Schlangen-Lauch

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Schlangen-Lauch
Rechts: Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum) Illustration von Otto Wilhelm Thomé

Rechts: Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum) Illustration von Otto Wilhelm Thomé

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Schlangen-Lauch
Wissenschaftlicher Name
Allium scorodoprasum
L.

Der Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum), auch Alpen-Schnittlauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium).

Beschreibung[Bearbeiten]

Blütenstand

Der Schlangen-Lauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 100 (gelegentlich 150) Zentimetern. Er ist ein Geophyt und bildet Zwiebel als Überdauerungsorgene. Die bis zu 40 Zentimeter langen Laubblätter sind am Rand und auf dem Mittelnerv rau.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Der Blütenstand ist von zwei lange haltbaren Hüllblättern umgeben. Die gestielte, purpurfarbene Blüte ist meist unfruchtbar. Die Staubblätter sind kürzer als das purpurne Perigon. Die braunschaligen Zwiebeln erreichen einen Durchmesser zwischen 6 und 10 Zentimeter. Sie erzeugen bei der Entwicklung des Schaftes seitlich eine neue Zwiebel.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Schlangen-Lauch gedeiht besonders gut an sonnigen Standorten auf leichten bis mittelschweren Böden. Die Bestäubung erfolgt durch kleinere Insekten. Auch Selbstbestäubung ist möglich. Zum Fruchtansatz kommt es offenbar nur selten. Dafür werden reichlich rotbraune Brutzwiebeln im Blütenstand gebildet; es liegt also eine Pseudoviviparie vor, bei der Blütenanlagen in kleine, gestauchte Sprossachsen umgewandelt werden. Ihre Ausbreitung erfolgt mit strömendem Wasser, aber wohl auch durch Versteckverbreitung und Zufallsverbreitung durch Tiere.

Vorkommen und Schutz[Bearbeiten]

Der Schlangen-Lauch ist in ganz Europa verbreitet einschließlich der Britischen Inseln, außerdem in Westasien, z. B. in Syrien.

Im Alpenvorland ist der Schlangen-Lauch gefährdet (Rote Liste gefährdeter Arten), auch für Niederbayern wird er als „gefährdet“ geführt.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Zwiebeln des Schlangen-Lauchs sind sowohl roh als auch gekocht essbar. Sie sind im Geschmack dem Knoblauch (Allium sativum) ähnlich, aber nicht so intensiv. Verwendung finden die Zwiebeln vor allem in Salaten.

Die Zwiebeln haben auch medizinischen Nutzen. Sie wirken verdauungsfördernd und desinfizierend. Verwendung findet Schlangen-Lauch in der Behandlung von Abszessen und der Amöbenruhr. Der Saft aus den Zwiebeln wirkt insektenvertreibend.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für den Schlangen-Lauch sind oder waren: Aberknoblauch, Abrauch, Feldknoblauch und Rockenbollen (Pommern).[1]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, Seite 19