Schlettau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Scheibenberg-Schlettau | |
| Höhe: | 612 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,17 km² | |
| Einwohner: |
2.565 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 121 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09487 | |
| Vorwahl: | 03733 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 520 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 09487 Schlettau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Axel Bräuer (CDU) | |
| Lage der Stadt Schlettau im Erzgebirgskreis | ||
Schlettau ist eine Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Stadt liegt an der Mündung der Roten Pfütze in die Zschopau. Das Waldhufendorf Dörfel liegt nördlich von Schlettau.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Im Osten grenzt Annaberg-Buchholz an die Stadt, im Südosten Sehmatal, im Süden Crottendorf, im Südwesten Scheibenberg, im Westen Elterlein und im Norden Tannenberg.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zu Schlettau gehört seit dem 1. Oktober 1996 der Ortsteil Dörfel.
[Bearbeiten] Geschichte
Zum Schutz des Überganges über die Zschopau und als Wegestation zum Preßnitzer Pass legte man um 1100 ein Kastell an. Das Gebiet gehörte den Schönburgern und oblag der Oberhoheit des böhmischen Königs. Am 13. März 1351 erhielten Friedrich und Bernhard von Schönburg Hassenstein (Hasištejn), Preßnitz und Schlettau, das in der Urkunde erstmals überhaupt Erwähnung findet (unter dem Namen Sleten oder Slatin), als Lehen. Am 20. März 1413 kam Schlettau in einem Tauschgeschäft zum Kloster Grünhain. 1367 wird Schlettau oppidum genannt, in der Mitte des 15. Jahrhunderts sind die ersten städtischen Rechte belegt.
1515 wurde Schlettau freie Bergstadt. 1527/1529 wurde in der Region die Reformation durch Balthasar Loy und Johannes Bock eingeführt. Mit der damit verbundenen Auflösung des Klosters Grünhain kam Schlettau unter wettinische Herrschaft. Aufgrund der verkehrswichtigen Lage kam es im Dreißigjährigen Krieg mehrfach zum Durchzug plündernder Truppen. Ab 1725 begann man mit dem Kartoffelanbau auf Schlettauer Fluren. Als das Schloss ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr genutzt wurde, verfiel es in zunehmendem Maße. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Bis dahin hatten Teile des Schlosses als Fabrikgebäude Verwendung gefunden. 1889 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd–Schwarzenberg der Anschluss an das Bahnnetz. 1930 ging das Schloss Schlettau in den Besitz der Stadt über.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Am 1. Oktober 1996 erfolgte die Eingemeindung von Dörfel.[2]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Am 3. Oktober 1990 zählte Schlettau 2985 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:
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1993 bis 1997
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1998 bis 2002
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2003 bis 2007
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ab 2009
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- Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:
| Partei / Liste | Sitze |
| Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) | 7 |
| Freie Wähler Bürgerforum | 6 |
| Freunde Schloss Schlettau | 1 |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Partnerstadt ist seit 2004 Místo (Platz) in Tschechien.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Durch die Stadt führt die Ferienstraße Silberstraße. Das bekannteste Tourismusziel ist das Schloss Schlettau. Im darin untergebrachten Museum werden unter anderem historische Exponate der Posamentenherstellung, die in Schlettau heimisch war, gezeigt. Im Zentrum der Stadt steht eine rekonstruierte Kursächsische Postdistanzsäule.
[Bearbeiten] Kirchenmusik
Siehe: Kantorei St. Ulrich.
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Am Naturschutzzentrum steht ein Gedenkstein für einen namentlich bekannten sowjetischen Zwangsarbeiter, der wegen praktischer Lebenshilfe für seine Leidensgenossen von zwei Polizisten 1945 ermordet wurde.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
- Größter Betrieb des Ortes ist ein Steinbruch zur Gewinnung von Zweiglimmergneis.
- In Schlettau wird exklusiv der Kräuterschnaps „Grubenfeuer“ hergestellt.
[Bearbeiten] Verkehr
Schlettau liegt an der Bundesstraße 101. Die alte Wegverbindung zum Preßnitzer Pass vom Kloster Grünhain hat heute keinerlei überregionale Bedeutung mehr.
Auf der durch die Stadt führenden Bahnstrecke Annaberg-Buchholz (Süd) – Schwarzenberg ( - Aue) wurde 1997 der Personenverkehr eingestellt, die Strecke wird lediglich manchmal von dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunden (VSE) in Schwarzenberg bei Sonderfahrten befahren. Einst lag hier der Ausgangspunkt der Stichstrecke nach Crottendorf, welche bis Walthersdorf die Trasse nach Annaberg-Buchholz benutzte.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Bernhard Greifenhagen, Fabrikant und Begründer einer Stiftung in Schlettau
- Ferdinand Edelmann, Fabrikant in Schlettau
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Christian Demelius (1643–1711), Komponist
- Georg Christoph Kreyßig (1695–1758), Buchhändler und Regionalhistoriker, wurde im heutigen Ortsteil Dörfel geboren
- Heinrich Heitzig (1849–1905), Politiker (NLP), MdL (Königreich Sachsen)
- Werner Vogelsang (1895–1945), NSDAP-Reichstagsabgeordneter
- Klaus Siebert (* 1955), Biathlet
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben
- Johann Traugott Lohse (1760–1836), Pionier im sächsischen Kirchen- und Fabrikbau
- Widar Ziehnert (1814–1839), Dichter und Sagensammler
- Oskar Johannes Mehl (1875–1979), Theologe, von 1925 bis 1936 als Pfarrer hier tätig
[Bearbeiten] Literatur
- Stadtverwaltung Schlettau: Festschrift zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Schlettau vor 650 Jahren – Chronik der Stadt Schlettau 1351 - 2001. Verlag Bergstraße: Annaberg-Buchholz, 2001.
- Von Annaberg bis Oberwiesenthal. Schlettau, Krs. Annaberg. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1968 (Werte der deutschen Heimat. Band 13). S. 106–112.
- Richard Steche: Schlettau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 86.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
[Bearbeiten] Weblinks
- Schlettau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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