Schlitz (Adelsgeschlecht)

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Wappen der von Schlitz gen. von Görtz

Der volle Name der zum Hochadel zählenden Familie lautet Reichsgrafen von Schlitz genannt von Görtz (auch Goertz). Das Geschlecht hat seinen Stammsitz im hessischen Schlitz.

Wegen der Doppelbenennung (siehe auch Genanntname) kommt es häufig zu Fehlsortierungen unter dem Namen von Goertz oder Görtz. Die Familie der hessischen „von Schlitz genannt von Görtz“ ist nicht zu verwechseln mit den mittelalterlichen „Grafen von Görz“, die im Südalpenraum und Friaul ansässig waren.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herren von Schlitz hatten im Mittelalter eine reichsunmittelbare Herrschaft in Lehnsabhängigkeit der Abtei Fulda aufgebaut und bekleideten bei dem Hochstift Fulda die Erbmarschallswürde. Namensgebend war die heutige Stadt Schlitz bei Fulda. Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals mit Ermenoldus de Slitese im Jahre 1116 als Ministerialem der Reichsabtei Fulda. Es war während des 12. bis 14. Jahrhunderts in der gesamten Rhöngegend verbreitet. Die auch von der Familie von der Tann vergebenen Namen Erminold, Gerlach und Irminger lassen sich in Schöffenbüchern und Sterberegistern bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgen, allerdings ist ein genealogischer Zusammenhang nicht nachweisbar.

Ab 1404 nannten sie sich „Schlitz von Görtz“ (in Dokumenten auch: Gurz oder Görz). Nach Einführung der Reformation 1563 und als Folge des Dreißigjährigen Krieges lösten sie sich von Fulda. Sie waren im 16. Jahrhundert auch in der reichsfreien fränkischen Ritterschaft im Ritterkanton Rhön-Werra zu finden.[1] 1677 wurden sie Reichsfreiherren und 1726 Reichsgrafen. 1806 kam die Herrschaft unter großherzoglich Hessen-Darmstädtische Oberhoheit, und später wurden der Familie die standesherrschaftlichen Rechte und 1829 damit auch das Prädikat Erlaucht verliehen. Das Geschlecht teilte sich im 18. Jahrhundert in zwei Linien, in die ältere standesherrliche zu Schlitz und die jüngere in Braunschweig und Hannover, die sich „Görtz-Wrisberg“ nennt.

Johann Eustach von Schlitz (1737–1821) adoptierte seinen zukünftigen Schwiegersohn Hans von Labes (1763–1831), Gutsherr von Karstorf, der daraufhin den Familiennamen übernahm und gleichzeitig vom König in den Grafenstand erhoben wurde. Er erbaute nahe dem mecklenburgischen Hohen Demzin die Burg Schlitz.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber zwei oben gezinnte schwarze schrägrechts liegende Balken. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken steht ein geschlossener, wie der Schild bezeichneter Flug.

Namensträger[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Cord Ulrichs: Vom Lehnshof zur Reichsritterschaft - Strukturen des fränkischen Niederadels am Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit. Franz Steiner Verlag Stuttgart, Stuttgart 1997, ISBN 3515071091.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]