Schlegeliaceae

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Schlegeliaceae
Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Schlegeliaceae
Wissenschaftlicher Name
Schlegeliaceae
Reveal

Die Schlegeliaceae sind eine Familie aus der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Zu ihr werden vier Gattungen gezählt, die zwischen Mexiko und den tropischen Gebieten Südamerikas vorkommen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Vertreter der Schlegeliaceae sind Sträucher, Halbsträucher oder Lianen, die aufrecht oder kletternd auf dem Boden wachsen oder epiphytisch leben. Die Sprossachsen bilden kein inneres Phloem aus und sind an der Oberfläche unbehaart oder mit einfachen drüsenlosen oder drüsigen, einzelligen oder mehrzelligen Trichomen besetzt. In den Sproßknoten entstehen keine Linien oder drüsigen Gebiete zwischen den Blattstielen des Knotens, auch werden keine Nebenblätter gebildet.

Die fast lederigen bis lederigen Laubblätter sind gegenständig oder beinahe gegenständig, einfach, meist ganzrandig (nur in der Gattung Synapsis sind die Blattränder fein sägezahnartig). Die fiedernervige Blattspreite kann unbehaart oder schwach flaumhaarig besetzt sein.[1]

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blütenstände sind traubig, zymös oder bestehen nur aus einer einzelnen Blüte. Sie stehen in den Blattachseln, manchmal als dichte Büschel, Tragblätter sind vorhanden, die Blütenstiele sind voll ausgebildet. Die zwittrigen Blüten können sowohl recht klein als auch recht groß sein, oftmals sind sie sehr auffallend. Der Blütenkelch ist unregelmäßig gelappt, besteht aus fünf Lappen oder ist fünfgeteilt, bleibt bei Fruchtreife bestehen und ist dabei meistens vergrößert. Die fünfzählige Blütenkrone ist röhren- oder trichterförmig, zweiseitig symmetrisch oder beinahe radiärsymmetrisch. Die Kronröhre ist gerade und weder sackartig ausgebuchtet noch bespornt. Die vier Staubblätter entstehen an der Kronröhre. Die Staubfäden stehen frei und alternieren mit den Kronblättern. Die Staubbeutel bestehen aus zwei gleich großen, voneinander separierten Theken. Neben den vier fertilen Staubblättern ist ein weiteres, steriles Staubblatt (Staminodium) vorhanden. Der Stempel steht einzeln, der zweilappige Fruchtknoten ist oberständig und besitzt eine große Anzahl an Samenanlagen. Diese entstehen auf zwei großen, achsenständigen Plazenten. Der Griffel steht terminal und besitzt einfache Narben.[1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Früchte sind Beeren, die auch bei Reife nicht aufspringen. Sie enthalten viele Samen, deren Oberfläche mit einem Netzwerk kleiner Erhebungen (Muri) besetzt ist und einem geraden, kleinen Embryo enthalten.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Familie Schlegeliaceae besteht aus vier Gattungen. Lange Zeit wurden die Gattungen entweder den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) oder den Trompetenbaumgewächsen (Bignoniaceae) zugeordnet, waren aber für beide Familien sehr untypisch. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Schlegeliaceae keiner der beiden Familien nahesteht.[1] Zunächst wurden auch die Arten der Gattung Thomandersia mit zu dieser Familie gerechnet, molekularbiologische Untersuchungen legten jedoch eine Platzierung dieser Gattung in der monogenerischen Familie Thomandersiaceae nahe.[2]

Innere Systematik[Bearbeiten]

Innerhalb der Familie werden vier Gattungen unterschieden:[3]

  • Exarata A.H.Gentry: Sie umfasst nur eine Art:
  • Gibsoniothamnus L.O.Williams: Mit etwa 12 Arten, sie von Mexiko bis Kolumbien vorkommen[4].
  • Schlegelia Miq.: Mit etwa 23 Arten; sie kommen von Mexiko bis ins tropische Südamerika vor[4].
  • Synapsis Griseb.: Mit nur einer Art:

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d William Burger und Kerry Barringer: Schlegeliaceae. In: Flora costaricensis. Fieldiana, Botany, Band 41, 2000. S. 69-77.
  2. A. H. Wortley, D. J. Harris und R. W. Scotland: On the Taxonomy and Phylogenetic Position of Thomandersia. In: Systematik Botany, Band 32, Nummer 2, 2007. S. 415−444.
  3. David C. Tank et al.: Review of the systematics of Scrophulariaceae s.l. and their current disposition (PDF; 267 kB). In: Australian Systematic Botany, Band 19, 2006, S. 289−307.
  4. a b c d Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families: Exarata. Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 17. April 2014.