Schlammröhrenwürmer

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Schlammröhrenwürmer

Tubifex, verankert in Röhren auf dem Grund

Systematik
Überstamm: Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
Stamm: Ringelwürmer (Annelida)
Klasse: Gürtelwürmer (Clitellata)
Ordnung: Wenigborster (Oligochaeta)
Familie: Naididae
Unterfamilie: Schlammröhrenwürmer
Wissenschaftlicher Name
Tubificinae
Eisen, 1879

Die Schlammröhrenwürmer (Tubificinae) sind eine Unterfamilie der Naididae. Zu ihnen gehört auch der als Indikator für die Gewässergüte und als Futtertier gezüchtete Schlammröhrenwurm Tubifex tubifex.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Schlammröhrenwürmer leben in selbst gemachten Röhren im Weichsediment, d. h. im Schlamm oder Sand fließender oder stehender Gewässer. Aus der Sedimentoberfläche schaut typischerweise nur das Hinterende der Würmer heraus. Durch undulierende Bewegungen strudeln sie sauerstoffreiches Wasser und organisches Material herbei. Bei Störungen können sich die Würmer rasch in ihre Röhre zurückziehen. Manche Arten sind durch Hämoglobin blutrot, z. B. die Tubifex-Arten.

Die Schlammröhrenwürmer sind wie die meisten Wenigborster Zwitter. Die Vermehrung geschieht daher grundsätzlich über die zweigeschlechtliche Fortpflanzung, bei der sich die Partner gegenseitig befruchten können.

Im Süßwasser lebende Gattungen, die im Schlamm von Flüssen oder stehenden Gewässern vorkommen, sind Tubifex und Limnodrilus. Eine Massenvermehrung tritt nur in Gewässern auf, deren Sedimente einen hohen Anteil an verwertbarem organischem Material haben. In unbelasteten Gewässern treten sie eher nur vereinzelt auf. Einige Arten werden zur Gewässergütebeurteilung herangezogen. Die Art Tubifex tubifex kann bis zu 8 Zentimeter lang werden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlammröhrenwürmer (Tubificinae) waren lange Zeit die namengebende Unterfamilie der „Tubificidae“. Nachdem die „Tubificidae“ mit den damals als eigene Familie ausgewiesenen Arten der heutigen Unterfamilie Naidinae zusammengelegt worden waren, wurde die gesamte Gruppe nach der Prioritätsregel Naididae genannt.

Gattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind 28 Gattungen innerhalb der Unterfamilie bekannt:[1]

Stand: 11. Dezember 2020

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tubificinae Eisen, 1879 in WoRMS, World Register of Marine Species, abgerufen am 10. Dezember 2020.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustaf Eisen: Preliminary Report on Genera and Species of Tubificidae. Bihang till K. Svenska Vet. Akad. Handlingar, 5, 16, S. 1–26, 1879 (Erstbeschreibung)
  • Heiko Bellmann: Leben in Bach und Teich: Pflanzen und Wirbellose der Kleingewässer. Orbis-Verlag, 2000, ISBN 3-572-01085-3
  • Bruno Wachs: Die häufigsten hämoglobinführenden Oligochaeten der mitteleuropäischen Binnengewässer: Bayerische biologische Versuchsanstalt, München 1966
  • R. O. Brinkhurst, B. M. Jamieson: Aquatic Oligochaeta of the world. Oliver & Boyd Verlag, Edinburgh 1971
  • Heinz Streble, Dieter Krauter: Das Leben im Wassertropfen. Mikroflora und Mikrofauna des Süßwassers. Ein Bestimmungsbuch. 9., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kosmos, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-08431-0.
  • Wolfgang Engelhardt: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. ISBN 978-3-440-09800-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]