorf geholt werden. Und auch Herztöne sind bei dem neuen Erdenbürger erst zu vernehmen, nachdem die Geburtshelferin ein Stück aus dem Te Deum singt. Die Musik war ihm also im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Elias scheint das absolute Gehör zu besitzen. Im Schulchor singt er mit Elfenstimme Begleitlinien, die nicht in der Partitur stehen – sein Lehrer zeigt dafür zunächst wenig Verständnis.

Aber Elias hört überall visionengleich Stimmen. Die Einzige, die Zugang zu ihm findet, ist die junge Elsbeth, die sich in ihn verliebt. Sehr zum Missfallen von Elsbeths Bruder Peter. Dabei ist es weniger die Sorge um seine Schwester, die ihn zur Eifersucht treibt, sondern auch Peter fühlt sich zu Elias hingezogen.

Produktionsgeschichte[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1994 an den Drehorten Gaschurn im Montafon, Vorarlberg und St. Anton am Arlberg in Österreich sowie in Kutná Hora (Tschechische Republik) hergestellt.

Als André Eisermann (damals bereits bekannt für seine Rolle aus einer Kaspar-Hauser-Verfilmung) davon hörte, dass Joseph Vilsmaier den Roman verfilmen wollte, bedrängte er den Regisseur so lange, dass er die richtige Besetzung für den Elias sei, bis Vilsmaier endlich nachgab. Laut Aussage von Vilsmaier hatte Eisermann Schwierigkeiten, weil er beim Dreh manchmal noch in die Rolle des Kaspar Hauser zurückfiel.

Kritiken[Bearbeiten]

„Schlafes Bruder hat 15 Millionen gekostet, sieht doppelt so teuer aus und spekuliert auf ein cross-over – nämlich Literaturliebhaber, späte Freunde des Heimatfilms und – der dumpfen Gewalt zum Trotz – Natursehnsüchtige und Dorfnostalgiker ins Kino zu locken. Eschberg ist ein Dreckloch, die Kneipe eine finstere Spelunke – gleichwohl trifft hier Walter Benjamins Bemerkung, daß es eine Art gibt, Armut fotografisch zu inszenieren, die das Elend pittoresk veredelt.“

epd Film (Stefan Reinecke)[2]

„Gleich die erste Szene von Joseph Vilsmaiers Film „Schlafes Bruder“, die den Betrachter wie magisch in den archaisch anmutenden Mikrokosmos dieses Zeugnisses aus fremder Zeit zieht, ist ein Synonym für die außerordentlichen und im deutschen Kino rar gewordenen Anstrengungen, mit denen dem Bestsellerroman Robert Schneiders seine visuellen Entsprechungen geschaffen werden sollten.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung (Hans-Dieter Seidel)[3]

„Eine Verfilmung des Erfolgsromans von Robert Schneider, die für die subtile und komplexe Erzählstruktur der Vorlage nie eine filmische Entsprechung findet. Mit außergewöhnlichem äußerem Aufwand entstand eine protzige Großproduktion, die die Fabel unangemessen vereinfacht und auf eine doppelt scheiternde Liebesgeschichte reduziert.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 71 kB) der FSK, abgerufen am 17. Jänner 2012
  2. Schlafes Bruder von Robert Schneider (1992). In: epd Film, 10/95
  3. Hans-Dieter Seidel: Unheilige Liturgie: Joseph Vilsmaiers Film „Schlafes Bruder“ nach dem Roman von Robert Schneider. In: FAZ, 5. Oktober 1995
  4. Schlafes Bruder im Lexikon des Internationalen Films