Schlettau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schlettau
Schlettau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schlettau hervorgehoben
50.55861111111112.951111111111612Koordinaten: 50° 34′ N, 12° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 612 m ü. NN
Fläche: 21,17 km²
Einwohner:

2.565 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09487
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 520
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
09487 Schlettau
Webpräsenz: www.schlettau-im-erzgebirge.de
Bürgermeister: Axel Bräuer (CDU)
Lage der Stadt Schlettau im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Erlbach-Kirchberg Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Hormersdorf Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter/Sa. Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pobershau Pockau Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Zöblitz Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Schlettau ist eine Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Stadt liegt an der Mündung der Roten Pfütze in die Zschopau. Das Waldhufendorf Dörfel liegt nördlich von Schlettau.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Im Osten grenzt Annaberg-Buchholz an die Stadt, im Südosten Sehmatal, im Süden Crottendorf, im Südwesten Scheibenberg, im Westen Elterlein und im Norden Tannenberg.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Schlettau gehört seit dem 1. Oktober 1996 der Ortsteil Dörfel.

[Bearbeiten] Geschichte

Zum Schutz des Überganges über die Zschopau und als Wegestation zum Preßnitzer Pass legte man um 1100 ein Kastell an. Das Gebiet gehörte den Schönburgern und oblag der Oberhoheit des böhmischen Königs. Am 13. März 1351 erhielten Friedrich und Bernhard von Schönburg Hassenstein (Hasištejn), Preßnitz und Schlettau, das in der Urkunde erstmals überhaupt Erwähnung findet (unter dem Namen Sleten oder Slatin), als Lehen. Am 20. März 1413 kam Schlettau in einem Tauschgeschäft zum Kloster Grünhain. 1367 wird Schlettau oppidum genannt, in der Mitte des 15. Jahrhunderts sind die ersten städtischen Rechte belegt.

1515 wurde Schlettau freie Bergstadt. 1527/1529 wurde in der Region die Reformation durch Balthasar Loy und Johannes Bock eingeführt. Mit der damit verbundenen Auflösung des Klosters Grünhain kam Schlettau unter wettinische Herrschaft. Aufgrund der verkehrswichtigen Lage kam es im Dreißigjährigen Krieg mehrfach zum Durchzug plündernder Truppen. Ab 1725 begann man mit dem Kartoffelanbau auf Schlettauer Fluren. Als das Schloss ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr genutzt wurde, verfiel es in zunehmendem Maße. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Bis dahin hatten Teile des Schlosses als Fabrikgebäude Verwendung gefunden. 1889 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd–Schwarzenberg der Anschluss an das Bahnnetz. 1930 ging das Schloss Schlettau in den Besitz der Stadt über.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1996 erfolgte die Eingemeindung von Dörfel.[2]

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Am 3. Oktober 1990 zählte Schlettau 2985 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993 – 2844
  • 1994 – 2823
  • 1995 – 2820
  • 1996 – 2854
  • 1997 – 2794

1998 bis 2002

  • 1998 – 2789
  • 1999 – 2790
  • 2000 – 2799
  • 2001 – 2787
  • 2002 – 2772

2003 bis 2007

  • 2003 – 2753
  • 2004 – 2758
  • 2005 – 2732
  • 2006 – 2705
  • 2007 − 2691

ab 2009

  • 2009 − 2598
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Partei / Liste Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 7
Freie Wähler Bürgerforum 6
Freunde Schloss Schlettau 1
Schlettauer Kirche
Postmeilensäule und Reutherhaus

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Partnerstadt ist seit 2004 Místo (Platz) in Tschechien.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch die Stadt führt die Ferienstraße Silberstraße. Das bekannteste Tourismusziel ist das Schloss Schlettau. Im darin untergebrachten Museum werden unter anderem historische Exponate der Posamentenherstellung, die in Schlettau heimisch war, gezeigt. Im Zentrum der Stadt steht eine rekonstruierte Kursächsische Postdistanzsäule.

[Bearbeiten] Kirchenmusik

Siehe: Kantorei St. Ulrich.

[Bearbeiten] Gedenkstätten

  • Am Naturschutzzentrum steht ein Gedenkstein für einen namentlich bekannten sowjetischen Zwangsarbeiter, der wegen praktischer Lebenshilfe für seine Leidensgenossen von zwei Polizisten 1945 ermordet wurde.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaft

Spitzenklöpplerinnen 1936
  • Größter Betrieb des Ortes ist ein Steinbruch zur Gewinnung von Zweiglimmergneis.
  • In Schlettau wird exklusiv der Kräuterschnaps „Grubenfeuer“ hergestellt.

[Bearbeiten] Verkehr

Schlettau liegt an der Bundesstraße 101. Die alte Wegverbindung zum Preßnitzer Pass vom Kloster Grünhain hat heute keinerlei überregionale Bedeutung mehr.

Auf der durch die Stadt führenden Bahnstrecke Annaberg-Buchholz (Süd) – Schwarzenberg ( - Aue) wurde 1997 der Personenverkehr eingestellt, die Strecke wird lediglich manchmal von dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunden (VSE) in Schwarzenberg bei Sonderfahrten befahren. Einst lag hier der Ausgangspunkt der Stichstrecke nach Crottendorf, welche bis Walthersdorf die Trasse nach Annaberg-Buchholz benutzte.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Bernhard Greifenhagen, Fabrikant und Begründer einer Stiftung in Schlettau
  • Ferdinand Edelmann, Fabrikant in Schlettau

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

[Bearbeiten] Literatur

  • Stadtverwaltung Schlettau: Festschrift zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Schlettau vor 650 Jahren – Chronik der Stadt Schlettau 1351 - 2001. Verlag Bergstraße: Annaberg-Buchholz, 2001.
  • Von Annaberg bis Oberwiesenthal. Schlettau, Krs. Annaberg. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1968 (Werte der deutschen Heimat. Band 13). S. 106–112.
  • Richard Steche: Schlettau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 86.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schlettau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schlettau – Quellen und Volltexte
  • Schlettau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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